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Schon zwei Firmen haben aufgegeben

Gewerbegebiet Nordwest: Cristalle Garnelen und Milltech in der Insolvenz Schon zwei Firmen haben aufgegeben

Trotz massiver Fördermittel sind nach kurzer Zeit zwei Firmen pleite

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Großer Bahnhof bei der Eröffnung der ersten Garnelenfarm im September 2014.

Quelle: Fotos: Archiv

Grevesmühlen. Das jüngste Gewerbegebiet der Stadt Grevesmühlen steht unter keinem guten Stern. Das Areal „Nordwest“ am Vielbecker Weg soll die wirtschaftliche Zukunft der Stadt prägen. Doch derzeit macht das Gewerbegebiet vor allem Negativ-Schlagzeilen. Denn neben der Garnelenfarm, die jetzt Insolvenz angemeldet hat, befindet sich eine weitere Invest-Ruine. Bereits im Frühjahr hatte das Unternehmen Milltech still und leise seinen Betrieb eingestellt – nach gerade einmal einem Jahr. Dort hatte Unternehmer Detlef Lenzen nach eigenen Angaben 2,8 Millionen Euro (inklusive Fördermittel) investiert, um aus Kabelresten Kupfer zu gewinnen. Lenzen hatte nach eigenen Aussagen ein Verfahren entwickelt, um aus den Resten, aus denen bereits die Kupferadern entfernt worden waren, noch wertvolles Buntmetall zu gewinnen. Ob das Verfahren tatsächlich funktionierte, darüber rätselt die Branche. Sämtliche Anfragen der OSTSEE-ZEITUNG, über das Verfahren zu berichten, wurden ignoriert. Inzwischen ist Detlef Lenzen abgetaucht, die Firma ist geschlossen. Auf dem Hof türmen sich noch zahllose Säcke mit Kabelresten. Wie und ob es an dem Standort weitergeht, steht in den Sternen.

OZ-Bild

Trotz massiver Fördermittel sind nach kurzer Zeit zwei Firmen pleite

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Für Grevesmühlens Bürgermeister Jürgen Ditz (parteilos) kommt die Nachricht über die Insolvenz der Garnelenfarm völlig überraschend. „Das war nicht abzusehen, wir haben kurzfristig davon erfahren“, erklärte Ditz gestern. Das Stadtoberhaupt setzt nun seine Hoffnungen in die zweite Garnelenfarm, die sich auf dem Areal befindet. „Wir hoffen, dass der Betrieb übernommen wird und es weitergeht.“

Denn die Stadt Grevesmühlen setzt auf genau diese Flächen, um die Entwicklung der Stadt voranzutreiben. Die Umgehungsstraße, die das Gebiet mit der B 105 verbindet und den Vielbecker Weg entlasten soll, wurde nur gefördert, weil weitere Firmen sich dort ansiedeln sollen. Dazu gehört auch das Getreide-Unternehmen Ceravis, das vom Börzower Weg umziehen soll. Derzeit ist die Stadt dabei, den Bebauungsplan für das Areal anzupassen, um die Errichtung von Silos und Trocknungsanlagen zu ermöglichen. Jürgen Ditz: „Ich gehe davon aus, dass Ceravis im nächsten Jahr mit dem Bau beginnt. Es läuft bislang alles nach Plan.“

In Sichtweite des Gewerbegebietes Nordwest liegt noch eine andere Industrie-Brache, die vor 15 Jahren bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Das Unternehmen Ex-Rohr hatte das ehemalige Fronerei-Gelände südlich der B 105 für seine Arbeit genutzt. Die Firma entsorgte Abfälle aus der Lebensmittelindustrie. Wie sich allerdings durch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft herausstellte, diente Ex-Rohr in erster Linie dazu, mittels gefälschter Leasings-Verträge Geschäftspartner um ihr Geld zu bringen. Inzwischen stehen auf dem Areal Solarmodule.

Die größte Pleite

2007 meldete das bis dato größte CD-Werk Europas Insolvenz an. ODS in Dassow hatte wenige Jahre zuvor eine Entwicklung offenbart, die in der Branche nur Kopfschütteln hervorrief. Aus einer maroden CD-Fabrik machte Unternehmer Wilhelm F. Mittrich ein Unternehmen, das zu Spitzenzeiten 1100 Mitarbeiter beschäftigte und europaweit die Preise auf dem CD- und DVD-Markt diktierte.

Wie sich später herausstellte, belief sich allein der Schaden, den die Staatsanwaltschaft der Firmenleitung in Rechnung stellte, auf rund 20 Millionen Euro. Unter anderem waren angeblich Maschinen mittels Fördermitteln angeschafft worden, die Dassow tatsächlich nie erreichten.

Die Angeklagten in dem aufwändigen Prozess wurden schließlich zu Bewährungsstrafen verurteilt. Das Ergebnis der Verhandlung sorgte in Nordwestmecklenburg für Empörung. Heute hat Euroimmun das Areal weitgehend übernommen.

Annett Meinke und Michael Prochnow

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