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Güstrow Bären lieben Eisbomben
Mecklenburg Güstrow Bären lieben Eisbomben
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19:00 10.08.2018
Abkühlung für die Bären im Wildpark Güstrow: Sie verputzen beim Baden Eisbomben. Quelle: Penne, Volker
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Güstrow

Im Frettchengehege des Wildparks MV in Güstrow herrscht Alarm. Die zehn zur Familie der Marder zählenden Raubtiere belagern Johanna Larisch (18). Die angehende Zootierpflegerin kann gar nicht schnell genug die Fleisch- und Gemüsehappen an die Raubtiere verteilen. Die Besucher, die die Fütterung an dem kreisförmigen Areal beobachten, dürfen die Verwandten des Wildiltis streicheln und haben Spaß. Denn die frechen Tierchen knabbern auch an den Schuhen der Pflegerin. Dann gibt es eine kühle Überraschung. Die Frettchen stürzen sich förmlich auf die Eisbombe. „Sie enthält vor allem Fleischstücke“, erklärt Johanna Larisch.

Mitarbeiter versuchen bei Temperaturen jenseits der 25 Grad den Tieren Abkühlung zu verschaffen: Eulen bekommen eine Dusche, Frettchen genießen Fleisch-Gemüse-Eis.

Wolfswanderungen in der Dämmerung (Auswahl):14., 17., 22., 24., 28. und 31. AugustErwachsener 12 Euro, Kinder 10 EuroAchtung: Anmeldung unter 03843/24 68 0 erforderlich!

Fütterungen (Auswahl):Kleine Futterrunde: täglich 11 UhrFrettchen, Meerschweinchen,Hühner, KaninchenGroße Futterrunde: täglich 13 UhrWeißstörche, Kraniche, Damwild,Wildschweine, Auerochsen,Wildkatzen, Luchse, WölfeBraunbären täglich 14.30 Uhr

www.wildpark-mv.de

Dusche für die Schnee-Eulen

Wenig später dürfen die kleinen Gäste bei der Versorgung der Meerschweinchen helfen. Florian hat frisches Gras in der Hand. Der Achtjährige aus Freital (Sachsen) beugt sich hinunter zu den Fellknäuelen. „Die sind putzig“, sagt der Junge. Mit seinen Eltern Anke (45) und Erik Fischer (33), die hier nach ihrer Hochzeit auch einen Rhododendron gepflanzt haben, ist er seit Jahren regelmäßig zur Ferienzeit im Wildpark unterwegs.

Einige Meter weiter sorgt die Chefin der acht Güstrower Tierpfleger, Petra Koppe (58), mit einer Schlauchdusche für Abkühlung in der Voliere der Schnee-Eulen. „Von unseren mehr als 500 Tieren in den Gehegen, die gut 60 Arten angehören, leiden diese am meisten unter der Hitze. Denn sie stammen aus arktischen Gefilden. Die Eulen sind für jeden Wassertropfen dankbar“, betont die Tierpflegemeisterin. Sie füllt danach die Tränke des Haflingers „Hummel“ und der Ponys „Frieda“ und „Ingrid“ auf. Allein „Hummel“ säuft jetzt statt 20 bis zu 100 Liter am Tag.

Auch Fische leiden unter hohen Temperaturen

Hitzestress – der Anstieg der Wassertemperatur um vier auf 24 Grad Celsius – macht vor allem auch den Äschen zu schaffen. Sie gehören zu den 28 Fischarten, die im „Natur-Aquarium“ – es fasst etwa 1,5 Millionen Liter Wasser – und den 13 kleineren Becken leben. Das Riesen-Aquarium umschließt einen Teil des Umweltbildungszentrums.„Unsere Karpfen und Rotfedern zum Beispiel kommen mit der Erwärmung besser klar“, verdeutlicht die Güstrower Biologin Josefine Vater. Mit Hans-Jürgen Krull (58) hat die 28-Jährige den heutigen Tauchgang beendet.

Das Algenwachstum zwingt die Taucher dazu, etwa alle zwei Tage die Scheiben des 30 Meter langen Schaubeckens und den zwölf Meter langen Aqua-Tunnel zu reinigen. Ein Knochenjob. Denn Bleigürtel, Luftflasche, Taucherbrille und -flossen wiegen locker mal um die 30 Kilo. Doch ohne die Einsätze unter Wasser würden die Besucher wenig von den mehr als 4000 Flossenträgern sehen.

Highlight für Tiere und Besucher ist die große Futterrunde

Apropos sehen. Die Wildschweinrotte mit ihren sechs Frischlingen glänzt bei der großen Futterrunde mit Abwesenheit. Da können die Zootier-Pflegerinnen Angelika Lederer (64), Heike Reebs (48), und Gudrun Bartels (55) noch so gekonnt mit Tomaten, Trauben und Bananen locken. Die Borstentiere haben sich in ihrem weitläufigen Gehege im Dickicht der Bäume verkrümelt.

Das Damwild dagegen ist zur Stelle. Es lässt sich Obst, Gemüse und Brot schmecken und von den vielen Besuchern nicht stören. Helene (6) und ihre Mama Nadine Duschek (33) aus Günthersdorf bei Leuna (Sachsen-Anhalt) gehören zu den Zuschauern. „Die Fütterung der Wildtiere ist interessant und der Park wurde schön gestaltet.“ Nadine Duschek, die ihre Tochter im Bollerwagen über die Waldwege kutschiert, gefällt, dass sie hier zumeist im Schatten der Bäume laufen kann. „Da ist die Hitze nicht so spürbar“, sagt sie.

Fressen für den Winterspeck

Nach den Auerochsen, Wildkatzen, Luchsen und Wölfen warten die Bärenbrüder „Fred“ und „Frode“ auf ihre Mahlzeit. Die Riesen-Teddys haben Kohldampf. Denn in diesen Wochen fressen sie sich den Winterspeck an. Damit die aus Schweden stammenden, 14 Jahre alten Braunbären dann 30 bis 50 Kilo mehr auf den Rippen haben, langen sie kräftig zu. „Statt täglich zwölf Kilo Futter erhalten sie bis Ende August um die 20 Kilo“, so Petra Koppe. Obst, Gemüse, Fisch, Hundekuchen – die gut 300 Kilo schweren Raubtiere sind hungrig.

Dann laben sie sich an Eisbomben im XXL-Format. Fred hat die Köstlichkeit geschickt gefangen und verzehrt sie im Wasser sitzend. Ramona (36) und Ramon Sickert (42) aus Dresden schauen dem Spektakel vergnügt zu. Sie sehen, wie die Wölfe „Nena“ und „Naja“ den Kolossen manchen Happen stibitzen. Obwohl die Bären auf kurzen Strecken bis zu 50 km/h schnell sind, entwischen die Wölfe geschickt.

An heißen Tagen auch eine Attraktion: das Eiscafé

Die Sonne brennt und auch schwitzende Zweibeiner brauchen Abkühlung. Das Ehepaar Sickert ist auf dem Weg zum Eiscafé im Park. Ihre Kinder Tamino (7), Mila (11) und Eirik (13) eilen bereits voraus.

Penne Volker

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