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Wirtschaft WFG: Weg frei für einen Neuanfang
Mecklenburg Grevesmühlen Wirtschaft WFG: Weg frei für einen Neuanfang
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00:01 26.05.2016

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) in Nordwestmecklenburg startet einen Neuanfang. Das hat der Kreistag beschlossen. Landrätin Kerstin Weiss (SPD) wurde damit beauftragt, bis zur Sitzung im Juli eine Beschlussvorlage zu erarbeiten, die zur „Etablierung einer effizienten Wirtschaftsförderung“ beitrage. Damit wurde dem gemeinsamen Antrag der Fraktionen CDU und SPD zugestimmt – wenn auch nur mit einer knappen Mehrheit. Denn die weiteren Fraktionen sehen andere Wege.

Die Linken haben sich beispielsweise für eine Auflösung der bestehenden WFG ausgesprochen und plädierten für die Gründung einer GmbH zum wirtschaftlichen Standortmarketing. „Wir müssen reinen Tisch machen“, erklärte Reinhard Sieg den Vorschlag seiner Partei. „Wir brauchen eine Auflösung, nicht ein Sterben auf Raten!“ Seiner Meinung nach wäre das kein Imageschaden, sondern ein klares Bekenntnis, etwas Besseres zu schaffen. „Wir wollen einen echten Neuanfang!“ Zudem brauche eine neue Gesellschaft ein höheres Budget, um mehr Spielraum zu haben. Der Vorschlag der Linken wurde mehrheitlich abgelehnt. „Auch wir wollen einen Neuanfang. Doch so einfach lässt sich solch eine Gesellschaft nicht löschen“, so die Erklärung von Thomas Grothe (CDU).

Folgende Grundsätze für die Neuausrichtung wurden der Landrätin mit auf den Weg gegeben: „Die künftige Wirtschaftsförderung im Landkreis soll als Mischform zwischen Verwaltung und einer GmbH organisiert werden“, heißt es. Zudem soll ein Aufsichtsrat eingerichtet werden wie auch die Stelle eines Verwaltungslotsen. Die Gesellschaft solle wieder selbst die Hauptaufgaben der Wirtschaftsförderung wahrnehmen Die Fraktion Grüne/Liberale/Familie war von keinem der Vorschläge angetan. „Einer von CDU und SPD vorgeschlagenen Mischform aus verwaltungsseitigem Agieren und einer Wiederbelebung der noch am Tropf des Landkreises dahinvegetierenden Gesellschaft steht unsere Fraktion äußert skeptische gegenüber“, sagte René Domke. „Auch macht es keinen Sinn, eine Gesellschaft zu liquidieren, um die nächste mit noch höheren Zuschüssen wieder aufzubauen“, kritisierte er. „Erst wenn ein klares Ziel formuliert ist, sollte die Entscheidung über die Struktur getroffen werden. Alles andere sind reine Lippenbekenntnisse“, so Domke.

Dietmar Hocke (LUL) stellte die WFG generell infrage. „Wir haben gefestigte Strukturen, unsere Unternehmen haben ihren Weg gefunden, die kreiseigene Wirtschaftsfördergesellschaft geht in der Bedeutungslosigkeit unter“, meinte er. „Spielt Geld denn keine Rolle? Wollen wir uns nach der Einführung des neuen Nahverkehrsplans gleich in das nächste Abenteuer stürzen?“ Seine Fraktion sehe keinen finanziellen Spielraum für diese freiwillige Leistung des Landkreises. „Eine schlanke, gut funktionierende Verwaltung, die sich als Dienstleister in der Region versteht, ist die beste Wirtschaftsförderung“, sagte Hocke.

Landrätin Kerstin Weiss (SPD) sieht den gefassten Beschluss als „neue, gute Marschrichtung“. Wichtig sei es, die WFG freizumachen von Altlasten. „Sonst drehen wir uns in einem Hamsterrad“, prophezeite sie. Entscheidend sei, für die Zukunft auch die Zusammenarbeit mit dem Pendant in Lübeck zu verbessern. „Und dafür brauchen wir eine schlagkräftige WFG.“

Vanessa Kop

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