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Schnelles Internet ab 2018?

Grevesmühlen Schnelles Internet ab 2018?

Allein 190 Millionen Euro Förderung gibt es für den Breitbandausbau im Nordwestkreis

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Mit Ruck: Im kommenden Jahr sollen die Erdarbeiten beginnen, dann sollen flächendeckend Glasfaserkabel verlegt werden.

Quelle: Foto: Kirchner/dpa

Grevesmühlen. Die Summe klingt beeindruckend, 190 Millionen Euro stehen allein an Fördermitteln für den Ausbau von schnellen Internetleitungen in Nordwestmecklenburg bereit. Der Bund hat das Geld zur Verfügung gestellt, das ab dem kommenden Jahr ausgegeben werden soll. Die Ausschreibung hat längst stattgefunden, am 15. November, also heute, endet die Frist für die Bewerber. Wie viele es gibt und welche das sind, das will Roland Finke, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, nicht preisgeben. Er ist in der Kreisverwaltung zuständig für das ehrgeizige Projekt – und Zielscheibe von reichlich Kritik. Denn so schnell wie die Datenübertragung demnächst sein soll, so zäh gestaltet sich die Vorarbeit. „Und jetzt über die Bewerber zu spekulieren, würde uns erheblich zurückwerfen“, so Finke. Dass angesichts der Größenordnung dieser Herausforderung lediglich die großen Telekommunikationsunternehmen ihren Hut in den Ring werfen beziehungsweise geworfen haben, liegt auf der Hand. Nur öffentlich diskutieren will darüber derzeit niemand. Im Dezember sollen laut Zeitplan die Verhandlungsrunden mit den Bewerben stattfinden. „Ab dem zweiten Quartal 2018 sollen dann die Bagger anrollen“, verspricht Roland Finke. Wie konkret die Umsetzung des Breitbandausbaus aussieht, das kann derzeit noch niemand sagen. „Fest steht, dass laut Ausschreibung in den Haushalten 100 mbit/sec anliegen sollen, beim Gewerbe reden wir von 1000 mbit/sec.“

 

OZ-Bild

Wir liegen im Plan, in allen Bereichen.Roland Finke, Leiter Stabsstelle Wirtschaftsförderung

Quelle: Foto: Jürgen Lenz

Wie auch immer die konkreten Zahlen der Übertragungsraten aussehen werden. Laut Roland Finke soll das Ergebnis am Ende den Landkreis in Sachen Datenleitung ganz nach vorn bringen. „Wenn Firmen ihren Mitarbeitern Homeoffice anbieten, sie aber nicht zuhause arbeiten können, weil die Leitungen das nicht hergeben, dann ist das ein Standortnachteil.“

Bestandteil der Ausschreibung sei auch, dass die Datenleitungen bis in die Haushalte gelegt werden müssen, so dass auf die Nutzer am Ende keine zusätzlichen Kosten zukommen. Die Anbieter müssen in ihren Angeboten auch darlegen, welche Preise der Endkunde zu zahlen hat. „Denn es geht bei der Entscheidung nicht darum, das billigste Angebot zu akzeptieren, sondern das beste“, erklärt der Experte.

Die endgültige Entscheidung über die Vergabe trifft zwar der Landkreis, aber der Bund muss als Fördermittelgeber ebenfalls noch grünes Licht geben.

Insgesamt wurde Nordwestmecklenburg in 14 Projektgebiete aufgeteilt. Die ersten drei sollen im kommenden Jahr die neuen Leitungen erhalten, das sind die Ämter Lützow-Bad Kleinen, Rehna und Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen.

Unklar ist bislang noch, wie weit das Netz der neuen Datenleitungen gespannt wird. Ob jeder Ortsteil auch Teil des neues Netzwerkes sein wird, das hängt von den Ausschreibungsergebnissen ab. Damit die Versorgung in der Fläche tatsächlich gewährleistet wird, dafür gibt es die Verantwortlichen in den 14 Projektgebieten. In Grevesmühlen ist das beispielsweise Bürgermeister Lars Prahler, der in Kontakt mit Roland Finke steht. Im klützer Winkel ist das Arne Longerich aus der Amtsverwaltung, im Bereich Schönberger Land Folke Behrens.

Wie Roland Finke betont, sei die Kritik am Landkreis, er hinke hinter dem Zeitplan hinterher, unberechtigt. „Wir liegen im Plan, in allen Bereichen.“

Michael Prochnow

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