Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grevesmühlen „Klappern gehört zum Geschäft“
Mecklenburg Grevesmühlen „Klappern gehört zum Geschäft“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:34 27.11.2018
Die kleine Dorfkirche in Friedrichshagen, die unter Denkmalschutz steht, ist arg sanierungsbedürftig. Besonders das Mauerwerk ist in einem bedauernswerten Zustand, ebenso die Fenster, der Turm, der schief steht. Auch die Innenausstattung kämpft mit Feuchtigkeit und dem Holzwurm. Das Geld vom Bund, das jetzt aus einem Sonderprogramm der Beauftragten für Kultur und Medien kommt (114 000 Euro) ist ein Segen - aber letztlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Quelle: Annett Meinke
Friedrichshagen

Freude in Friedrichshagen – der Verein zum Erhalt der Dorfkirche hat es zwar noch nicht schriftlich, doch inoffiziell ist es aus Berlin bereits durchgesickert: Der Bund steuert aus einem Denkmalschutz-Sonderprogramm der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) insgesamt 114 000 Euro zur Sanierung der gotischen denkmalgeschützten Dorfkirche bei. Das sind 50 Prozent von insgesamt 228 000 Euro, die im kommenden Jahr eingesetzt werden sollen, um das bauliche Kleinod, das weit über Nordwestmecklenburgs Grenzen hinaus bekannt ist, weiter zu sanieren.

Das ist allerdings auch mehr als notwendig, denn obwohl, seit sich im Jahr 2010 der Verein in Friedrichshagen gründete, schon einiges geschafft wurde – die Kirche ist nach wie vor an vielen Stellen geradezu baufällig. Besonders der schiefstehende Turm, der in der unteren Hälfte bereits gesichert werden konnte, weist nach wie vor bedrohlich wirkende Risse im Mauerwerk auf. Und nicht nur das. Wer einmal langsam um die Kirche in Friedrichshagen herumgeht und sie aufmerksam betrachtet, sieht überall Risse, jede Menge schadhaftes Mauerwerk, schadhafte Fenster, durch die Feuchtigkeit ungehindert in den Innenraum eindringen kann. Es wird in den kommenden Jahren noch weitaus mehr Geld vonnöten sein, um die „Rundumsanierung“ der Friedrichshagener Kirche im Außen und Innen tatsächlich zu stemmen.

Gotisches Bauwerk aus 1415 braucht Rundumsanierung

Aufmerksamkeit durch Öffentlichkeitsarbeit

Den Antrag an das BKM in Berlin hat im Namen der Nordkirche die Propstei Wismar, zu der die Friedrichshagener Kirche gehört, gestellt. Die Nordkirche trägt damit auch den Rest der Investitionssumme, bis auf den Eigenanteil von zehn Prozent, die der Friedrichshagener Verein selbst aufbringen muss – immerhin noch 23 000 Euro. „Nicht ganz einfach für einen kleinen Verein, wie wir es sind“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Vereines, Joachim Schünemann. Doch wie immer in den vergangenen Jahren stellen sich die ehrenamtlichen Kirchenretter zuversichtlich dieser Herausforderung. Unermüdlich transportieren sie ihr Anliegen auch immer wieder in die Öffentlichkeit, denn die Friedrichshagener wissen: „Klappern gehört zum Geschäft.“

„Es nützt das ambitionierteste Projekt und die engagierteste Arbeit von Ehrenamtlichen nicht viel, wenn Niemand davon weiß und sich keine Unterstützer finden“, so Joachim Schünemann. Das „Rühren der Trommel“ der Friedrichshagener hat sich unter anderem auch, was das Geld, das nun vom Bund kommt, bereits ausgezahlt. Durch einen Artikel in der OSTSEE-ZEITUNG wurde der Bundestagsabgeordnete Frank Junge (SPD) auf die Kirche in Friedrichshagen aufmerksam, kontaktierte den Verein und sah sich die Probleme vor Ort an. „Es war ein überaus angenehmes Gespräch“, erinnert sich Schünemann. Dem Gespräch folgten dann schnell Taten. Junge nahm Kontakt zur Propstei in Wismar auf, begleitete den Antrag an das BKM und trug Sorge dafür, dass die Friedrichshagener Kirche in der Flut von Anträgen, die für das Berliner Sonderprogramm aus ganz Deutschland gestellt werden, nicht unterging.

Bundestagsmitglied Frank Junge (SPD, 2.v.l.) besuchte im Juni dieses Jahres Friedrichshagen, um sich ein Bild vom Zustand der Dorfkirche zu machen. Der Vorstand des Fördervereins zum Erhalt der Kirche begleitete den Bundespolitiker auf seinem Rundgang. Links neben Junge – Joachim Schünemann, Vorstandsvorsitzender des Friedrichshagener Fördervereins. Quelle: privat

Broschüre „Das Erbe bewahren“

„Natürlich sind Programme wie dieses, die nicht jährlich Geld ausschütten“, sagt Junge, „absolut überzeichnet. Es gibt so viele sanierungsbedürftige Gebäude von großem historischen und kulturellem Wert überall in ganz Deutschland, deren Erhalt viel Geld benötigt.“ Das Denkmalschutz-Programm wurde jetzt zum siebenten Mal aufgelegt. Dass es die Friedrichshagener mit Junges Lobby-Arbeit innerhalb seiner Bundestagsfraktion in die diesjährige Auswahl geschafft haben, freut ihn. Der SPD-Mann schätzt die Friedrichshagener Kirche auch wegen der hochwertigen, kulturellen Veranstaltungen, die dort regelmäßig, vom Verein organisiert, stattfinden.

Hilfe für Friedrichshagener Kirche

Der Förderverein zur Erhaltung der Kirche Friedrichshagen freut sich über jede Form der Unterstützung – ob einmalige Spende, mehrmalig oder per Dauerauftrag, ob als Sponsor oder die Übernahme einer Objektpatenschaft. Auch neue Mitglieder im Förderverein werden gern gesehen. Wer Sach- oder Geldspenden in Höhe von mindestens 200 Euro tätigt, wird für zwei Jahre außerordentliches Mitglied im Förderverein.

Wer im Wert von mindestens 1000 Euro spendet, wird als „Förderer der Kirche Friedrichshagen“ dauerhaft namentlich auf einer Fördertafel erwähnt (nur mit Zustimmung).

Der Förderverein ist beim Amtsgericht Schwerin im Vereinsregister registriert und vom Finanzamt Wismar als gemeinnützig anerkannt. Spenden an den Förderverein können deshalb steuermindernd angerechnet werden. Jeder Spender über 100 Euro erhält automatisch eine Zuwendungsbestätigung zur Vorlage beim Finanzamt. Für Spenden unter 100 Euro kann ebenfalls eine Bescheinigung ausgestellt werden. In diesem Fall ist dem Finanzamt gegenüber aber auch der Kontoauszug ausreichend.

Kontakt: Förderverein zur Erhaltung der Kirche Friedrichshagen e.V., Dorfstraße 20, 23936 Friedrichshagen

www.förderverein-kirche-friedrichshagen.de

www.kirche-gressow-friedrichshagen.de

E-Mail: verein-kirche-friedrichshagen@gmx.de

Telefon: 03 84 1 / 61 66 44

Spendenkonto des Vereins:

IBAN: DE86 1406 1308 0004 1383 84

BIC: GENODEF1GUE

Um Spenden für den Eigenanteil an den Außenarbeiten einzuwerben, aber auch für die zukünftigen Arbeiten im Inneren der Kirche, die ebenso dringend notwendig sind – unter anderem die Sanierung der Altäre, des Epitaphs und aller Kleinkunstwerke, zum Beispiel die Leuchter und Wappentafeln, sowie die farbliche Gestaltung des Kirchenraumes – hat der Verein nun in Zusammenarbeit mit Udo Rathke, Leiter des Mecklenburgischen Künstlerhauses Schloss Plüschow, eine Broschüre entwickelt. Titel: „Das Erbe bewahren – Die Dorfkirche in Friedrichshagen erhalten“. Anschauliche Fotos und kurze Texte geben einen genauen Überblick, was bereits geschafft wurde und was noch zu tun ist. „Diese Broschüren werden wir verteilen, um möglichst weitflächig in und über unseren Landkreis hinaus auf unsere Dorfkirche aufmerksam zu machen.“

Annett Meinke

Grevesmühlen Erhard-Bräunig-Preis 2018 - Wenn Kultur Kulturen verbindet

Seit zehn Jahren organisiert der Kulturkreis Carlow Veranstaltungen, eines der Ziele dabei ist es, die Menschen der Region zusammenzubringen bei Musik, Theater und kulinarischen Events.

26.11.2018

Auf der Raststätte Schönberger Land hat die Polizei am Sonntagabend einen polnischen Autofahrer kontrolliert, der mit 2,45 Promille am Steuer saß. Zuvor hatte ein Mann den Betrunkenen festgehalten.

26.11.2018

Fachleute haben in Boltenhagen (Nordwestmecklenburg) erklärt, was mit dem Klützer Bach und dem Tarnewitzer Bach bei Starkregen passiert. Die Gemeinde erhielt wichtige Hinweise für weitere Planungen.

26.11.2018