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Grevesmühlen Wer erlebte Tieffliegerangriff über Grevesmühlen?
Mecklenburg Grevesmühlen Wer erlebte Tieffliegerangriff über Grevesmühlen?
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14:46 08.11.2018
Eckart Redersborg Buch Arpshagen Eckart Redersborg (81) beschäftigt sich seit Jahren mit der Geschichte Grevesmühlens und anderer Orte. Quelle: JANA FRANKE
Grevesmühlen

Eigentlich konnte es Grevesmühlens Ortschronist Eckart Redersborg kaum glauben, als er davon erfuhr. Ein Historiker aus dem baden-württembergischen Balingen machte ihn darauf aufmerksam. Veröffentlicht fand dieser eine Erzählung über einen Todeskandidaten, dem bei einem Tieffliegerangriff im April 1945 bei Grevesmühlen die Flucht gelang. In dem Buch heißt es: „Heinz Kucharski wurde nach der Urteilsverkündung ins Untersuchungsgefängnis zurückgebracht. In der Nacht vom 20. zum 21. April ging er zusammen mit vier tschechischen Todeskandidaten auf Transport zur Exekution im Zuchthaus Bützow-Dreibergen - in Hamburg fanden seit Ende 1944 keine Hinrichtungen mehr statt. Bei Grevesmühlen geriet der Zug in einen britischen Tieffliegerangriff. Der begleitende Wachmann erlitt eine schwere Verletzung, und die Gefangenen konnten in der allgemeinen Panik entkommen. Während die vier Tschechen wieder ergriffen wurden, gelang Heinz Kucharski die Flucht zur sowjetischen Armee."

Es gibt aber auch eine etwas abweichende Version dieses Ereignisses. In einer anderen Veröffentlichung heißt es unter anderem: „Kucharski wird am 17. April 1945 wegen Hochverrats et cetera zum Tode verurteilt, es ist das letzte Todesurteil in der Geschichte des Volksgerichtshofes. Im zerstörten Hamburg kann es nicht mehr vollstreckt werden, so wird er, zusammengefesselt mit einem kleinen Schwarzmarkthändler, gen Osten in das Zuchthaus Bützow-Dreibergen gefahren, die Reichsbahn bringt sie hin. Während eines britischen Luftangriffes auf den Zug können sie fliehen.“

„Aus heutiger Sicht ist dieses Ereignis unvorstellbar. Ein Wachmann bringt Todeskandidaten per Eisenbahn zur vorgesehenen Hinrichtung“, resümiert Eckart Redersborg. Und doch hat es stattgefunden? Der Verurteilte, so seine Information, starb erst im Jahr 2000. Nicht nur der Historiker aus Baden-Württemberg sondern auch Eckart Redersborg selbst ist an dieser Geschichte sehr interessiert. Wo genau mag dieser Tieffliegerangriff zwischen Grevesmühlen und Bad Kleinen stattgefunden haben? Wer Hinweise geben kann, möge sich bitte bei Eckart Redersborg unter der Telefonnummer 03881/2961 oder per E-Mail (e.redersborg@t-online.de) melden.

Jana Franke

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