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Neue Kaikante für Bummelmeile wächst von Tag zu Tag

Wismar Neue Kaikante für Bummelmeile wächst von Tag zu Tag

Die milde Wetterlage spielt Bauarbeitern in die Hände. Betonmischer rollen im 30-Minuten-Takt in den Wismarer Westhafen.

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Ohne Teamarbeit geht auch beim Gießen des Betons auf der Westhafen-Baustelle nichts. Gleichzeitig erfolgt das Verdichten für die neue Kaikante der künftigen Bummelmeile. Fotos (3): Hans-Joachim Zeigert

Wismar. Die neue Kaikante für die Bummelmeile im Westhafen wächst von Tag zu Tag. Im 30-Minuten-Takt rollen die Betonmischer zur Baustelle und „füttern“ damit das Pumpenaggregat. Und wieder fließt zähflüssiger Baustoff in die Kaikantenverschalung. Gleichzeitig verdichten Fachleute die Masse. Am Ende des gestrigen Tages sind für diesen verschalten Abschnitt etwa 30 Kubikmeter Beton verfüllt. Alltäglich ist diese Aktion mitten im Januar ganz und gar nicht. „Wir leben bei unseren derzeit anstehenden Arbeiten absolut vom Wetter, dabei geht es nicht nur um Frost, sondern ebenso um die sich immer wieder ändernden Wasserstände“, so Polier Torsten Voigt. Der Grund: Gearbeitet wird nicht nur über, sondern auch unter dem Wasser. Doch das relativ milde Klima ist noch immer auf Seiten der Bauleute der deutschlandweit agierenden Züblin AG. So konnten sie fast ohne große Pause mit dem nächsten Sanierungsabschnitt beginnen. Zuvor beräumte ab Sommer des Vorjahres die Firma Abbruch Büchert für sie das einstige Werftgelände und trug zudem die marode Kaikante um 1,65 Meter tief ab. „Nachdem wir den Zuschlag erhielten, begannen wir unverzüglich mit der Baustelleneinrichtung und dann ging es auch gleich richtig los“, schildert Voigt das Sanierungsgeschehen seit Herbst 2014. Seeseitig kamen zunächst Arbeitspontons zum Einsatz. Denn die weiteren Maßnahmen gingen und gehen noch immer vom Wasser aus. „Mit Hochdruckwasserstrahl um die 2300 Bar muss der alte Beton oberflächlich abgestrahlt werden, damit der Verbund von altem und neuen Beton sicher haftet“, erklärt der Polier weiter. Außerdem wird nachträglich und Schritt für Schritt Bewehrung angebracht. Letztendlich erfolgt das Einschalen und Betonieren, auch unter dem Wasser. „Ohne aufwendige Taucherbegleitung geht da gar nichts“, so der Fachmann. Schließlich reicht der neu geschüttete Beton etwa 70 Zentimeter tief unter Wasser. Die dafür notwendigen Verschalungen befinden sich sogar 1,30 Meter unter dem Normalpegel Null.

Direkt neben der Abzäunung an der sogenannten „Atalanta“-Pier, wo die Sanierung endet, zeigt sich bereits ein Stück der neuen Kaikante. Konkret sind es sogar schon 90 Meter, die bereits in Arbeit sind. Dazu Voigt: „Wir konnten dank der bisherigen Wettersituation für eine fast fließende Fertigung unter freiem Himmel sorgen.“ Konkret heißt dies ständige, solide Handarbeit bei der Verlegung der Bewehrungsstähle oder beim Einschalen der einzelnen Bauabschnitte. Denn erst dann kann der Beton fließen. Und das wird weiterhin reichlich erfolgen, bis am Ende dieses Auftrages gut 500 Kubikmeter davon verbaut sein werden. Deshalb ist für das 15-köpfige Bauteam jeder weitere wettergünstige Tag ein echter Gewinn. „Auch wenn es wohl etliche Ski- und Schlittschuhfreunde gibt, im Moment möchten wir Schnee und Eis wirklich nicht haben“, macht Torsten Voigt aus seinem Wunsch keinen Hehl. Der 46-jährige Wismarer, der im Oktober 25 Jahre bei Züblin tätig ist, hat schon ziemlich frostige Situationen erlebt.

Er möchte die Baustelle so früh wie möglich den nächsten Gewerken übergeben. Die müssen sich um den nächsten Bereich — die Oberflächenbefestigung — kümmern. Am Ende sind die Schwimmstege zu installieren, an denen möglichst zur kommenden Saison schon 20 Sportboote liegen sollen.

Ohne aufwendige Taucher-
begleitung geht da gar nichts.“Torsten Voigt, Polier

 



Hans-Joachim Zeigert

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