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Wallensteins Brunnen ist sicher: Jetzt graben die Forscher weiter

Güstrow Wallensteins Brunnen ist sicher: Jetzt graben die Forscher weiter

Nachdem die Spundwände für den Löschwasser-Speicher eingesetzt sind, graben die Fachleute nun die historische Wasserkunst am Güstrower Schloss aus.

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Bauarbeiter Jörg Zienicke gibt Anweisungen für das Einsetzen der letzten Spundbohle, die Wallensteins Brunnen schützen soll.

Quelle: Michaela Krohn

Güstrow. Die Stahlwand neben dem Güstrower Schloss steht. Wallensteins Brunnenanlage ist vor Erschütterungen gesichert. Die letzte Spundwand brachten Arbeiter einer Tiefbaufirma aus Jarmen gestern in die Erde ein. Ihre Arbeit musste passgenau verlaufen, denn nur wenige Meter entfernt befindet sich — versteckt im Erdreich — eine 450 Jahre alte Wasserkunst mit Brunnenanlage und Leitungen. Und die stehen nun im Fokus der Historiker.

„Es ist erstaunlich, dass wir die Anlage zu Gesicht bekommen, nachdem sie so lange vergraben war“, sagt Holger Fries, der schon im letzten Jahr mit den Ausgrabungen begonnen hatte. Die Arbeiten kamen erst zustande, da ein Löschwasser-Speicher an dieser Stelle in die Erde gebracht werden sollte. Schon seit einem Jahr weckt der Brunnen das Interesse der Archäologen. „Wenn die Zisterne verbaut ist, beginnen wir wieder mit unseren Ausgrabungen. Die Anlage wird bis zum Brunnen ausgebaggert“, sagt Michael Schirren, Dezernent für urgeschichtliche Befestigungen im Landesamt für Kultur und Denkmalpflege. Bei ersten Ausgrabungen kamen bereits Keramikscherben, Nägel, Scharniere und Tuchplomben zum Vorschein. Diese Stücke wurden dokumentiert und lagern im Archiv. „Wir beschränken uns jetzt mit den Befunden und nicht mit den Funden“, erklärt Schirren.

Wichtig sei die Erforschung des mittelalterliche Grabens, der vom Schloss bis zum Brunnen verläuft. Dazu gehören auch Baudaten aus dieser Zeit. Um die Reste des Brunnens nicht zu zerstören, lag das Artefakt während der derzeitigen Arbeiten unter einer meterdicken Sandschicht. Eine Druckmaschine presste tonnenschwere Spundwände in die Erde. Zwei Funktionen wird diese Konstruktion später haben.

Zum einen wird sie den Löschwasser-Speicher schützen, der neben dem Schloss errichtet werden muss. „Der Behälter ist für den Einsatz der Feuerwehren gedacht, damit Wasser für die ersten sechs bis sieben Minuten vorhanden ist“, erklärt Christian Hoffmann vom Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL). Der BBL ist zuständig für die Verwaltung des Schlosses. Eine der wichtigsten Aufgabe für Archäologen erfüllt die Mauer jedoch durch den Schutz der alten Brunnenanlage.

Die Zisterne sollte ursprünglich an der Stelle errichtet werden, wo sich die Wasserkunst befindet. Sie musste umgesetzt werden. Mit dem sensationellen Fund verlängerte sich somit die Bauzeit.

Hoffmann: „Unsere Arbeiten verlaufen eng mit den Vorhaben aus dem Landesamt. Einerseits müssen wir den Speicher bauen, andererseits sind die Funde für die Archäologen von besonderer Wichtigkeit.“

Nachdem die Spundwände stehen, „wird im nächsten Schritt die Erde dazwischen wieder entfernt, die Zisterne eingesetzt und anschließend wieder mit Sand bedeckt.“ Bis zum Sommer soll die Arbeit beendet sein.

• Online:

Ein Video zum Brunnen sehen Sie auf www.ostsee-zeitung.de

Historischer Fund

1562 wurde die Wasserkunst gebaut. Daran war ein Brunnen angeschlossen. Noch heute sind Fliesen sichtbar, mit denen er verkleidet war.
1978 führten Studenten der Werkakademie Freiberg Georadaruntersuchungen am Güstrower Schloss durch und lokalisierten die Stelle am Westflügel.


Bei Rohrleitungsuntersuchungen wenig später wurde das Fundament entdeckt. Im letzten Jahr begannen die ersten Ausgrabungen. Diese Arbeit wird bald fortgesetzt.

 



Mathias Otto

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Güstrow
Spundbohlen und Spundwände schützen den mehr als 450 Jahre alten Brunnen im Güstrower Schlossgarten.

Nachdem die Spundwände für den Löschwasserspeicher am Güstrower Schloss eingesetzt sind, beginnen nun die Ausgrabungen an der Wasserkunst.

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