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Grevesmühlen Wismar zahlt Millionen nach German-Pellets-Insolvenz
Mecklenburg Grevesmühlen Wismar zahlt Millionen nach German-Pellets-Insolvenz
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00:00 14.08.2017

Nach der German-Pellets- Pleite im Februar 2016 hat Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde die ersten Millionen für die Gläubiger eingetrieben – von der Hansestadt Wismar.

Die German-Pellets-Pleite zieht noch immer Kreise. Quelle: Foto: Archiv

Zwei Anläufe

Der Vergleich zwischen der Hansestadt Wismar und der Insolvenzverwaltung hat zwei Anläufe

gebraucht. Ein erstes Angebot

vonseiten der Stadt hatte keine

Zustimmung gefunden.

Wie Schmudde über eine Sprecherin mitteilen ließ, habe sie nach „komplexen Verhandlungen“ die Stadt vom Anspruch der Insolvenzverwaltung überzeugen können. Ein erstes Angebot Wismars habe sie ablehnen müssen. 2,6 Millionen Euro zahlt die Hansestadt nun auf das Konto der Insolvenzverwaltung – ein entsprechender Vergleich sei geschlossen worden.

Schmudde zufolge handelt es sich bei dem Geld um die Erstattung von Steuerzahlungen zwischen Juli 2014 und Februar 2016. Auf Grund von schleppenden Steuerzahlungen und Stundungsbitten hätte die Stadt wissen müssen, dass German Pellets bereits im Sommer 2014 insolvenzreif gewesen sei.

Tatsächlich soll Peter H. Leibold nach OZ-Informationen seine Gewerbesteuern zwar unregelmäßig, am Ende aber immer gezahlt haben. Eine Praxis, die in Unternehmerkreisen nicht selten ist. Auch in Wismar. Noch heute ist auf der Internetseite des Unternehmens zu lesen, wie erfolgreich das Geschäftsjahr 2014 verlief: Demnach hatte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 49,3 Millionen Euro auf 50,2 Millionen Euro erhöht. Anfang 2015 hatte German Pellets dann das Geschäft der Nord Energie übernommen. Im selben Jahr investierte Peter H. Leibold vier Millionen Euro in das US-amerikanische Pelletwerk in Woodville. Das ist inzwischen auch insolvent. Im Januar 2016 dann verdichteten sich die Anzeichen dafür, dass German Pellets eine im April fällige Anleihe über 52 Millionen Euro nicht zurückzahlen würde können. Einen Monat später folgte der Insolvenzantrag. Rund 75000 Gläubiger warten auf insgesamt 500 Millionen Euro, darunter etwa 17 000 zumeist Kleinanleger.

Die 2,6 Millionen Euro von der Hansestadt sind da nur die sprichwörtlichen „peanuts“. Die Stadt selbst will sich weder zum Vergleich noch zur Summe äußern und beruft sich auf das Steuergeheimnis. Die Bürgerschaft hatte Ende Juli dem Vergleich zugestimmt.

Woher Wismar die 2,6 Millionen Euro nimmt, ließ Pressesprecher Marco Trunk offen. „Auch darüber können wir im Zusammenhang mit dem Steuergeheimnis nichts sagen.“ Weil das Geld im Nachtragshaushalt nicht ausgewiesen ist, bleiben im Grunde nur höhere Steuereinnahmen, mit denen die ungeplante Ausgabe von 2,6 Millionen Euro ausgeglichen werden kann.

Peter H. Leibold macht unterdessen dort weiter, wo er im Februar des vergangenen Jahres aufgehört hat. Mit dem Kauf der ehemaligen Woodox-Werke in Sachsen und Sachsen-Anhalt im Dezember vergangenen Jahres mischt er wieder mit im internationalen Pellet-Geschäft. Offene Rechnungen und Mahnungen gehören dabei ebenso zum Geschäft wie die Pellets selbst (die OZ berichtete).

Nicole Buchmann

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