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Wismarer setzt sich für Wölfe ein

Wismar Wismarer setzt sich für Wölfe ein

Hungrige Gesellen, die Mädchen mit roten Kappen und einsame Geißlein zum Fressen gern haben. Zähnefletschende Bestien auf der Suche nach frischem Fleisch.

Wismar. Hungrige Gesellen, die Mädchen mit roten Kappen und einsame Geißlein zum Fressen gern haben. Zähnefletschende Bestien auf der Suche nach frischem Fleisch.

 

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Wolfsexperte Jörg Piehl

Quelle: Fotos: Wiaterek/lenz
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Ulf-Peter Schwarz, Kreisjagdverband

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Wolfsexperte Jörg Piehl

Quelle: Fotos: Wiaterek/lenz
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Ulf-Peter Schwarz, Kreisjagdverband

Zottelige Ungeheuer, die ihren Opfern in Wäldern auflauern. Legenden und Vorurteile gegenüber Wölfen halten sich hartnäckig. Jörg Piehl kann die Ängste und Vorurteile nicht verstehen. Die Tiere, die seit gut 15 Jahren wieder durch Deutschland streifen, „sind intelligent, sozial und unverzichtbar für das ökologische Gleichgewicht“, betont der Wismarer, der sich seit vier Jahren im Freundeskreis freilebender Wölfe engagiert, einem in mehreren Bundesländern agierenden Verein.

Jörg Piehl setzt sich gemeinsam mit weiteren Tierschützern dafür ein, dass die Wolfspopulation wachsen und sich in einer für sie sicheren Umgebung ausbreiten kann. „Der Wolf ist kein Kuscheltier, aber auch kein Bösewicht“, erklärt der 64-Jährige. Natürlich weiß der Heizungs- und Sanitärmeister um Konflikte, „etwa mit Jägern, die mit den Wölfen um das Wild konkurrieren“. Und er kann Schäfer verstehen, die sich um ihre Lämmer sorgen und in neue Zäune investieren müssen. „Aber deshalb dürfen wir Menschen doch nicht schon wieder anfangen, die Wölfe auszurotten“, mahnt Jörg Piehl.

Der Experte hat sich unter dem Dach seines Hauses eine „Wolfshöhle“ eingerichtet. In Regalen stehen Fachbücher, daneben Zeitschriften mit Artikeln über Canis lupus, so die lateinische Bezeichnung für den Wolf. An der Wand hängen Fotos der Raubtiere. Wenn Jörg Piehl mit Kindern über Isegrim spricht, nutzt er auch gerne seine Modelle mit europäischen Wolfsrudeln. Jörg Piehl ist es wichtig, die Bevölkerung über das Leben der Wölfe aufzuklären, ein realistisches Bild zu vermitteln. Um noch mehr Menschen zu erreichen, möchte der Hansestädter ein Netzwerk knüpfen. Zu den Tierheimen in Dorf Mecklenburg und Roggendorf gebe es bereits Kontakte, ebenso zum Lottihof in Seefeld bei Mühlen Eichsen, zu Schulen, Jagdpächtern, Jägern und Wolfsberatern. Piehl hofft auf weitere Mitstreiter, er will seinen Verein zukünftig noch öfter präsentieren, etwa mit Infoständen. Ein großer Wunsch wäre ein Naturtag mit vielen Informationen.

Auch Ulf-Peter Schwarz, Sprecher des Kreisjagsverbandes Nordwestmecklenburg, hat keine Angst vor den heulenden Neuankömmlingen. „Wir Jäger sind entspannt.“ Schließlich sei der Landkreis kein Wolfserwartungsgebiet. „Wir sagen aber auch, ohne Panik verbreiten zu wollen, dass der Wolf ein Großraubtier ist. Wenn sich die Population in anderen Gebieten erhöht, ist es möglich, dass Tiere früher oder später zu uns kommen und es zu Konflikten mit Menschen kommen kann“, so der Waidmann aus Plüschow, der sich in diesem Zusammenhang „ehrliche Antworten von Wissenschaftlern“ wünscht. „Es ist ein Lernprozess. Wir müssen darüber reden und akzeptieren, dass diese Raubtiere auch eine Gefahr sein können. Dann finden wir auch einen Weg, wie wir in der Zukunft mit ihnen leben können.“

Die meisten Wölfe, die in Deutschland gesichtet wurden, wandern aus dem Osten ein. In Mecklenburg-Vorpommern soll es Rudel in der Ueckermünder und der Lübtheener Heide geben. Außerdem wurden einige „Durchzügler“ gesichtet. Für Jörg Piehl ist es nur eine Frage der Zeit, bis die scheuen Waldbewohner auch in Nordwestmecklenburg heimisch werden.

Von Norbert Wiaterek

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