Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grevesmühlen Neu im Jugendzentrum – und an der Küste
Mecklenburg Grevesmühlen Neu im Jugendzentrum – und an der Küste
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:57 30.11.2018
Pädagogin Pia Jung ist seit Anfang November Sozialarbeiterin im Jugendzentrum im Grevesmühlener Bürgerbahnhof. Das läuft seit September unter Regie des Diakoniewerks im nördlichen Mecklenburg. Neben ihr – ihr „Chef“ im Diakoniewerk: Lutz Regenberg. Quelle: Annett Meinke
Grevesmühlen

Pia Jung (46), könnte man etwas salopp sagen, ist ein Küstenkind-Frischling. Die gebürtige Saarländerin, die zuletzt in Bayern wohnte, arbeitet seit Anfang November im Auftrag des Diakoniewerks im nördlichen Mecklenburg, – als eine von zwei Sozialarbeiterinnen im Jugendzentrum im Grevesmühlener Bürgerbahnhof. Sie lebt jetzt in Wismar und hat keine Schwierigkeiten sich in Nordwestmecklenburg einzugewöhnen –, wie sie lachend versichert: „Ich liebe die Ostsee.“ Auch mit den Kindern und Jugendlichen, die in den Jugendklub kommen, läuft es gut. „Bisher haben alle offen und ohne Vorbehalte auf mich reagiert.“, sagt sie.

Rüstzeug für alle Situationen

Doch selbst wenn es nicht so liefe, Pia Jung hat offenbar das Rüstzeug, auch mit schwierigen Situationen umzugehen. So zumindest sieht das ihr Chef im Diakoniewerk, Lutz Regenberg. „Wir haben uns für Frau Jung aufgrund ihrer besonderen Qualifikationen entschieden.“ Die studierte Pädagogin hat in der Kinder- und Jugendhilfe gearbeitet und unter anderem auch Erfahrungen im Umgang mit psychisch Kranken. Ihre Kollegin Svea Burgis ist schon seit Anfang Oktober im Jugendzentrum. Sie wurde noch von Doris Goerke, die eine Zeit lang den Jugendklub im Auftrag der Stadt leitete, eingearbeitet. Die Stadt ist nach wie vor Eigentümer des Bürgerbahnhofs und unterstützt das Jugendzentrum auch noch mit geringen finanziellen Mitteln, –„in jedem Fall aber mit unkomplizierter Kooperation, wo immer möglich.“ – unterstreicht Regina Hacker, Pressesprecherin der Stadt.

Im Bürgerbahnhof in Grevesmühlen befindet sich im ersten Stockwerk das Jugendzentrum - seit September in Trägerschaft des Diakoniewerks im nördlichen Mecklenburg. Quelle: Annett Meinke

Jung und Burgis, „arbeiten autark“, erklärt Regenberg. Das bedeutet nicht, dass die beiden Sozialarbeiterinnen tun können, was sie wollen. Es gibt klar umrissene Vorgaben für ihre Tätigkeit, – die beiden Stellen werden über den Landkreis mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds finanziert. Unter anderem arbeiten die beiden Frauen nicht nur in Grevesmühlens Jugendzentrum, sondern fünf Stunden pro Woche an den beiden Grundschulen der Stadt – Svea Burgis an der Fritz-Reuter-Schule, Pia Jung an der Ploggenseeschule.

„Wir werden dort Gruppenprojekte anbieten“, erklärt Jung, „Sozialtraining zum Beispiel, auch Konzentrationstraining, auch der Umgang mit dem Thema ’Mobbing’ wird ein Schwerpunkt sein“. Gut ist die Präsenz der beiden Sozialarbeiterinnen an den Grundschulen auch deshalb, weil es sie in der Stadt bekannt macht. „Die Schüler und die Eltern können Vertrauen zu uns fassen, – und das wirkt sich sicherlich auch positiv auf die Besucherzahlen des Jugendzentrums aus.“, meint Pia Jung.

„Cool“ mit Jugendlichenbeirat

Zurzeit sind es um die zehn Kinder und Jugendliche, die regelmäßig kommen. Einer von ihnen: Paul Germi Misch (13), Schüler der Wasserturmschule. Er kommt allein oder mit Freunden, – war auch früher oft im „alten Jugendklub an der Bürgerwiese.“ Auf die Frage, ob es stimmt, dass die Jugendlichen, die dort waren, überwiegend Vorbehalte gegen das neue Zentrum hätten, zuckt er nachdenklich mit den Achseln: „Manche haben sich anfangs vielleicht nicht getraut. Doch die meisten haben einfach nicht gewusst, wie cool es hier ist.“

Paul Germi Misch (13), Schüler der Wasserturmschule, geht gerne allein und mit Freunden ins Jugendzentrum im Grevesmühlener Bürgerbahnhof. Am liebsten spielt er Billard dort, beteiligt sich aber auch gerne an dort angebotenen Projekten. Quelle: Annett Meinke

Paul kommt nicht nur zum Billard-Spielen oder mit Freunden sitzen und quatschen – er nutzt auch die Angebote, die die neuen Mitarbeiterinnen des Jugendzentrums machen. Pia Jung zeigt anhand eines Kataloges, worum es bei einem dieser Projekte geht: „Wir haben die Kids gefragt, ob sie Lust haben, sich eine Couch und einen Tisch aus alten Paletten selbst zu bauen. Und sie hatten.“ Es geht dabei nicht nur darum, dass die Kids etwas Eigenes machen, sie sollen sich sozusagen einen eigenen Raum komplett selbst entwerfen dürfen. „Sie sollen es wirklich als ’ihr’ Jugendzentrum empfinden.“, sagt Pia Jung. In diesem Zusammenhang will sie gleich noch einen Aufruf loswerden: „Wer alte Paletten hat, die nicht mehr gebraucht werden, das Jugendzentrum ist ein Abnehmer.“

Geplant ist auch ein Beirat aus Jugendlichen, der mitbestimmt, was passieren soll. Zurzeit sind die beiden Pädagoginnen noch dabei, sich in Grevesmühlen zu orientieren und zu vernetzen. An jedem 3. Dienstag im Monat wird es für Kinder und Jugendliche eine Filmvorführung im Bürgerbahnhof geben. Die erste findet am 6. Dezember, dem Nikolaustag statt – ab 16 Uhr. Gezeigt wird der Film „Paddington 2“, – ein Film über einen Teddy-Bären, der ziemlich eigene Ansichten zur Welt hat.

Öffnungszeiten und mehr

Das Jugendzentrum ist vorerst zu diesen Zeiten offen: montags und dienstags von 13 bis 19 Uhr, mittwochs bis freitags von 13 bis 17 Uhr. Zum Ende des I. Quartals 2019 werden die Öffnungszeiten überprüft und bei Bedarf verändert.

An jedem 3. Dienstag im Monat findet Kino für Kids im Bürgerbahnhof statt. Veranstalter: Jugendzentrum.

Am 6. Dezember wird der Nikolaustag im Jugendzentrum mit dem Film: „Paddington 2“ gefeiert. Für alle Kids, die kommen, gibt es eine Nikolausüberraschung.

Die Öffnungszeiten im Jugendzentrum sind erst einmal vorläufig. Es wird sich zeigen, so Regenberg, ob sie noch verändert werden. „Das Diakoniewerk“, sagt er, „geht mit keinem ’vorgemauerten Konzept’ auf die Kinder und Jugendlichen in Grevesmühlen zu.“ Falls Eltern Sorgen haben, es ginge im Jugendzentrum nun „zu christlich“ zu, kann Regenberg auch beruhigen. „Hier geht es nicht um Konfessionen. Es ist ein soziales Angebot für junge Menschen von 6 bis 26, die gemeinsam Freizeit verbringen und dabei lernen können, wie es ist mitzubestimmen, was es bedeutet.“

Annett Meinke

Eine Fachjury ermittelte auf Schloss Plüschow aus nominierten Nachwuchskünstlern des Landes Mecklenburg-Vorpommern die Preisträgerin des Jahres: Pauline Stopp aus Greifswald.

30.11.2018

Bei Informationsveranstaltung der Schule in Dassow präsentierten Kinder die Ergebnisse eines projektorientierten Unterrichts zum Thema „Alles is(s)t gut.“

30.11.2018

Musiker spielen vorweihnachtliche Lieder auf dem Turm der Kirche in Schönberg (Nordwestmecklenburg).

30.11.2018