Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Filetstück am Markt unter dem Hammer

Güstrow Filetstück am Markt unter dem Hammer

Die BAG-Bank aus Hamm war einziger Bieter bei der Zwangsversteigerung. Das Traditionshotel „Stadt Güstrow“ will noch in diesem Jahr wiedereröffnen.

Güstrow. Seit zwei Jahren hat sich auf dem Gelände kaum ein Kaufinteressent blicken lassen. Jetzt kam Güstrows Filetstück am Marktplatz unter den Hammer. Seit gestern 11.46 Uhr ist es amtlich: Das Traditionshotel „Stadt Güstrow“ geht für 30 000 Euro an die BAG-Bankaktiengesellschaft. Sie steht zu 99,9 Prozent im Eigentum des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken. Die Wiedereröffnung — die OZ berichtete — ist dadurch allerdings nicht gefährdet, weil die Voyage Hotelgruppe 100-prozentiges Tochterunternehmen dieser Bank ist. Sie will den Hotelbetrieb in der Altstadt in diesem Jahr wieder aufnehmen. Die BAG-Bank war der einzige Bieter.

Für das Hotel hat ein Gutachter einen Verkehrswert von 2,6 Millionen Euro festgelegt. Immerhin hat das Areal 2427 Quadratmeter, das Hotel 72 Zimmer. Warum die Summe jetzt so außergewöhnlich gering ausfiel, kann Rechtsanwalt Norbert Hesping, der die Bank vertrat, erklären: „Es soll jetzt nicht der Eindruck erweckt werden, die Bank reiße sich das Gebäude unter den Nagel. Dadurch, dass wir es ersteigert haben, wird niemand benachteiligt. Es vereinfacht nur das Verfahren vor dem Gericht“, sagt er.

Hätte jemand weniger als die Hälfte dieses Betrags geboten, wäre ihm der Zuschlag allerdings verwehrt geblieben. Denn die Rechtspflegerin am Güstrower Amtsgericht musste von Amts wegen die sogenannte Fünf-Zehntel-Grenze beachten. Wer beim ersten oder einem möglichen zweiten Termin mit seinem Gebot unter dieser bleibt, geht bei der Versteigerung leer aus. Die Bank bekam in diesem Fall eine Sondergenehmigung. Für sie wurde diese Grenze aufgehoben, die zum geringsten Barbetrag — in diesem Fall 25 272 Euro — das Objekt erwerben kann. Die BAG-Bank als Gläubiger hat aber Forderungen an einen Güstrower Alteigentümer, die weit über dem Verkehrswert liegen.

Mit dem gültigen Gebot der Bank wäre im nächsten Schritt eine Grundbuchbereinigung möglich. „Um wieder Geld in das Gebäude stecken zu können, ist dies wichtig“, sagt Norbert Hesping. Dadurch werde also die Investitionssicherheit für das Hotel „Stadt Güstrow“ hergestellt.

Die BAG-Bank bemühte sich gestern bei einer weiteren Versteigerung im Gericht um eine Fläche in der Hageböcker Straße, die ihre Hotelgruppe als Parkplatz nutzen möchte. Gegen fünf weitere Bieter war sie auch hier mit einer sechsstelligen Summe erfolgreich. „Das Betreiben eines Hotels in der Altstadt macht nur dann Sinn, wenn passend dazu auch Stellplätze für Autos angeboten werden können“, sagt Hesping. Damit unterstrichen die BAG und die Hotelgruppe abermals, dass es ihnen mit der Wiedereröffnung des Hauses am Güstrower Markt ernst ist. So war denn gestern auch Felicitas Schmidt beim Termin im Amtsgericht zugegen. Sie wird die neue Hoteldirektorin und koordiniert schon jetzt vom Hotel aus die Sanierungsarbeiten. Wann die ersten Gäste empfangen werden können, konnte sie noch nicht sagen. Wie aus dem Bericht eines Sachverständigen hervorgeht, gibt es jedenfalls viel zu tun. In der Expertise ist die Rede von einem „erheblichen Unterhaltungsstau“. Der Gebäudekomplex wurde zwar 1994 entkernt und umfassend saniert, es besteht aber Modernisierungsbedarf.

 



Mathias Otto

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Güstrow
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.