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Güstrow Schloss Güstrow zeigt DDR-Kunst
Mecklenburg Güstrow Schloss Güstrow zeigt DDR-Kunst
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16:15 08.08.2018
Karlheinz Kuhn: Steilküste, 1975 Pastell Quelle: Vg Bild-Kunst, Bonn, 2018, Foto: Gabriele Bröcker
Güstrow

„Blaue Stunde II“ heißt das Aquarell mit Bleistift und Kreide von Ute Mohns aus Tarnow bei Güstrow. Ein Stillleben mit Blumenstrauß. Ein schönes Bild, ein ruhiges Bild mit kräftigen Farben, sattem Blau. Dieses Bild aufs Dekorative zu reduzieren, wäre einfach, aber schlicht falsch. „Blaue Stunde“ zeigt zweierlei, wie Regina Erbentraut, Direktorin des Schlosses Güstrow, sagt, wo das Bild in der feinen Sommerausstellung „Vom Leuchten der Farben“ zu sehen ist. Es gibt in der DDR-Kunst keine Demarkationslinie Wende. Dieses Bild stammt aus dem Jahr 1996. Und: „Man kann als Künstlerin ernst genommen werden, wenn man am Ende des 20. Jahrhunderts noch Blumensträuße malt“, so Erbentraut.

Die Museen in MV setzen sich aktuell intensiv mit DDR-Kunst auseinander. Im Staatlichen Museum Schwerin läuft die große, anspruchsvolle Schau „Hinter dem Horizont“, die auf der museal-wissenschaftlichen Ebene komplexe Fragen zu dieser Epoche stellt und beantwortet. In Güstrow läuft mit „Vom Leuchten der Farben“ nun bis 4. November eine kleinere Herangehensweise, die über die sinnliche Wahrnehmung - das Sehen - kommt.

38 Aquarelle, Gouachen, Kreide- und Farbstiftzeichnungen aus der Zeit von 1964 bis 1996 zeigen ein enormes Spektrum. Sie stammen aus der Kunstsammlung des Landes und werden gezeigt, weil die Mitarbeiter des Museums bei der konservatorischen Arbeit immer wieder dachten: „Ach, ist dieses Blatt schön - das müsste man mal zeigen.“

Regina Erbentraut zeigt nun Landschaften, Porträts, Akte und Stillleben von Künstlern wie Karlheinz Wenzel, Heinz Dubois, Sighard Dittner, Bernhard Schrock, Thea Kowar, Horst Holinski oder Karlheinz Kuhn - dem Künstler, der die Hansa-Kogge entworfen hat.

Das Bild „Steilküste“ von Kuhn aus dem Jahr 1975 zeigt in seiner Farbgebung explizit, dass DDR-Kunst nicht auf die Abbildung der Landschaft, Figuration und so genannte Staatskunst reduziert werden kann. Hier setzt sich ein Künstler intensiv mit der Kunst der Klassischen Moderne am Beispiel der Farbgebung im Expressionismus auseinander.

Oder das Porträt „Peter Putzar, Bauarbeiter in der Brigade Leo Kempin“ von Karlheinz Wenzel. In der Bildsprache und sogar im Sprachduktus der Titelgebung eindeutig Porträtkunst des sozialistischen Realismus der 50er Jahre. Porträt der Menschen aus der Arbeiterbewegung. Es stammt aber aus dem Jahr 1987 - zwei Jahre vor der Wende.

Man kann Wenzel durchaus Ironie unterstellen, so trotzig, motzig, spöttisch sein Peter Putzar da aus einer expressiven Farbexplosion auf den Betrachter schaut. In eindeutiger Ikonographie höfischer Porträtkunst verleiht er einem Arbeiter „dezidiert eine Bildwürdigkeit“, wie Erbentraut sagt, die ihm Stolz mit auf den Weg gibt. Das ist ein Stück weit Selbstbehauptung des Individuums, die im Bitterfelder Weg so überhaupt nicht angelegt gewesen ist und somit Allegorie zur sozialistischen Idee wird.

Auch diese Schau stellt die Grundsatzfrage des deutsch-deutschen Bilderstreits auf die Nagelprobe. Es gibt keine reine Figuration. Jede Kunst ist abstrakt. Es ging auch in der DDR-Kunst nie um die exakte Wiedergabe einer möglichen Wirklichkeit, sondern dem wahren Künstler stets um ein Idee und Stimmnug. Und da unterscheidet er sich vom Hobbymaler. Ob im Westen oder Osten.

Meyer Michael

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