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Wohl und Wille von Kindern an erster Stelle

Gressow Wohl und Wille von Kindern an erster Stelle

Pflegeelternverein Nordwestmecklenburg hat die Aufnahme in den Paritätischen Wohlfahrtsverband MV beantragt

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Johannes Weisheit und Käte Wischeropp vom Vorstand des Pflegeelternvereins NWM in Gressow während einer Besprechung.

Quelle: Foto: Annett Meinke

Gressow. Seit einem Jahr gibt es den Pflegeelternverein Nordwestmecklenburg. 28 Mitglieder hat er derzeit und „schon viel erreicht“ – erzählt Käte Wischeropp, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Vereins.

Am Freitag, 28. April, entscheidet der Paritätische Wohlfahrtsverband Mecklenburg-Vorpommern auf seiner Hauptsitzung in Schwerin über die Aufnahme des Vereins in seinen Verbund. „Wie es aussieht, wird es keine Probleme geben“, sagt Johannes Weisheit, Vorstandsvorsitzender des Pflegelternvereins. Die Vorteile einer Zugehörigkeit zum Wohlfahrtsverband liegen auf der Hand – die Anliegen der Pflegeeltern im Landkreis könnten mit breiterer Unterstützung transportiert werden. „Wir erhalten dann jede Unterstützung vom Dachverband, auch was rechtliche Fragen angeht“, so Weisheit. Eines der wichtigsten Anliegen des Vereins, so Weisheit und Wischeropp, sind das „Kindeswohl und der Kindeswille“. Die Prämisse des Jugendamtes des Landkreises, in erster Linie alles dafür zu tun, dass Pflegekinder zu ihren leiblichen Eltern zurückkehren, halten die Vereinsmitglieder nicht in jedem Fall für richtig.

„Pflegekinder, die sich von Baby an und über viele Jahre in einem fördernden Umfeld stabilisiert haben und plötzlich wieder zu den leiblichen Eltern zurückmüssen – obwohl sie selbst es ausdrücklich nicht wünschen“, sagt Weisheit, „werden durch Jugendamtsentscheidungen, die keinerlei Rücksicht auf den Kindeswillen und emotionale Bindungen nehmen, retraumatisiert.“ Der Verein versteht sich als Anlaufstelle für alle Pflegeeltern im Landkreis, die sich beraten lassen, austauschen oder sich auch einfach nur mit ihren Pflegekindern begegnen wollen. „Im vergangenen Jahr haben wir gemeinsam Feste gefeiert, es gab Informationsveranstaltungen“, so Käthe Wischeropp. Schade finden sie und Weisheit, dass die insgesamt 90 Pflegefamilien im Landkreis über den Pflegekinderdienst nicht von den Veranstaltungen des Vereins informiert werden. Aus diesem Grund verweisen sie noch einmal auf ihre Webseite im Internet und die Kontaktdaten.

„Es kann sich jedes Pflegelternteil an uns wenden, egal ob Mitglied im Verein oder nicht“, betont Johannes Weisheit. Der Vorsitzende, dessen Pflegesohn vor ein paar Wochen zur leiblichen Mutter zurückkehren musste, „gegen seinen Willen“, wie Weisheit betont, will sich dennoch weiterhin für den Pflegeelternverein engagieren.

Problematisch aus Sicht des Pflegeelternvereins ist auch, dass im Landkreis Nordwestmecklenburg der Pflegekinderdienst direkt zum Landkreis gehört. In anderen Landkreisen oder Kommunen haben soziale Träger häufig diese Aufgabe übernommen, wie zum Beispiel die Diakonie oder die Arbeiterwohlfahrt. „Das ist besser, nicht nur, was die Stellenausstattung des Dienstes angeht, auch weil bei Konflikten eine Art vermittelnde Instanz zwischen dem Jugendamt und den Pflegeeltern existiert. “, so Weisheit. Der Fakt, dass Jugendamt und Pflegekinderdienst in Nordwestmecklenburg jeweils in der direkten Verantwortung des Landkreises ständen, würde Ängste bei Pflegeeltern schüren.

Am 4. Mai, um 19.30 Uhr findet im Gressower Pfarrhaus – dem Sitz des Vereins – eine öffentliche Versammlung statt, an der jeder Interessierte teilnehmen kann. Isabelle Kaiser vom Paritätischen Wohlfahrtsverband MV, zuständig für den Bereich Kinder, Jugend, Bildung, wird sich vorstellen. Zurzeit sucht der Verein auch einen Anwalt oder eine Anwältin zur beratenden Unterstützung.

Kontakt: Pflegeelternverein NWM, Grevesmühlener Str. 15, 23968 Gressow, ☎ 03 84 1 / 61 62 27, Internet: www.pflegeelternverein-nwm.de

Annett Meinke

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