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Güstrow Stadt will Hoheit über Stahlhof-Gelände behalten
Mecklenburg Güstrow Stadt will Hoheit über Stahlhof-Gelände behalten
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00:00 02.04.2014
Der Stahlhof darf kein Allerwelts- stadtteil werden.“Peter Hoff, Fraktion Freie Wähler

Bis Ende Juli sollen die Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Gelände des Stahlhofes beendet sein, damit dort Wohn- und Einzelhandelsflächen entstehen können. Ob das Grundstück in einem Investorenwettbewerb oder einer Mehrfachbeauftragung ausgeschrieben wird, ist derzeit Thema in den Ausschüssen der Stadt. Eine Präferenz zeichnet sich jedoch ab: Die Stadt will so lange wie möglich den Finger drauf halten, selbst bestimmen, was mit dem Filetstück passieren soll. Kultur- und Bauausschuss stimmten daher einstimmig für eine Mehrfachbeauftragung.

„Die Vorgaben für beide Verfahren würden gleich sein“, sagt Regine Schneider vom Stadtentwicklungsamt. Doch bei einer Mehrfachbeauftragung sei die Stadt die ganze Zeit über Herr des Verfahrens. „Käme eine Investor, würde er sicher sein eigenes Planungsbüro beauftragen und wir hätten kaum Einfluss“, erklärt Schneider weiter.

Peter Hoff (Freie Wähler) plädierte im Kulturausschuss zudem dafür, aus dem Gelände keinen Allerweltsstadtteil zu machen. „Wir können das Projekt nicht in fremde Hände geben.“ Zudem hätte man ein Alleinstellungsmerkmal erhalten können, wenn man die van Tongelsche Halle nicht so hätte verkommen lassen. „Jetzt ist es zu spät, sie ist abgerissen. Trotzdem: Ohne Träume und Visionen können wir nichts aus der Fläche machen“, unterstreicht Peter Hoff.

Sebastian Berg (CDU) warf ein: „Wir dürfen nicht erwarten, dass die Investoren vor Güstrows Türen Schlange stehen.“ Außerdem müsse man aufpassen, aus dem Stahlhof nicht so ein Flickwerk wie die Rostocker Holzhalbinsel mit Billigsupermärkten und Parkhaus zu machen. Jane Weber, Leiterin des Stadtentwicklungsamtes, wies im Bauausschuss darauf hin, dass bereits 1994 ein Investorenwettbewerb von der Stadt ausgeschrieben wurde: „Hochtief hatte damals gewonnen, dann jedoch einen Rückzieher gemacht“ — auch weil dann die Streitigkeiten mit dem ehemaligen Besitzer der Kleiderwerke begannen. „Wir müssen gucken, ab welchem Punkt wir die Fläche aus der Hand geben.“ Die Stadt hätte jetzt als Besitzerin der Fläche bessere Ausschöpfungsmöglichkeiten.

„Juristisch ist jetzt auch alles geklärt“, sagt Maik Titze, Abteilungsleiter für Gebäudemanagement im Bauamt. Regine Schneider fügt hinzu: „Das Model von 1994 ist für uns auch nicht mehr aktuell.

Damals wurde auf dem Gelände architektonisch viel zu eng geplant.“ Jetzt ginge es zunächst darum, ein neues städtebauliches Konzept zu erstellen.



Michaela Krohn

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