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Güstrow Nach acht Jahren: Lärmschutz für Wohngebiet
Mecklenburg Güstrow Nach acht Jahren: Lärmschutz für Wohngebiet
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00:00 02.04.2014
Das Wohngebiet zwischen Wallensteinstraße und Schwarzer Weg soll eine neun Meter hohe Schallschutzmauer bekommen. Quelle: Fotos: Mathias Otto

Anwohner im neuen Wohngebiet zwischen Wallensteinstraße und Schwarzen Weg können sich auf ruhige Abende einstellen. Eine Schallschutzwand soll den Lärm des angrenzenden Studentenclubs (Stuk) fernhalten und somit die Wohnqualität steigern. Nach acht Jahren kommt also wieder Schwung in diese Angelegenheit. In den nächsten Wochen kann nach Zustimmung der Stadtvertreter mit dem Bau begonnen werden. „Das wird auch langsam Zeit“, sagt Isabel Walther. Sie wohnt zwar in der Innenstadt und somit einige hundert Meter entfernt, aber „wenn der Wind an einigen Wochenenden ungünstig weht, kann man die Musik bis zum Franz-Parr-Platz hören“.

Der Stuk ist immerhin seit 23 Jahren an diesem Standort, die Frage nach einer Schallschutzmaßnahme stellte sich aber erst Jahre später, als ein neues Wohngebiet entstand. Im November 2006 schloss die Stadt mit dem Vertragspartner Landesgrunderwerb Mecklenburg-Vorpommern (LGE) einen Erschließungsvertrag, der den Bau einer Schutzeinrichtung vorsah. „Die Stadt hat damals vertraglich festgelegt, dass Güstrow Flächen für den Lärmschutz bereitstellt“, erklärt Stadtrat Andreas Brunotte (CDU). Nur kurz vor Vertragsabschluss habe die LGE dann einen Rückzieher gemacht. Erst Ende 2012 wurden die Stadtvertreter wieder aktiv und beschlossen, dass eine Schutzanlage in Form eines Lärmschutzwalls errichtet werden soll. Erst vor fünf Monaten meldete sich die LGE wieder. Ein Lärmschutzwall sei für sie aus verschiedenen Gründen nicht realisierbar und müsse durch eine begrünte Schallschutzwand ersetzt werden. Brunotte: „Güstrow hat Grund und Boden zur Verfügung gestellt. Wir können jetzt nicht auch noch die LGE zum Jagen tragen.“ Um eine schnelle Umsetzung nicht zu gefährden, will die Stadt den Vertragspartner vorerst aber nicht verklagen.

Die Mauer soll jetzt neben dem Stuk sieben Meter hoch sein und entlang des Regenrückhaltebeckens mit einer Höhe von neun Metern verlaufen.

Hartmut Reimann (SPD) habe sich intensiv mit diesem Baugebiet beschäftigt und sieht jetzt keine andere Möglichkeit, als eine Wand zu errichten. „Der Wall hätte einen zu breiten Fuß und würde sogar in das Rückhaltebecken reingehen. Eine Mauer muss aber schleunigst errichtet werden. Wir müssen den Anwohnern endlich Antworten bieten“, sagt er.

Vor acht Jahren war die Situation ohne Wohnbebauung eine ganz andere. „Damals ist es nicht geglückt, den Stuk in ein anderes Gebiet umzusetzen. Von daher gibt es jetzt keine andere Möglichkeit“, erklärt Horst Arndt (Linke). Stephan Murr (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses, zeigte sich über die Verzögerungen der LGE nicht sonderlich beeindruckt. „Wir diskutieren seit Jahren, dass eine Schutzvorrichtung entstehen soll. Ich verstehe nicht, warum dies erst jetzt geschieht.“ Ähnlich sieht es auch Kurt Werner Langer (Freie Wähler/EB): „Unverständlich, dass es so lange dauert. Das hätte schon längst fertig sein müssen. Ich habe das Gefühl, die LGE will sich aus der Verantwortung ziehen.“

Stuk hat lange Tradition

1976 wurde der Güstrower Studentenclub unter anderem von Studenten der Pädagogischen Hochschule „Liselotte Herrmann“ gegründet.


Die ersten Räume bezog der Club in den Kellergewölben im Güstrower Schloss.

1990 wurden diese Räumlichkeiten an einen skandinavischen Investor verkauft und dienten dann als Lagerraum. Ein neues Domizil wurde in der ehemaligen Kinderkrippe auf dem Hochschulegelände gefunden.



Mathias Otto

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