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Güstrow 60 Rumänen verstärken Schlachthof Teterow
Mecklenburg Güstrow 60 Rumänen verstärken Schlachthof Teterow
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05:20 13.12.2017
Schlachtlinie für Schweine im Schlachthof Teterow. Quelle: Ehlers, Elke
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Teterow

Der Schlachthof Teterow (Landkreis Rostock) beschäftigt seit diesem Jahr auch Arbeitskräfte aus Rumänien. Nach der Übernahme durch den Fleischkonzern Danish Crown im April 2017 stellte Mecklenburg-Vorpommerns einziger Großschlachthof  mehr als 60 neue Arbeitskräfte ein. Außerdem wurden rund 2,5 Millionen Euro investiert. Durch den Eignerwechsel hofft der Betrieb auf stärkeren Zugang zu skandinavischen Märkten. Danish Crown hat 24 Schlachthöfe und Zerlegebetriebe, neben Dänemark unter anderem in Schweden, Deutschland, Großbritannien und Polen.

Weitere Arbeitskräfte gesucht

In Teterow wurde das Personal „auf fast 300 Leute“ erweitert, sagt Betriebsleiter Dirk Sandberg. Zur Stammbelegschaft gehören rund 160 deutsche und etwa 40 polnische Mitarbeiter. Sandberg: „Wir könnten noch mehr aufstocken, wenn wir gute Leute finden.“  

Die Neuen kommen alle aus Rumänien und  sind „über Werksverträge nach deutschen Regeln beschäftigt“, teilt Danish-Crown-Pressesprecher Jens Hansen mit.

„Gutes Verhältnis zu rumänischen Kollegen“

Betriebsleiter Sandberg betont: „Wir haben ein gutes Verhältnis zu den rumänischen Kollegen.“ Die Zusammenarbeit laufe reibungslos, „der Vorarbeiter spricht gut deutsch“. Für alle gelte „regulär die 40-Stunden-Woche mit flexiblen Arbeitszeiten“. Fallen Minder- und Mehrstunden an, werde das über Arbeitszeitkonten ausgeglichen.

In Teterow werden in diesem Jahr rund 400.000 Schweine, bis zu 115.000 rinder und 8000 Lämmer geschlachtet. Sandberg: „Damit sind wir gut ausgelastet.“

Allerdings gibt es auch Landwirte, die würden ihre Tiere lieber an einen kleineren Schlachthof in der Region liefern. Vor allem Öko-Bauern hoffen auf Investoren, die den Bau kleinerer Schlachtstätte ermöglichen.

Seit Juni gilt in der deutschen Fleischbranche ein neues Gesetz, mit dem die Arbeitsbedingungen für ausländische Arbeitnehmer verbessert werden sollen. Es schreibt fest, dass Konzerne für ihre Subunternehmer haften und Arbeitszeiten genau aufgeschrieben werden müssen. Zuvor waren in deutschen Schlacht- oder Zerlegebetrieben Arbeiter aus Osteuropa oft über dubiose Personaldienstleister unter unhaltbaren Bedingungen beschäftigt worden. Danish-Crown-Sprecher Hansen versichert: „Wir halten uns an das neue Gesetz und die deutschen Vorschriften.“

Gewerkschaft: Aus Teterow bisher nie Beschwerden

Jörg Dahms von der Branchengewerkschaft NGG meint dazu: „Es ist wichtig, dass wir die Arbeitsbedingungen ausländischer Mitarbeiter im Blick behalten.“ Aus Teterow habe es „bisher aber nie Beschwerden gegeben“. NGG-Sprecher Matthias Brümmer ergänzt: „Es wäre aber besser, wenn Danish Crown rumänische Mitarbeiter fest anstellt, nicht über Subunternehmen mit ausländischen Strukturen.“

Die Zeiten, in denen der 1993 neu gebaute Schlachthof seinen Personalbedarf in der Region deckte, seien lange vorbei, berichtet Betriebsleiter Sandberg. „Es gibt keine Bewerber“. Auch vor der Übernahme durch die Dänen arbeiteten in Teterow schon ausländische Kräfte. Allen seien Übernahmeverträge angeboten worden. Einige zogen mit ihren Familien in die Region Teterow.

Danish-Crown-Sprecher Hansen meint: „Es gibt in Polen aber nicht mehr so viele, die hier arbeiten wollen. Deshalb kooperieren wir jetzt mit Partnern, die Kontakte nach Rumänien haben.“

Elke Ehlers

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