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DGB: Männer verdienen 22 Prozent mehr

Rostock DGB: Männer verdienen 22 Prozent mehr

Gewerkschaftsbund beklagt ungleiche Bezahlung und startet eine Aktion dagegen.

Rostock. Stichtag für Millionen Arbeitnehmerinnen in Deutschland: Bis zum 21. März mussten Frauen arbeiten, um denselben Verdienst zu erreichen, den ihre männlichen Kollegen im Jahr 2013 hatten. Durchschnittlich bekommen Frauen 22 Prozent weniger Lohn als Männer. Darüber informierte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Region Rostock-Schwerin.

Für diesen Unterschied gebe es verschiedene Gründe. „Es arbeiten vorwiegend Frauen in der Dienstleistungsbranche“, sagt Regionssekretärin Jutta Reinders. Dort werde nicht so viel gezahlt wie in anderen Berufszweigen. Zudem würden Frauen vermehrt in Teilzeit- und Minijobs untergebracht. So haben in Rostock im Jahr 2013 insgesamt 7163 Frauen eine geringfügig entlohnte Tätigkeit ausgeübt, bei den Männern waren es nur 6182.

„Entscheidend ist aber ebenso, dass Frauen auch in Vollzeit weniger verdienen als ihre Kollegen“, sagt Reinders. Den größten Unterschied gibt es laut DGB in dem Beruf des Zahntechnikers: Männer haben dort einen monatlichen Bruttoverdienst von durchschnittlich 2710 Euro, Frauen hingegen erhalten nur 1882 Euro.

Zudem würden Bewerberinnen bei Vorstellungsgesprächen ihre Ansprüche zu niedrig halten, sagt Claudia Kajatin vom Landesfrauenrat. „Sie informieren sich oftmals nicht über übliche Löhne. Und wenn man als Arbeitgeber ein niedriges Angebot bekommt, warum sollte man noch draufpacken?“

Im EU-Vergleich steht Deutschland auf dem drittletzten Platz. Nur in Österreich mit 24 Prozent und Estland (27 Prozent) sind die Unterschiede noch größer. Am fairsten wird in Polen bezahlt: Dort verdienen Frauen nur fünf Prozent weniger als Männer.

Mit einer Postkartenaktion will der Landesfrauenrat nun auf die Unterschiede aufmerksam machen. Das Motto „Mit Bart hätt‘ste 22 Prozent mehr“ und einem heraustrennbaren Papp-Bart soll eine Fotoaktion auf Facebook gestartet werden. „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg, dass es ein gesellschaftliches Thema wird“, sagt Kajatin.

 



Jens Barkhorn

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