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MV Werften investieren 74 Millionen Euro in Wismar

Wismar MV Werften investieren 74 Millionen Euro in Wismar

Produktionsstart für Kabinen an der Westtangente für Herbst 2017 geplant / Erste Auslieferung im Herbst 2018 / Gesucht werden 200 Mitarbeiter

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Colin Au (l.), Vorstand bei Genting, lässt Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) schon mal einen Blick auf die Kabinen werfen, die von Mitte 2017 an in Wismar produziert werden sollen.

Quelle: Jens Büttner

Wismar. Die Kabinen für Fluss- und Hochseekreuzfahrtschiffe der MV Werften kommen aus Wismar. Das Unternehmen hat dafür gestern offiziell einen Teil der ehemaligen Centrosolar-Produktionshalle übernommen. In den kommenden Monaten sollen neue Maschinen angeschafft, neue Technologien für das Warenlager eingesetzt und rund 200 Mitarbeiter eingestellt werden.

OZ-Bild

Produktionsstart für Kabinen an der Westtangente für Herbst 2017 geplant / Erste Auslieferung im Herbst 2018 / Gesucht werden 200 Mitarbeiter

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Allein in die Kabinenfertigung investiert der Werftenverbund 13 Millionen Euro. 20 Kabinen an sieben Tagen in der Woche sollen dort von Mitte kommenden Jahres an die 8700 Quadratmeter große Produktionshalle in Richtung Werftgelände verlassen. Die Entscheidung für diesen Standort sei deshalb gefallen, weil die Kabinen außerhalb des Werftgeländes gebaut werden sollen. So würde ein erheblicher Materialverkehr auf der Werft vermieden, erklärte Johannes Gößler, einer der beiden Geschäftsführer der MV Werften Fertigmodule GmbH. Zudem liege das Gelände gleichermaßen nah an Autobahn und Werft. Komplett bestückt mit Möbeln in Größen zwischen 15 und 20 Quadratmetern werden die Kabinen dann aufs Schiff gebracht. Das wiederum verkürze die Ausbauzeiten, so Gößler. Derzeit liefen zudem bereits Gespräche mit der Stadt. Das vorhandene Lager sei mit 4000 Quadratmetern zu klein. Der Kauf einer weiteren Fläche sei geplant.

Damit am Ende auch die 3360 Kabinen für das geplante Riesenkreuzfahrtschiff und alle anderen Kreuzfahrtschiffe der MV Werften gebaut werden können, muss der Konzern Leute finden, die sie produzieren.

„Eine unserer größten Herausforderungen ist es, potenziellen Beschäftigten unsere Zuverlässigkeit als Arbeitgeber zu vermitteln“, sagte Volker Asmus, ebenfalls Geschäftsführer der Kabinenfabrik. Sie wüssten, dass die Menschen im Umfeld Werft in den vergangenen Jahren einiges mitgemacht hätten. „Wir wollen ihnen zeigen, dass wir ein Arbeitgeber für die Zukunft sind“, sagte Asmus.

Auch Colin Au, Vorstandsmitglied bei Genting, ist zuversichtlich, dass MV Werften genügend Mitarbeiter für die Kabinenproduktion findet. Es habe Zeiten gegeben, da hätten noch Tausende Menschen auf den Werften in Wismar, Stralsund und Rostock gearbeitet. Nach und nach seien viele weggegangen, weil sie nicht mehr gebraucht wurden. Nun mit den aufregenden Neuigkeiten, hofft Au, könnten sie zurückkehren. Aufs Hoffen allein verlassen sich die MV Werften nicht. Auf der Internetseite des Konzerns ist seit gestern ein Bewerbungsportal geschaltet. Für die Kabinenfabrik, sagt Asmus, würden sowohl Projektmanager, Konstrukteure und Ingenieure als auch Vorarbeiter, Schlosser, Tischler und Produktionsmitarbeiter gebraucht. „Zwei Drittel der Beschäftigten arbeiten in der Produktion.“ Dabei sei weniger die Qualifikation entscheidend, sondern handwerkliches Geschick. Mitte 2018 sollen die ersten Kabinen ausgeliefert werden.

Bis dahin investiert das Unternehmen in Wismar noch weitere 61 Millionen Euro. Die Kaianlagen in der Werft müssen erneuert, neue Kräne angeschafft, die IT-Technik vorangebracht werden.

Außerdem soll die Werfthalle überdacht erweitert werden. Neben dem Hotel aus Kabinenteilen am Alten Holzhafen, in dem ein Teil der Mitarbeiter wohnen soll (die OZ berichtete), sei ein Büro für 700 Mitarbeiter geplant. Schon jetzt, scherzte Colin Au, sei der Geist von MV Werften in Wismar zu spüren. Das Hotel, in dem sie derzeit unterkommen, zu 80 Prozent von Werftleuten ausgebucht, das Restaurant zu 100.

Nicole Buchmann

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