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Wohnungsgenossenschaft mit neuem Vorstand

Grevesmühlen Wohnungsgenossenschaft mit neuem Vorstand

Nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eskalierte die Situation in der Genossenschaft Ende vergangenen Jahres / Der alte Vorstand verließ das Unternehmen

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Der Vorstandswechsel und seine Umstände brachten vorübergehend Unruhe in die Wohnungsgenossenschaft Grevesmühlen.

Quelle: Annett Meinke

Grevesmühlen. Von der Öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt vollzog sich in der Wohnungsgenossenschaft Grevesmühlen (WGG) ein kompletter Vorstandswechsel. Wie jetzt bekannt wurde, verließen ein hauptamtlicher Vorstand und die beiden nebenamtlichen Vorstände bereits Ende des Jahres 2015 die Genossenschaft. Zum Ende Februar 2016 folgte ihnen – nach längerer Krankheit – das letzte verbliebene hauptamtliche Vorstandsmitglied.

Wir freuen uns, dass wir mit Sabine Streit eine bewährte Kraft gewonnen haben.“Elfriede Quedenbaum, Aufsichtsrat WGG

Vorausgegangen war dieser Entwicklung offensichtlich ein Konflikt zwischen dem alten Vorstand und dem Aufsichtsrat. Er eskalierte bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im September vergangenen Jahres. Laut Satzung der Genossenschaft müssen mindestens zehn Prozent der Genossenschaftsmitglieder der Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zustimmen. Nach der OZ vorliegenden Informationen von Genossenschaftsmitgliedern – die bei der Versammlung anwesend waren, namentlich jedoch nicht genannt werden möchten – verschärfte sich die Situation mehrfach. Sogar die Polizei sollte kurzfristig zum Einsatz kommen, um laut Satzung der Wohnungsgenossenschaft nicht redeberechtigte Personen aus dem Luise-Reuter-Saal des Vereinshauses entfernen zu lassen.

Diskussionen unter den Anwesenden lösten die Offenlegung der monatlichen Bezüge der Aufsichtsratsmitglieder durch den alten Vorstand aus. Ein weiterer Diskussionspunkt bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung war die gewerbliche Nutzung einer genossenschaftlichen Wohnung durch ein Aufsichtsratsmitglied.

Hintergrund der Offensive in Richtung Aufsichtsrat sollen unter anderem höhere Gehaltsforderungen des alten Vorstands gewesen sein, denen der Aufsichtsrat nicht komplett entsprechen wollte. Mehrere Genossenschaftsmitglieder sprachen der OZ gegenüber zudem von Eingriffen des Aufsichtsrates in die Arbeits- und Entscheidungsbefugnisse des alten Vorstandes. Ein Mediationsverfahren, das zum Ende der außergewöhnlichen Mitgliederversammlung beschlossen wurde – mit dem Ziel, Vorstand und Aufsichtsrat einander wieder anzunähern – scheiterte. Der ehemalige Vorstand wollte sich zu den von Genossenschaftsmitgliedern berichteten Sachverhalten und zum Verlassen des Unternehmens gegenüber der OZ nicht äußern.

Der Aufsichtsrat der WGG teilte zu den Vorgängen im Unternehmen mit: „Da entsprechend unserer Satzung der Aufsichtsrat über alle vertraulichen Angaben und Geheimnisse der Genossenschaft sowie der Mitglieder und Dritten, die ihnen durch die Tätigkeit im Aufsichtsrat bekannt geworden sind, Stillschweigen zu bewahren hat – Gleiches trifft auch für Vorstandsmitglieder zu – können diesbezüglich keine weiteren Angaben gemacht werden.“

Zur neuen Personalie im Unternehmen erklärte Aufsichtsratsmitglied Elfriede Quedenbaum im Auftrag des Aufsichtsrates: „Da ein ordnungsgemäßer Geschäftsbetrieb der Genossenschaft nicht mehr gegeben war, hat der Aufsichtsrat satzungsgemäß einen neuen Vorstand bestellt.“ Hauptamtlicher Vorstand der Wohnungsgenossenschaft ist seit Anfang des Jahres Sabine Streit. Nebenamtlicher Vorstand wurde Juliane Ziffus. Zunächst – und so findet es sich zurzeit auch noch auf der Webseite der Wohnungsgenossenschaft – war auch das Aufsichtsratsmitglied Doris Neitzel in den Vorstand gewechselt. Neitzel war im Jahr 2015 in den Aufsichtsrat gewählt worden und soll dort auch wieder eine Funktion übernehmen. Der Wechsel eines Aufsichtsratsmitgliedes in den Vorstand ist vom Aufsichtsrat mit der konkret bedrohlichen Arbeitssituation, in der sich die Genossenschaft Anfang des Jahres plötzlich wiederfand, begründet worden. Der neue hauptamtliche Vorstand, Sabine Streit, bestätigt:„Ich musste die Geschäfte ohne eine vernünftige Übergabe von heute auf morgen übernehmen. Der Geschäftsabschluss für das Jahr 2015 stand vor der Tür.“

Zur Entwicklung der Situation in der WGG seit Berufung des neuen Vorstands erklärte Elfriede Quedenbaum: „Wir freuen uns, dass wir mit Sabine Streit eine bewährte Kraft gewonnen haben.“ Streit hat bereits von 2003 bis 2009 für die Wohnungsgenossenschaft gearbeitet. In den letzten Jahren war die 63-Jährige in Lübeck im Bereich Immobilienmanagement und Wohnungsverwaltung tätig. Inzwischen, so der Aufsichtsrat, sei wieder Ruhe in die WGG eingekehrt. Bei der vergangenen Mitgliederversammlung am 22. Juni sei den Genossenschaftsmitgliedern zu den Umständen der Neustrukturierung des Vorstandes und des Aufsichtsrates umfassend berichtet worden. Die endgültigen Personalien im Aufsichtsrat und im Vorstand werden auf der Webseite des Unternehmens aktualisiert, wenn die Eintragung ins Genossenschaftsregister vorliegt.

Die WGG

Die Wohnungsgenossenschaft vermietet 550 Wohnungen in Grevesmühlen, Schönberg, Klütz und Dassow. Als Gründungsjahr gilt das Jahr 1957. Anfänge der Genossenschaft lassen sich bis 1928 zurückverfolgen. Die Umwandlung der ehemaligen AWG in die Wohnungsgenossenschaft Grevesmühlen eG erfolgte im Jahr 1991. Der Genossenschaftsgedanke steht im Vordergrund: dauerhaftes Wohnrecht, bezahlbarer Wohnraum in guter Wohnqualität, harmonisches Zusammenleben mehrerer Generationen und Mitspracherecht eines jeden Mitglieds.

Annett Meinke

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