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Grevesmühlen Nach wenigen Jahren haben Radwege Schäden
Mecklenburg Grevesmühlen Nach wenigen Jahren haben Radwege Schäden
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11:32 05.11.2018
Am Ortseingang von Damshagen sind unter dem Radweg an der Landesstraße Wurzeln gewachsen, die den Asphalt beschädigt haben. Quelle: MALTE BEHNK
Klütz

Der Klützer Winkel ist eine beliebte Urlaubsregion. Viele Besucher erkunden das Gebiet an der Ostsee mit dem Fahrrad. Das Radeln ist in den vergangenen Jahren auch sicherer geworden, nachdem neue Radwege gebaut wurden, die nun von Klütz aus nach Grevesmühlen, nach Boltenhagen und über Wohlenberg bis nach Wismar führen. Doch nach nicht einmal zehn Jahren haben diese Asphaltwege schon so erhebliche Schäden, dass mit Warnschildern darauf hingewiesen werden muss.

„Das ist sehr ärgerlich“, sagt der Klützer Stadtvertreter Peter Ellenberg, der sich mit dem Verein Wegefreunde lange für den Bau neuer Radwege eingesetzt hat und immer noch für die Lückenschlüsse der Radwege zwischen Klütz und Dassow kämpft. „In der Hauptsache scheinen die Schäden durch Wurzeln verursacht zu sein. Sie drücken selbst Asphalt und Beton nach oben“, vermutet Ellenberg. Tatsächlich haben sich im Radweg am Klützer Ortsausgang Richtung Christinenfeld etliche Beulen gebildet und es gibt kleine Löcher im Asphalt. Sie sind noch keine großen Hindernisse, können aber mit der Zeit zum Beispiel durch Frostsprengung zu größeren Schäden führen.

Unter dem Radweg an der Landesstraße bei Klütz wachsen Wurzeln, die den Asphalt hochdrücken. Quelle: MALTE BEHNK

Am Ortseingang von Damshagen ist der Asphalt quer über den Radweg aufgewölbt. Hier könnten dicke Baumwurzeln verantwortlich sein, die sich unter dem Radweg heben. An dieser Stelle sind die Wülste so dick, dass sie ein Hindernis bilden. Deswegen wurde ein Warnschild am Radweg aufgestellt.

Am Ortseingang von Damshagen sind unter dem Radweg an der Landesstraße Wurzeln gewachsen und haben die Fahrbahn beschädigt. Quelle: MALTE BEHNK

Ärgerlich sind diese Schäden auch, weil für den Bau der Radwege Steuergeld ausgegeben wurde. Allein ein sieben Kilometer langer Bauabschnitt hat 944 000 Euro gekostet.

„Es ist eher ungewöhnlich, dass sich solche Schäden im Zeitraum von sechs Jahren einstellen. Festzustellen ist jedoch, dass es im Jahr 2012 noch nicht Regelbauweise war, Wurzelschutzfolie am Rand von Radwegen einzubauen. Dieses Verfahren hat sich erst in den vergangenen Jahren etabliert. Leider gibt es noch zu wenig Baufirmen, die den maschinellen Einbau von Wurzelschutzfolie vornehmen“, erklärt eine Sprecherin des Ministeriums für Energie und Infrastruktur, das für den Straßenbau in Mecklenburg-Vorpommern zuständig ist, auf Anfrage. Aktuell laufe eine Prüfung, ob die Schäden natürliche Ursachen haben oder auch ein Fremdverschulden in Betracht kommt. Wenn das geklärt ist und damit auch die Frage, ob das Land die Reparaturen komplett selber zahlen muss, sollen die Radwegschäden kurzfristig behoben werden.

Folie schützt Wege vor Wurzeln

Wurzelschutzfolie behindert nicht das Wachstum der Wurzeln, sondern die Wurzeln werden umlenkt und von der Fahrbahn fern gehalten. Dabei wachsen die Wurzeln vorrangig horizontal in der gleichen Ebene weiter. In der Regel reicht es aus, eine Wurzelschutzfolie 65 Zentimeter tief einzubringen. Um ein Überwachsen zu verhindern muss der Wurzelschutz bündig mit der Oberfläche eingebaut werden. Dabei ist zu beachten, dass die Folie faltenfreiverlegt wird, um die Folie nicht zu beschädigen und den Wurzeln keine zusätzlichen Angriffspunkte zu bieten. Wird die Wurzelschutzfolie richtig eingebaut, geben Hersteller 25 Jahre Garantie gegen Durchwurzelung. Aufgrund des hohen Anteils an Handarbeit traten bei der Verlegung häufig Fehler auf.

Auch im Ostseebad Boltenhagen hatte es in den vergangenen Jahren Probleme mit Wurzeln gegeben, die durch den Asphalt drückten. An der Mecklenburger Allee hatten die Pflanzen 2015 den Weg so hoch aufgewölbt, dass er für Radfahrer gefährlich wurde. Dort waren die Schäden bereits fünf Jahre nach dem Bau des Radwegs aufgetreten.

An den Landesstraßen bei Klütz und Damshagen gibt es Schäden durch Wurzeln in den Fahrbahnen der Radwege. Sie wurden 2010 und 2012 fertiggestellt. Vermutlich wurde keine Wurzelschutzfolie benutzt.

Zuletzt wurde im Klützer Winkel ein Radweg-Teilstück an der Landesstraße 01 bei Grundshagen neu gebaut. Es ist Teil der Strecke von Klütz nach Dassow. Für den Radwegbau, der dort wegen aufwendiger Grundstücksverhandlungen in mehrere Bauabschnitte geteilt ist, plant das Land Kosten von etwa 1,9 Millionen Euro ein.

Malte Behnk

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