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Vom VEB zum erfolgreichen Hersteller von Büromöbeln

Schönberg Vom VEB zum erfolgreichen Hersteller von Büromöbeln

Palmberg in Schönberg legte nach der Wende erst richtig los

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„„Wir liefern jetzt schon nach Holland, Luxemburg, Belgien, Frankreich und in die Schweiz. Vor der Konkurrenz haben wir keine Angst, wir sind stark genug.“ Uwe Blaumann, Palmberg-Geschäftsführer seit 1991

Schönberg. Die Geschichte von Palmberg Büromöbel in Schönberg ist eine Erfolgsgeschichte. Eine Geschichte ohne Flecken, abgesehen von Umsatzrückgängen in den Jahren 2002 bis 2004, die aber längst aufgeholt wurden. Der Möbelbau in der Kleinstadt an der Maurine ist jedoch viel älter. In dem Buch „Möbel aus dem Norden“ von der Interessengemeinschaft Möbelkultur, schreibt Stephan Kühl, Marketingleiter bei Palmberg: „1713: die Stadt Schönberg erhielt das Privileg, das Möbeltischlerhandwerk auszuüben.“ Damit sei der Grundstock für die spätere industrielle Möbelfertigung gelegt worden.

OZ-Bild

Palmberg in Schönberg legte nach der Wende erst richtig los

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So richtig los ging es damit 1923. Die Firma Bockwoldt, die eine Tischlerei am Kalten Damm betrieb, begann auf dem Palmberg mit der Produktion von Möbeln. „In sehr bescheidenen Räumen und mit wenigen Maschinen wurden einfach Kiefernmöbel hergestellt“, schreibt Stephan Kühl. Ein Jahr später musste bereits Konkurs angemeldet werden. Ein Möbelhändler, dessen Name in dem Buch nicht erwähnt wird, erwarb den Betrieb, führte kleinere Investionen durch und startete noch im gleichen Jahr mit 25 Mitarbeitern.

Durch fleißige Tischler festigte sich der Betrieb. Bis 1939 stieg die Zahl der Mitarbeiter auf 45. Hergestellt wurden furnierte Möbel für den Wohnbereich, größtenteils in Eiche. In den Kriegsjahren, der Betriebsinhaber stand dem NS-Regime sehr nahe, kamen keine Möbel mehr aus Schönberg, sondern vorwiegend Munitionskisten.

Nach Kriegsende wurde vor allem produziert, was am dringendsten war: Doppelstockbetten, Betten und Kleiderschränke.

1952 der nächste Einschnitt: die Möbelfabrik wurde im November zum volkseigenen Betrieb (VEB) mit 66 Mitarbeitern. In dem Jahr bringt sie die Wohnzimmereinrichtung Modell „Ilse“ auf den Markt. Es ist die erste nach der Verstaatlichung. In den Folgejahren wird die Möbelfabrik um Produktionsräume und Lagerhallen erweitert. Ab 1963 fertigt der Betrieb nur noch Möbel für den Export. Großer Abnehmer ist die Sowjetunion.

Am 1. Januar 1969 schließt sich der VEB Schönberg in Ribnitz-Damgarten dem Möbelkombinat Nord an. Dem freiwilligen Verbund gehörte auch der Möbelbauer VEB Isolag aus Wismar an (die OZ berichtete).

Ab 1970 ändert sich das Profil der Schönberger Möbelbauer erneut. Jetzt werden vorrangig Schlafzimmermöbel hergestellt. Das bleibt so bis zur Wende.

Nach 1989 folgt die vielleicht aufregendste Zeit in des Möbelbaus in Schönberg. „Unmittelbar nach der Grenzöffnung wurde die Selbstständigkeit angestrebt“, heißt es in „Möbel aus dem Norden“. Der technische Leiter, Diplom-Ingenieur Uwe Blaumann, wurde von der Belegschaft beauftragt, die Interessen der Schönberger im Hauptwerk in Schwerin zu vertreten. 1990 ist das entscheidende Jahr. „Nach langwierigen Verhandlungen kam die Zusage, dass per 1. September die Palmberg-Möbel GmbH, die bis dato zu 100 Prozent in den Händen der Treuhand war, aus dem Schweriner Möbelwerk herausgelöst wird“, schreibt Stephan Kühl. Uwe Blaumann wurde Geschäftsführer und er ist es bis heute.

Anfang 1991 begann das Unternehmen mit der Produktion von Büromöbeln. In den nächsten Jahren wurde modernisiert, vergrößert und das Arbeiten flexibler gestaltet. 1999 entstanden eine 2550 Quadratmeter große Fertigungshalle und ein Heizkraftwerk, in dem die anfallenden Holzabfälle verbrannt und zur Wärmegewinnung genutzt werden. Bis 2002 folgten der Neubau der Vorfertigungshalle, des Verwaltungs- und Ausstellungsgebäudes sowie eines neuen Bürotraktes.

Gleichzeitig wird die Produktvielfalt erweitert. 2008 belegte Palmberg bei der Umfrage eines branchenunabhängigen Informationsdienstes im Gesamtranking der Büromöbelhersteller den zweiten Platz. 2011 gewann eine variable Lösung für Konferenzräume zwei begehrte Designpreise. 2013 wird Uwe Blaumann von Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe als Unternehmerpersönlichkeit des Jahres ausgezeichnet. Der Umsatz von Palmberg liegt inzwischen bei 73 Millionen Euro. Und er steigt weiter. Für 2016 peilt das Unternehmen die Marke von 93 Millionen Euro an. Mehr als 500 Menschen arbeiten mittlerweile für Palmberg. Und für Uwe Blaumann gilt noch immer, was er schon 1998 gesagt hat: „Der Mensch steht bei uns im Mittelpunkt.“ Und das sind nicht nur die Kunden, das ist eben auch der Mitarbeiter.

Das Buch: „Möbel aus dem Norden“, Interessengemeinschaft Möbelkultur Mecklenburg-Vorpommern, Hardcover, 256 Seiten, Preis: 23,95 Euro, erhältlich bei den Buchhandlungen Hugendubel und Peplau in Wismar

Sylvia Kartheuser

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