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Grevesmühlen Warten auf die neue Straße
Mecklenburg Grevesmühlen Warten auf die neue Straße
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13:17 26.10.2018
Den heutigen Lebens- und Verkehrsverhältnissen angemessen ist die Warnower Ortsdurchfahrt definitiv nicht mehr. Zum nachhaltigen Ausgleich werden nach erfolgtem Straßenausbau als Ersatz für die alten, gefällten Linden neue angepflanzt. Quelle: Jana Franke
Warnow

Alte Mühlen mahlen langsam, heißt ein Sprichwort. Im Fall der Gemeinde Warnow, die seit Jahren auf die Erneuerung ihrer Ortsdurchfahrt wartet, geht es zwar nicht um eine alte Mühle, dafür aber um ein altes, circa 1,8 Kilometer langes Straßenstück mit Kopfsteinpflaster, das so marode und eng (zum Teil nur 3,60 Meter breit) ist, sodass kein normaler Verkehr gewährleistet ist. Schon zwei Kleinwagen, ob nun von Einheimischen oder von in dieser Gemeinde nah der Wohlenberger Wieck häufig anzutreffenden Touristen, können an bestimmten Stellen nicht einfach aneinander vorbeifahren, – ganz zu schweigen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen, die Warnow oft queren. Auch was den Fahrradtourismus angeht, der im Landkreis von zunehmender Bedeutung ist, zählt die Ortsdurchfahrt von Warnow eher zu den abenteuerlichen Herausforderungen, als zu den urlauber-freundlichen Touren.

Die gute Nachricht dieser Woche ist, dass auf der letzten Gemeindevertretersitzung in Warnow ein kleiner Schritt vorwärts in Richtung neue Straße gegangen werden konnte. Die weniger gute Nachricht ist, es ist tatsächlich nur ein kleiner Schritt. Das Warten auf die neue Straße hat für alle, die sie herbeisehnen, noch kein Ende. Bürgermeister Lothar Kacprzyk geht nicht davon aus, dass die Bauarbeiten im kommenden Jahr beginnen können. „Wir haben jetzt unsere Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren an den Landkreis verabschiedet. Die Unterlagen liegen öffentlich noch bis zum 1. November aus. Bis 3. Dezember kann jeder, der seine Belange von diesem Bauvorhaben berührt sieht, seine Stellungnahme abgeben. Je nachdem, was dann noch kommt, wird es wohl noch eine Weile dauern, bis das Planfeststellungsverfahren dann wirklich abgeschlossen ist. Die Bäume, die für den Ausbau der Straße weichen müssen, können aber meines Wissens nur bis Februar abgenommen werden. Danach nicht mehr. Das bedeutet für mich, dass frühestens Ende kommenden Jahres mit den Fällungen begonnen werden kann.“

Die Lindenbäume, von denen Kacprzyk spricht, waren der Grund, warum es im Fall Straßenausbau von Warnow solange nicht vorwärtsging, warum es zu einem Umweltverträglichkeitsgutachten kam. Das daran anschließende Planfeststellungsverfahren, das eigentlich in 2016 schon hätte beginnen sollen, kam dann unter anderem auch aufgrund von Entwässerungsfragen, die mit dem Zweckverband geklärt werden mussten, nicht so schnell wie geplant in Gang. Zwischenzeitlich war die Gemeinde in zwei Lager gespalten – auf der einen Seite jene Warnower, die für einen fünf Meter breiten Ausbau der Straße plädierten, um mehr vom alten Baumbestand zu wahren, auf der anderen Seite die Warnower, die entsprechend „planerischer Auskunft“, wie Kacprzyk sagt, „auf den uns als notwendig vermittelten sechs Meter breiten Ausbau“ bestanden.

In der jetzt von der Gemeinde verabschiedeten Stellungnahme an den Landkreis spricht sich die Gemeinde für einen 5,50 Meter breiten Ausbau aus – die im Planfeststellungsverfahren als Variante 1 angegeben wird. Hierbei werden 66 Baumfällungen nötig, 27 Bäume müssen aufgrund von Spätfolgen abgenommen werden. Insgesamt werden also bei dieser Variante 93 Bäume weichen müssen. Wie im Planfeststellungsverfahren auch dargelegt, sollen bei der Variante 4, die den Fünf-Meter-Ausbau beschreibt, sogar 105 Bäume weichen müssen – 34 Fällungen und 71 aufgrund von Spätfolgen. Insgesamt werden im Planfeststellungsverfahren fünf Varianten dargestellt. Einzusehen, unter anderem auf der Webseite der Stadt Grevesmühlen, unter Politik – Öffentliche Auslegungen.

Einsicht der Unterlagen

Der Plan samt Zeichnungen und Erläuterungen und Umweltverträglichkeitsstudie liegen noch bis zum 1. November bei der Stadt Grevesmühlen, die Aufgaben der Verwaltungsgemeinschaft Grevesmühlen-Land, wozu Warnow gehört, wahrnimmt. Die Unterlagen können in ausgedruckter Form im Bauamt des Rathauses von Grevesmühlen, Haus 2, 1. Obergeschoss, zu folgenden Zeiten eingesehen werden:

Montag von 9 –12 Uhr, Dienstag von 9 –12 Uhr und von 13 –15 Uhr, Mittwoch von 9 –12 Uhr, Donnerstag von 9 –12 Uhr und 13 –18 Uhr, Freitag von 9 –12 Uhr.

Die Unterlagen sind in digitaler Form abrufbar: https://www.grevesmuehlen.eu/politik/öffentliche-auslegungen/

Einzusehen sind: Erläuterungsbericht mit Übersichtsplan und Lageplänen, Variantenvergleich, Entwässerungsplan, Landschaftspflegerischer Begleitplan, Regelungsverzeichnis mit Lageplan, Wassertechnische Untersuchungen, Umweltverträglichkeitsstudie, Baumgutachten, Allgemeine Vorprüfung des Einzelfalls gemäß § 3 c UVPG (alt), Scoping-Unterlage, Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag, FFH – Vorprüfung, Baugrunduntersuchung

Jede Person, die ihre Belange durch das Vorhaben berührt sieht, kann sich bis spätestens 3. Dezember an die Stadt Grevesmühlen, den Landkreis Nordwestmecklenburg oder das Landesamt für Straßenbau und Verkehr M-V wenden.

Die Gemeinde wies in ihrer Stellungnahme zur technischen Ausführung der Straße auch auf zwei Bebauungspläne hin, einen alten und einen neuen, der entstehen soll, in deren Zug, insgesamt 23 Grundstücke erschlossen werden sollen – von Wichtigkeit bezüglich der Planung und Dimensionierung der Ver- und Entsorgungsleitungen in der auszubauenden Kreisstraße.

Kacprzyk empfahl auf der Sitzung den zahlreich erschienenen Warnowern: „jedem, sich diese Unterlagen mal genau anzusehen, sich die Zeit zu nehmen, denn es geht im Planfeststellungsverfahren auch um Regenwasseranschlüsse, die im Zuge des Straßenausbaus neu entstehen werden und neue Wasserleitungen und Anschlüsse, was auch hinsichtlich von eventuell zu erwartenden Anschlusskosten für die Warnower interessant sein dürfte.“

Nun bleibt abzuwarten, was an Stellungnahmen zum Straßenausbau in Warnow tatsächlich bei den Ämtern noch eingeht. Der Landkreis hatte Gelder in Höhe von circa 600 000 Euro, ungefähr die Hälfte davon Fördergelder, bereits für dieses Jahr eingeplant. Und mindestens noch einmal so viel für das Warnower Straßenprojekt in 2019.

Annett Meinke

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