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Güstrower bauen Dorf in Gambia auf

Güstrow Güstrower bauen Dorf in Gambia auf

Seit 1997 setzt sich ein Verein für einen Ort in Westafrika ein. Nun reisen die Helfer wieder in den Süden.

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Baubetreuer Lamin Gai (r.) aus Gambia war für den Schulneubau in Labakoreh verantwortlich.

Quelle: Monika Thomsen

Güstrow. Neue Häuser, bessere Infrastruktur und gute hygienische Bedingungen: Die Einwohner der afrikanischen Kleinstadt Labakoreh in Gambia haben durch die Hilfe Güstrower Bürger jetzt einen verbesserten Lebensstandard. „Ihnen und uns stehen regelmäßig Tränen in den Augen, wenn wir sehen, was erreicht wurde“, sagt Monika Thomsen, die den Ort seit 17 Jahren unterstützt. Auf ihrer nächsten Reise steht das Zähneputzen auf dem Plan. Dort werden bisher Baumwurzeln für die Mundhygiene verwendet. Verfaulte und ausgefallene Zähne sind dort keine Seltenheit. Mit Hunderten Zahnbürsten im Gepäck beginnt am Montag die nächste Reise. Das ist allerdings nicht das einzige Projekt, das dort angepackt wurde. Bisher entstanden durch mehrere tausend Euro Spenden eine Schule, ein Kindergarten, ein Gesundheitszentrum und eine Wasserleitung.

Schon seit 1997 engagieren sich Güstrower Bürger erst privat und später im Verein „Bützower für Gambia“. Vorsitzende Monika Thomsen (65) erinnert sich, wie alles begonnen hat: „Ich war vor 17

Jahren privat in dem Land. Die touristischen Zentren sind traumhaft. Aber ich habe schnell festgestellt, dass besonders im Hinterland Hilfe dringend notwendig ist.“ Schnell wurden Kontakte geknüpft und ein Verein gegründet. „Mit 405 D-Mark sind wir nach einem Jahr zurückgekehrt und konnten die Kinder mit Schulkleidung und Unterrichtsmaterialien ausstatten“, sagt sie. Das Projekt fand hierzulande immer mehr Zustimmung. Spenden aus großen Teilen des Landkreises — von Güs-

trow bis nach Rostock und Graal Müritz — flossen auf das Konto des Vereins. 2000 konnte somit das erste Schulgebäude im Ort eröffnet werden. Mittlerweile ist der Sitz in Güstrow, nur der Vereinsname ist geblieben.

„Uns ist es wichtig, dass wir mit dem Geld jedes Jahr die Lehrer finanzieren können und es für das Essen und die Unterhaltung der Schule reicht“, berichtet die Vorsitzende. Bisher ist der Plan aufgegangen, die Spenden reichten aus. Im letzten Jahr kam sogar so viel zusammen, dass eine neue Wasserleitung gelegt werden konnte. Nun fließt der wichtige Rohstoff zu den Toiletten, zur Küche und zum großen Waschbecken vor der Schule. Thomsen: „Für die Bewohner bedeutet das eine große Arbeitserleichterung. Bislang musste das Wasser in Eimern zur Küche und zur Toilette getragen werden.“

Eines der wichtigsten Ziele, die der Güs-

trower Verein verfolgt, ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Für die Bauten werden Handwerker vor Ort bezahlt, die Materialien in Gambia eingekauft. Auch das Projekt „Zähneputzen“ soll nachhaltig wirken.

„Wir zeigen ihnen nicht nur den richtigen Umgang, sondern schulen auch Lehrer und Eltern“, erklärt sie.

Die Selbsthilfe fängt bei der Bildung an. Durch Patenschaften konnten schon 20 afrikanische Jugendliche eine weiterführende Schule besuchen oder eine Ausbildung beginnen. „Eine 17-Jährige weinte heftig, als sie von ihrer Patenschaft erfuhr. Die jungen Leute wissen, dass sie nur durch eine gute Bildung auch ihr Leben verändern können.“ Monika Thomsen, die zehn weiteren Vereinsmitglieder und Sympathisanten wollen nicht aufgeben und weiterhin die Ausbildung aller fast 100 Kinder von Labakoreh ermöglichen.

Hilfe für 2000 Einwohner

20 Patenschaften zwischen 120 und 180 Euro pro Jahr wurden bisher geschlossen. Diese Summe reicht aus, um ein Kind aus Labakoreh ein Jahr lang zu einer weiterführenden Schule zu schicken.


Die Stadt hat 2000 Einwohner. Es gibt dort etwa 100 Kinder, die in eine weiterführende Schule gehen könnten.

1500 Quadratmeter Fläche stellte der Bürgermeister des Ortes für die Schule kostenlos zur Verfügung.
Die Menschen
sind unendlich dankbar für unsere Hilfe.“Monika Thomsen,
Bützower für Gambia

 



Mathias Otto

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Güstrow
Monika Thomsen, Vereinsvorsitzende von „Bützower für Gambia“ bereitet sich auf die nächste Reise nach Afrika vor.

Seit 1997 setzt sich ein Verein aus Güstrow für die Entwicklungshilfe in Gambia ein. Mehrere zehntausend Euro Spenden wurden bisher gesammelt.

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