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Zu wenige Lehrer in Schulen

Wismar Zu wenige Lehrer in Schulen

Ein Lehrkräftemangel macht Wismarer Grundschulen zu schaffen. Dies ergab eine Umfrage der OZ. „Wenn alle Kollegen da sind, dann läuft es gut“, so Christa Schulz, Schulleiterin der Grundschule Friedenshof.

Wismar. „Fällt jedoch schon eine Lehrkraft aus, haben wir ein Problem.“ Ähnliches Bild bei den anderen Schulen. „Wird ein Kollege krank, gestaltet es sich schwierig, den Unterrichtsplan aufrecht zu erhalten“, sagt Simona Pohl von der Fritz-Reuter-Schule. „Eine normale Krankschreibung können wir überbrücken. Dann müssen andere Lehrer die Klassen für diese Zeit übernehmen.“

Anke Bollbuck, stellvertretende Schulleiterin der Rudolf-Tarnow- Schule, ist zur Zeit auf der Suche nach einem Vertretungslehrer: „Seit Weihnachten haben wir einen Ausfall durch eine Langzeiterkrankung. Eine Vertretung zu finden ist schwer.“ In solchen Fällen bekommen die Schulen externe Unterstützung durch Vertretungslehrer. Bisher habe die Rudolf-Tarnow-Schule jedoch noch keinen gefunden. „Der Bedarf an Lehrkräften ist da, nicht nur für Vertretungen“, sagt Anke Bollbuck. „Man darf nicht vergessen, dass nicht alle Lehrer voll arbeiten.“

Gerade älteren Kollegen verkürzen oft die Arbeitszeit, da die Belastung zu hoch sei. „Im Sommer werden neue Referendare abschließen, doch das ist nicht die Masse“, weiß Bollbuck. Auch Christiane Reetz, Leiterin der Grund- und Regionalschule auf Poel, fehlt der Nachwuchs. „Von unseren 18 Lehrern sind 12 Kollegen über 50“, sagt sie und ergänzt: „Bisher geht das noch. Aber wer weiß, wie das in den nächsten Jahren wird. Wir arbeiten länger, aber die Belastung bleibt.“ Sie befürchte in Zukunft mehr Krankentage. An ihrer Grundschule arbeiten vier Lehrer mit vier Klassen — ein Ausfall ist gravierend. Für Carsten Dieste vom Kreiselternrat Nordwestmecklenburg ist der Lehrermangel akut. Ein großes Problem sehe er im sogenannten Lehrertourismus: „Es gibt Lehrer, die an mehreren Schulen unterrichten und lange Wegstrecken überwinden müssen“, erklärt Dieste. So an der Seeblick-Grundschule: „Da wir 2012 den höchsten Krankenstand im Umkreis hatten, wurde uns eine zusätzliche Lehrkraft zugeteilt“, erklärt Ines Feldt, stellvertretende Schulleiterin. „Diese ist an 15 Schulen im Einsatz und einen Tag in der Woche bei uns.“ Für die Schule sei das eine Entlastung, von der Lehrerin werde jedoch eine enorme Flexibilität erwartet. Damit nicht genug: „Durch den Mangel kommt es zu Einstellungen von nicht fachgerecht ausgebildeten Lehrkräften“, merkt Christiane Reetz an. „Ich sehe darin die Gefahr, dass das Ansehen der öffentlichen Schule im Vergleich zu den privaten sinken wird.“

Vanessa Kopp

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