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Güstrow Kran hebt tonnenschweres Kraftwerk
Mecklenburg Güstrow Kran hebt tonnenschweres Kraftwerk
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00:00 01.02.2014
Güstrow

Präzisionsarbeit trotz eisiger Kälte: Die wichtigsten Teile für das Güstrower Heizkraftwerk West 1 stehen jetzt im Trockenen. Bis es aber so weit war, vergossen die Arbeiter viel Kraft und Schweiß, um die insgesamt sieben Tonnen schweren Module durch die schmale Tür ins Gebäude zu bugsieren.

Im nächsten Schritt werden die erdgasbetriebenen Kompaktmodule eingebracht. Im April soll das 1,7 Millionen Euro teure Werk laufen. Monatelang wurden die beiden Bauteile im Viessmann-Werk im hessischen Allendorf hergestellt und begaben sich auf die 600 Kilometer lange Tour nach Güstrow. Da jedes der beiden Metallkörper 3,5 Tonnen wiegt, kam auch ein Kran zum Einsatz.

„Die Anlieferung der beiden Erdgaskessel, die schon im Kraftwerk eingebaut sind und arbeiten, verlief weniger aufwendig. Damals hatte das Gebäude noch kein Dach, und die Teile konnten fast problemlos eingebracht werden“, erinnert sich Marketing-Leiterin Juliane Fuchs von den Stadtwerken. Das Dach ist mittlerweile montiert, also blieb nur eine knapp zwei Meter breite Tür, durch das die Module ins Innere gelangen konnten. Zusätzlich machte den Arbeitern auf der Baustelle die Kälte zu schaffen. Temperaturen bei minus fünf Grad und Wind erschwerten die Anlieferung erheblich.

Der Zeitpunkt für die Arbeiten wurden witterungsbedingt von 9 Uhr auf die Mittagsstunden verlegt. Doch auch diese Zeitverschiebung brachte kein schnelleres Ergebnis auf der Baustelle. Die beiden Kompaktmodule standen so dicht nebeneinander auf dem Lkw, dass die Schlaufen für den Kran nicht umgelegt werden konnten. Am Nachmittag dann die Erleichterung. Mit einer Seilwinde trennten Arbeiter die schweren Bauteile voneinander, und der Kranfahrer hob sie anschließend mit äußerster Vorsicht bis zur Eingangstür.

Arbeit geschafft. Nicht ganz, denn jetzt geht das Werkeln im Blockheizkraftwerk weiter. „Wir haben Schwingungsdämpfer am Boden angebracht, damit sie keinen unnötigen Lärm verursachen. Verschraubt werden müssen sie nicht zusätzlich. Die Module bringen so viel Eigengewicht mit, dass diese Arbeit überflüssig macht“, erklärt Projektleiter und Abteilungsleiter Fernwärme der Stadtwerke, Hans Hall.

Die Bauarbeiten werden zudem regelmäßig kontrolliert, damit der Lärm, der von dieser Anlage ausgeht, Grenzwerte nicht überschreitet. „Wir halten alle Richtlinien ein“, sagt Hall, der von der modernsten Anlage in Sachen Wirtschaftlichkeit und Lärmschutz spricht.

Wenn das Heizkraftwerk West 1 im April vollständig in Betrieb geht, wird es möglich sein, jährlich bis zu 1850 Megawattstunden Elektroenergie zu erzeugen. Das reicht aus, um 560 Vierpersonenhaushalte im Westen der Stadt mit Strom zu versorgen. Der erste Schritt ist bereits getan, im Oktober 2013 wurde die ehemalige mobile Heizanlage durch eine Kesselanlage ersetzt. „Damit haben wir das Versorgungsgebiet planmäßig und rechtzeitig abgesichert und bedienen die angeschlossenen Haushalte mit Wärme während dieser Heizperiode“, sagt Geschäftsführer Edgar Föniger.

Weststadt ist abgesichert

25 Kubikmeter Fassungsvermögen werden die beiden Wärmepufferspeicher haben, die im März im Außenbereich des Kraftwerkes aufgestellt werden.


Der restliche Platz ist für zwei Rückkühlwerke vorgesehen.

1,7 Millionen Euro kostet das Bauvorhaben, das nach den Planungen Anfang April abgeschlossen sein wird.



Die gesamte Leistung im Heizkraftwerk wird somit künftig 3215 Kilowatt betragen und damit einen Teil des Bedarfs in der Weststadt abdecken.



Mathias Otto