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Bio-Hof in Groß Markow: Anwohner wittern Betrug

Groß Markow Bio-Hof in Groß Markow: Anwohner wittern Betrug

Der Landkreis Rostock hat sich über die Entscheidung der Anwohner hinweggesetzt. Noch in diesem Jahr soll eine Anlage mit 15 000 Hennen in Betrieb gehen.

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Friedrich Behrens

Groß Markow. In Groß Markow bei Teterow schrillen die Alarmglocken. Der Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof baut am Ortsrand einen Bio-Hof für insgesamt 15 000 Legehennen. Anwohner und Gemeindevertreter sprachen sich bereits gegen diese Anlage aus. Der Landkreis Rostock setzte sich aber 2012 über diese Entscheidung hinweg und lässt dennoch bauen. Bürgermeister Eggo Habelt kocht vor Wut: „Die Entscheidung der Gemeindevertretung stand fest. Nach meinem Verständnis benötigt der Kreis uns nicht mehr, wenn unsere Meinungen nichts mehr wert sind.“

Die Entscheidung der Gemeinde, den Hof nicht bauen zu lassen, hing mit der Vorgehensweise in Volkenshagen bei Rostock zusammen. Hier sorgt die Erzeugergemeinschaft (EZG) Fürstenhof seit Jahren für großen Unmut. Den Betreibern fehlte eine rechtmäßige Genehmigung. Mindestens 9000 Legehennen mehr als erlaubt sind dort untergebracht. Der Landkreis, der für Anlagen unter 15 000 Legehennen zuständig ist, reagierte als zuständige Behörde erst, als Anwohnern eine Überbelegung auffiel. Eine Strafe von 25 000 Euro musste die EZG Fürstenhof damals zahlen. Die Bewohner im Ort fühlten sich vorsätzlich getäuscht, da die Ställe tatsächlich für 24 000 Öko-Legehennen ausgelegt waren. Einen ähnlichen Fall befürchtet Habelt auch in Groß Markow. Die Frage bleibt: Wie groß wird die Anlage wirklich?

Friedrich Behrens, der Geschäftsführer der EZG reagierte zurückhaltend auf OZ-Anfrage. Mit einem Nein beantworte er, ob die Anlage größer als geplant ausfällt. Die Angst der Anwohner ist aus seiner Sicht nicht berechtigt. Wenn der Betrieb starte, sei nicht mit erhöhtem Lärm zu rechnen, erklärt der Geschäftsführer. Die ersten Hennen sollen noch in diesem Jahr mit der Produktion beginnen.

Die Bürger in diesem Ort haben jedoch weniger Bedenken wegen des Lärms als vor einer ständigen Geruchsbelästigung. Wenn der Wind für sie ungünstig aus Westen weht, bekommen sie die Gerüche vom Bio-Hof ab. „Junge Familien haben sich erst in den letzten Jahren für Groß Markow entschieden, weil sie die Idylle mögen. Damit ist jetzt leider Schluss. Ich kann verstehen, warum Anwohner sauer sind“, reagiert ein enttäuschter Bürgermeister.

Aber er kann nichts dagegen unternehmen. Der Landkreis Rostock hat für die Legehennenanlage bereits am 24. September 2012 eine Baugenehmigung erteilt. Mittlerweile drehen Bagger ihre Runden am Ortsrand und verwandeln das Gebiet in einen Bio-Hof. Nach den Vorkommnissen in Volkenshagen stehe diese Anlage unter keiner besonderen Beobachtung durch den Kreis, heißt es aus der Pressestelle. „Das Vorhaben wird überwacht, wie jedes andere Bauvorhaben“, erklärt Sprecher Kay-Uwe Neumann. Nachdem die Anlage in Betrieb geht, „wird die Überwachung zusammen mit dem Veterinäramt erfolgen“.

Friedrich Behrens hatte den Dorfbewohnern damals versichert, unter der Marke von 15 000 Legehennen zu bleiben. „Herr Behrens darf uns nicht falsch verstehen. Die Gemeindevertreter und Anwohner haben nichts dagegen, wenn eine Anlage in der richtigen Größe gebaut wird“, sagt Eggo Habelt. Angesichts der Größenordnung in Volkenshagen bleibt für ihn aber die Frage: „Welchen Wert hat überhaupt seine Zusage, wenn weitaus mehr Hennen als geplant gehalten werden dürfen, ohne dass die zuständigen Behörden dies bemerken?“

Kreis fiel Überbelegung zu spät auf

14 800 Legehennen hatte die Erzeugergemeinschaft Fürstenhof in Volkenshagen beantragt. Dort sind rund 9000 Hennen mehr in den Ställen, als erlaubt waren. Dem Kreis-Veterinäramt war das erst Monate später aufgefallen.
Damit war nicht nur die im April 2012 erteilte Baugenehmigung hinfällig, der Kreis verhängte auch ein Bußgeld.



Der Volkenshäger Betrieb gehört zu einem der bundesweit größten Bio-Eieranbieter.

 



Mathias Otto

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