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Herzensprojekt seit 15 Jahren

Schwaan Herzensprojekt seit 15 Jahren

Seit einem Vierteljahrhundert leitet Heiko Brunner das Kunstmuseum Schwaan. Im Jubiläumsjahr wird dort monatlich eine Sonderausstellung gezeigt.

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Das erste Gemälde aus der Sammlung des Kunstmuseums Schwaan: „Die Stadt Schwaan“ (1928) von Franz Bunke. REPROS(2): DIETMAR LILIENTHAL

Schwaan. Das Kunstmuseum Schwaan, das 2002 in der liebevoll sanierten Wassermühle sein Zuhause gefunden hat – für Museumsleiter Heiko Brunner ist es ein Herzensprojekt. Um die ersten Bilder kümmerte sich der 62-Jährige als Mitarbeiter der Stadt bereits, bevor es das Museum gab. Inzwischen leitet er die Geschicke des Hauses seit 15 Jahren. Aus zwölf sind rund als 200 Bilder geworden, mehr als 350 Arbeiten, rechnet man Grafiken und Zeichnungen dazu.

OZ-Bild

Seit einem Vierteljahrhundert leitet Heiko Brunner das Kunstmuseum Schwaan. Im Jubiläumsjahr wird dort monatlich eine Sonderausstellung gezeigt.

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Kunstmuseum

Das Kunstmuseum Schwaan (Mühlenstraße 12) zeigt bis Oktober 2018 monatlich wechselnde Ausstellungen zur Künstlerkolonie (Eintritt 4 Euro, ermäßigt 3 Euro).

Alle Ausstellungen : www.kunstmuseum-

schwaan.de

„Mit diesem Bild hat alles angefangen“, sagt Brunner und deutet auf das Gemälde „Die Stadt Schwaan“ aus dem Jahr 1928 von Franz Bunke. Der Künstler selbst hatte es der Stadt einst mit Widmung geschenkt. Bunke, der zunächst in Rostock bei Paul Tischbein Zeichenunterricht erhielt und später an der Weimarer Malerschule Schüler von Theodor Hagen war, gilt als Begründer, Repräsentant und zentrale Persönlichkeit der Künstlerkolonie. Auch weil er zahlreiche seiner Weimarer Schüler und Kollegen wie Paul Baum, Richard Starcke und Otto Tarnogrocki mit nach Schwaan brachte und Schwaaner wie Peter Paul Draewing und Rudolf Bartels unterrichtete, die später ebenfalls in Weimar studierten. Letztere bilden neben Bunke und dem Maler Alfred Heinsohn, der seit 1902 zur Schwaaner Künstlergruppe gehörte, den Schwerpunkt der Dauerausstellung.

„Wie alles begann“, können sich die Besucher im Erdgeschoss in einer Sonderausstellung ansehen, in der – neben dem Bild Bunkes – die ersten elf Exponate zu sehen sind, die im Oktober 2002 im neu gegründeten Kunstmuseum der Stadt gezeigt wurden. Den Anstoß für das Museum habe 1992 eine Ausstellung in Schwerin zum Thema 100 Jahre Künstlerkolonie Schwaan gegeben. „Damals besaß die Stadt Schwaan zwölf Bilder, die als Leihgabe angefragt wurden. Wir fanden das Thema so spannend, dass wir weitermachen wollten“, sagt Brunner. Mit dem Tod von Franz Bunke, kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, sei auch das Thema Künstlerkolonie Schwaan zunehmend in Vergessenheit geraten. „Wir wollten es wieder in die Köpfe der Menschen zurückholen“, so Brunner. Mit Hilfe von Fördermitteln sei es der Stadt gelungen, die rund 300 Jahre alte Wassermühle zu sanieren und dort 2002 das Museum zu eröffnen.

„Letztlich war es die Qualität der Künstler, die überzeugt hat“, sagt Brunner. 2001 habe das Germanische Nationalmuseum Nürnberg die Künstlerkolonie Schwaan als eine der 36 bedeutendsten Künstlerkolonien im gesamteuropäischen Raum aufgelistet. „Das hat uns darin bestärkt, das Projekt weiterzuverfolgen“, so Brunner. Mit Hilfe von Fördermitteln und Sponsoren sei es gelungen, weitere Arbeiten anzukaufen, hinzu kamen private Leihgeber und Schenkungen. Heute verfügt das Haus über mehr als 350 Arbeiten, von denen einige als internationale Leihgaben bereits in den USA, Frankreich, den Niederlanden und Belgien zu sehen waren.

„Das Besondere an der Schwaaner Kolonie ist, dass alle Künstler von der Weimarer Malerschule und Theodor Hagen beeinflusst wurden und dennoch einen individuellen Weg eingeschlagen haben“, sagt Brunner. So lasse sich 50 Jahre Kunstgeschichte an den Schwaaner Künstlern ablesen. „Von Bunke, der gegenständlich und naturalistisch gemalt hat, über Bartels, der die Moderne wesentlich mitgeprägt hat, bis hin zur abstrakten Darstellung von Alfred Heinsohn“, so Brunner. „Die Spannbreite reicht von der ausgehenden Romantik bis zum Expressionismus und zeigt, dass die Schwaaner Künstler den jeweiligen Zeitgeist mitgelebt haben.“

Das zeigt sich auch in den Ausstellungen, die im Jubiläumsjahr monatlich wechselnd Maler, Begebenheiten und Besonderheiten aus 15 Jahren Museumsarbeit vorstellen. Ab morgen ist dort Alfred Heinsohn zu sehen. „Einige der Arbeiten, verrät Brunner, der nach 15 Jahren nichts von seiner Sammelleidenschaft verloren hat, „ habe ich auf dem Flohmarkt gefunden.“

Stefanie Büssing

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