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Güstrow Spargel satt auf Güstrows Feldern
Mecklenburg Güstrow Spargel satt auf Güstrows Feldern
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06:54 01.04.2014
Frisch gestochen: Zbigniew Jaszczuk hat bei Tieplitz den ersten Spargel der Saison geerntet. Noch bis zum 24. Juni ist er mit 80 weiteren Beschäftigten auf dem Feld. Quelle: Michaela Krohn

Vorsichtig fühlt Zbigniew Jaszczuk über die Folie, die den Boden verdeckt. Darunter verbirgt sich der erste Spargel der Saison. „Dieses Jahr ist er früh dran“, sagt er und sticht gleich mehrere weiße Stangen aus der Erde. Noch sind sie nur zu viert auf den Feldern zwischen Tieplitz und Güstrow. Doch in den nächsten Tagen werden bis zu 80 Leute dort beschäftigt sein. Zbigniew Jaszczuk ist schon seit sechs Jahren dabei.

Großflächig wird das weiße Gold derzeit geerntet. „An guten Tagen holen wir fünf bis sechs Tonnen Spargel aus dem Boden“, sagt Yvonne von Laer, Geschäftsführerin der Firma Mecklenburger Frische. Die Landwirtin ist Expertin in Sachen Spargel-Anbau. Sie hat sogar ihre erste Ingenieursarbeit über das königliche Gemüse verfasst.

Morgen, spätestens am Donnerstag beginnt die anstrengende und aufwändige Arbeit auf den Feldern. Da das Stechen immer noch Handarbeit ist, werden viele fleißige Hände benötigt. Mit 70 bis 80 Helfern wird auf den Feldern geerntet, die Spargelstangen gewaschen, kontrolliert und schließlich zu den Verkaufsständen transportiert. Zusätzlich sind bis zu 30 Verkäufer eingesetzt. Einen geschmackvollen Spargel anzubieten, erfordert großes Wissen. Zudem müssen die Voraussetzungen stimmen. „Es beginnt schon bei der Auswahl der Anbauflächen. Die Böden sollten möglichst sandig sein, um das spätere Stechen zu erleichtern. Mehrere Jahre vor der Pflanzung wird der Humusgehalt der Böden durch den Anbau von Gründüngungspflanzen angehoben“, erklärt sie. Dies sei wichtig, um die Wasserhaltekraft zu verbessern und die Pflanzen kontinuierlich mit Nährstoffen zu versorgen.

Bei der Pflanzung und Ernte spielt auch das Wetter eine wichtige Rolle. Im vergangenen Jahr konnte erst Ende April losgelegt werden. „Die alten Dämme waren lange gefroren und der Boden anschließend kalt und nass. Das waren keine guten Voraussetzungen für uns.“ Die Familie von Laer hatte deshalb mit großen Einbußen zu kämpfen. Zu warm darf es aber auch nicht sein, denn „dann sehen die Stangen keulenförmig aus und die Sprossknospen blühen auf.“ Die Voraussetzungen scheinen in diesem Jahr jedenfalls zu stimmen.

Fakt ist: Geerntet wird traditionell nur bis zum 24. Juni. Experten wissen, dass die Pflanzen eine ausreichende Regenerationszeit benötigen, um im folgenden Jahr genügend neue Sprosse bilden zu können. „Deshalb gehen wir auch nie über dieses Datum hinaus, egal wie viele Tonnen wir geerntet haben“, sagt Yvonne von Laer. Bei ihr landet dieses Gemüse während der Saison fast jeden Tag auf dem Teller, meistens geschnitten und in der Pfanne knusprig gebraten. Zbigniew Jaszczuk isst den Spargel am liebsten ganz klassisch mit Kartoffeln und einem Schnitzel: „So schmeckt er mir am besten.“

An guten Tagen holen wir fünf bis sechs Tonnen Spargel aus dem Boden.“Yvonne von Laer, Mecklenburger Frische
Heilpflanze seit 4500 Jahren
220 Spargelarten gibt es. In Tieplitz wird er seit 19 Jahren angebaut. Doch gekannt haben ihn schon die alten Ägypter. Vor 4500 Jahren entdeckten sie ihn als Heilpflanze, die harntreibend ist und gegen Gelbsucht half. Aufgrund dieser Eigenschaften wurde das Gemüse als Heilmittel bis ins 19. Jahrhundert hinein verwandt. Die Samen wurden sogar zur Herstellung von Malzkaffee benutzt.
Busse ersetzen Regionalzüge
Wegen Gleisbauarbeiten zwischen Rostock und Güstrow gibt es vom 4. bis 27. April Fahrplanänderungen bei den Regionalbahnen. Der Halt Güstrow entfällt daher und wird mit einem Halt in Plaaz ersetzt. Die Deutsche Bahn richtet aber einen Pendelverkehr mit Bussen zwischen Plaaz und Güstrow ein. Die Busse haben einen direkten Anschluss an die Regionalzüge der Linie RE 5.
Vom 8. bis 10. April fällt auch der Zug mit Abfahrt von Waren und Rostock aus und wird durch Busse ersetzt. Vom 9. bis 11. April fällt der Zug aus Rostock, der um 4.34-Uhr von Rostock nach Waren fährt, aus und wird ebenfalls durch Busse ersetzt.
Reisende werden gebeten, die früheren Abfahrtszeiten des Ersatzverkehrs von etwa 40 Minuten zu beachten.
Klinikum feiert 15. Geburtstag
Das Güstrower KMG-Klinikum besteht seit 15 Jahren. „Dies ist uns Anlass“, sagt Verwaltungsdirektor Matthias Fischer, „interessierte Bürger aus dem Landkreis zu einem Tag der offenen Tür einzuladen. Wir wollen für die Menschen in der Region ein Klinikum sein, das Krankenhausbehandlungen auf hohem zeitgemäßen medizinischen Niveau anbietet.“ Das Jahr 2014 stehe im Zeichen der Umstrukturierung. Die Begleitung Sterbender soll verbessert und eine Palliativstation aufgebaut werden. Auch die Eröffnung einer speziellen Abteilung für Altersmedizin (Geriatrie) im Herbst ist geplant.
Ab 10.15 Uhr gibt es allgemein verständliche medizinische Vorträge von Ärzten des Krankenhauses. Parallel dazu werden Führungen in diagnostische Bereiche, den Kreißsaal oder zum Hubschrauberlandeplatz angeboten. In der Halle und den daran angrenzenden Räumen sind verschiedene Stände aufgebaut.
Tag der offenen Tür: ab 10 Uhr im KMG-Klinikum, Trendelenburg-Allee 2



Michaela Krohn und Mathias Otto

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