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Nur wenige Unternehmer fragen Landtagskandidaten

Wismar Nur wenige Unternehmer fragen Landtagskandidaten

Ein Dutzend Wirtschaftsvertreter aus dem Landkreis zeigte Interesse am IHK-Forum und den Positionen der neun anwesenden Mandatsbewerber

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Wollen für Nordwestmecklenburg in den Landtag (v. l.): Björn Griese (Die Linke), Tino Schwarzrock (Bündnis 90/ Grüne), Horst Krumpen und Simone Oldenburg (beide Die Linke), Thomas Grote (CDU), Martina Tegtmeier und Tilo Gundlack (beide SPD), Frieder Weinhold und Christiane Berg (beide CDU).

Quelle: nb

Wismar. Haben Wirtschaftsleute in Nordwestmecklenburg kein Interesse an politischer Diskussion? Gibt es keine brennenden Fragen an (künftige) Landespolitiker? Was müssen sie tun, um die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft freundlich und zuverlässig zu gestalten? Zum Forum der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwerin gestern im Wismarer Technologie- und Gewerbezentrum war lediglich ein Dutzend Vertreter aus der Wirtschaft im Landkreis gekommen. Laut Peter Todt, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer, hat die Kammer rund 8000 Mitglieder in Nordwestmecklenburg.

Anlass für das Forum unter dem Motto „Unternehmer fragen, Politiker antworten“ war die Landtagswahl am 4. September. Die IHK hatte dazu die Direktkandidaten aus Nordwestmecklenburg der zurzeit im Landtag vertretenen demokratischen Parteien eingeladen. Es kamen für die SPD Tilo Gundlack (Wahlkreis 10) und Martina Tegtmeier (Wk 28), für die CDU Frieder Weinhold (Wk 10), Thomas Grote (Wk 27) und Christiane Berg (Wk 28), für Die Linke Horst Krumpen (Wk 10), Simone Oldenburg (Wk 27) und Björn Griese ( Wk 28) sowie für Bündnis 90/Die Grünen Tino Schwarzrock (Wk 10). Birgit Hesse (SPD) sowie die grünen Bewerber Regina Groß und Mathias Engling fehlten.

Die Kandidaten sollten zu drei Themenbereichen Position beziehen. Wie stehen sie zur Kita-Förderung, Schulbildung und zur Absicherung der Berufsausbildung in Nordwestmecklenburg? Ein Fragenkomplex bezog sich auf Westmecklenburg als Wirtschaftsstandort, aufs Standortmarketing, den Breitbandausbau und die Erweiterung der Metropolregion Hamburg. Nicht zuletzt ging es um Möglichkeiten des Bürokratieabbaus und um eine bürgerfreundliche öffentliche Verwaltung.

Dr. Bernd-Dietmar Lepsow, Geschäftsführer der Basis Consulting GmbH in Wismar, Peter Dost, Geschäftsführer der HW Leasing GmbH in Wismar und Peter Todt von der IHK stellten als Moderatoren die Fragen an die Kandidaten. Das Publikum, in dem auch etliche Parteienvertreter saßen, hielt sich zurück. Lediglich Frank Speck vom Schlachtbetrieb Möllin, wollte wissen, ob es so bleiben soll, dass Förderschüler und Realschüler in einer Klasse lernen. Hintergrund seiner Frage war die Erfahrung, dass seine beiden Lehrlinge nach kurzer Zeit die Ausbildung abgebrochen haben.

Die Landtagskandidaten bezogen zu den einzelnen Themenkomplexen Stellung. Stark abweichende Positionen wurden kaum deutlich. Streit in der Sache kam nicht auf, Wahlkampf drei Monate vor der Wahl gleich gar nicht. Im Gegenteil. Beim Thema Bildung stellte Moderator Dr. Lepsow jede Menge Schnittstellen bei den Positionen fest. Als es um die Kita-Förderung ging, ließ Tilo Gundlack durchblicken, dass die SPD in der Linksfraktion wohl eher einen Koalitionspartner hätte.

Deutlich wurde, dass die drei Landtagsmitglieder, die erneut kandidieren, in der Materie stecken und tatsächlich das Land im Blick haben. Einige der übrigen Bewerber bezogen ihre Statements häufig auf die Landkreisebene oder beließen es bei der Bestandsaufnahme, sodass sie zur Stellungnahme aufgefordert werden mussten.

Viele Antworten blieben zu unkonkret, kritisierte eine Unternehmerin, die wie etliche Zuhörer das zweieinhalbstündige Forum früher verließ. Andere im Publikum vertrieben sich die Zeit zuletzt mit Literaturstudium oder mit ihrem Smartphone.

Drei Wahlkreise in NWM

Am 4. September wird der neue Landtag von Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Der Landkreis Nordwestmecklenburg wurde in drei Wahlkreise aufgeteilt:

Wahlkreis 10 umfasst das Gebiet der Hansestadt Wismar;

Wahlkreis 27 : NWM I mit der Stadt Grevesmühlen, der Gemeinde Boltenhagen, den Ämtern Grevesmühlen-Land, Klützer Winkel, Rehna und Schönberger Land;

Wahlkreis 28 : NWM II mit der Gemeinde Insel Poel, den Ämtern Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen, Gadebusch, Lützow-Lübstorf, Neuburg sowie Neukloster-Warin

Haike Werfel

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