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Güstrow Etat des Landkreises für 2014 steht
Mecklenburg Güstrow Etat des Landkreises für 2014 steht
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07:15 03.04.2014
Sebastian Constien

Der Kreisausschuss hat einstimmig den Haushaltsentwurf des Landkreises Rostock für 2014 abgesegnet. Demnach wird aller Voraussicht nach auch der Kreistag am 23. April dem rund 270 Millionen Euro umfassenden Budget zustimmen. „Wir sind auf einem guten Weg, aber noch längst nicht über den Berg“, sagte Dezernatsleiter Rainer Boldt. Auch er weiß: Die Alt-Schuldenlast wird den Kreis noch über Jahre drücken.

Nach seinen Worten würden die Gemeinden durch die Kreisumlage rund 69 Millionen Euro in den Haushalt einzahlen. Heißt: 43 Prozent der Steuereinnahmen der Gemeinden fließen an den Landkreis. „Das ist die niedrigste Kreisumlage aller Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern — bei einem ausgeglichenen Haushalt. Ich denke, es ist eine lösbare Aufgabe für die Gemeinden“, betonte Boldt.

Er und Landrat Sebastian Constien (SPD) mussten sich dennoch kritische Stimmen gefallen lassen. „Nur fünf Millionen fließen aus dem Haushalt in Investitionen für die teils maroden Kreisstraßen“, sagte Andreas Brunotte (CDU). „Gerade das ist doch aber Wirtschaftsförderung.“

Constien regte an, über einen Doppelhaushalt für die Jahre 2015/16 nachzudenken. „Das hat Charme — denn so können sich Investitionen besser steuern lassen.“ Große Zustimmung gab es von den Parteien nicht. Das sah Boldt ähnlich. Er verwies aber auch darauf, dass der Landkreis verpflichtet sei, in den kommenden Jahren weiter Schulden abzubauen. „Klar ist, dass der Investitionsbedarf für Schulen und Straßen deutlich höher ist. Unsere freiwilligen Leistungen stehen auf einen niedrigen Niveau“, erklärte Boldt.

Komplett abgelehnt wurde der Antrag der Freien Wähler, dass Kinder bis 18 Jahre in Zukunft den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kostenfrei nutzen dürfen. „Wenn wir das wollen, muss der Landkreis rund 370 000 Euro zuschießen“, rechnete der stellvertretende Landrat Wolfgang Kraatz vor. Zu viel für den klammen Landkreis. Volle Zustimmung fand dagegen die neue Gebührenordnung für die Volkshochschule (VHS). Demnach soll demnächst ein Kurs an der VHS zwischen zwei und sechs Euro pro Stunde kosten. Der Kreistag muss den Vorschlag aber noch absegnen.



Karsten Lehmann

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