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Thulendorf wehrt sich gegen Bordell

Thulendorf Thulendorf wehrt sich gegen Bordell

Bewohner fordern, dass Amt und Landkreis einschreiten. Doch die lassen sich Zeit.

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Das ehemalige Gutshaus in Thulendorf sorgt für Gesprächsstoff in der Gemeinde. Viele lehnen dort ein Bordell ab.

Quelle: Ove Arscholl

Thulendorf. Ein Dorf kämpft gegen die Rotlichtszene. Seit einer Woche hat die „FKK Villa La Vie“ in Thulendorf geöffnet. Anwohner sind empört, dass sich in ihrer Nachbarschaft Frauen prostituieren, haben Angst vor organisierter Kriminalität. Im Internet werde für ein Bordell an der Kirchenstraße geworben, sind sich viele sicher. „Selbst Kinder kommen in die Bürger-Sprechstunde und beschweren sich“, sagt Thomas Bittorf, stellvertretender Bürgermeister. „Wir lassen uns das nicht gefallen.“

Die Thulendorfer nehmen das Amt Carbäk und den Landkreis Rostock in die Pflicht. „Es muss schnell gehandelt werden, bevor sich ein Bordell etabliert“, sagt Bittorf. Klar sei: Laut Landesverordnung wäre ein Bordell in der 600-Einwohner-Gemeinde Thulendorf illegal. Mindestens 15 000 Einwohner müsste ein Ort zählen, damit ein entsprechendes Etablissement eröffnen darf. Zudem müsste die Gemeinde zustimmen. Die Thulendorfer hätten lediglich eine Pension genehmigt. „Wir sind bewusst getäuscht worden“, sagt der stellvertretende Bürgermeister.

Dem Landkreis liegt der Antrag für eine Pension vor. In dieser Woche sei das Gutshaus besichtigt worden. „Baurechtlich reichen unsere Informationen nicht aus, um eine Nutzungsunterlassung zu verfügen“, sagt Landkreis-Sprecher Kay-Uwe Neumann. Da es sich offensichtlich um verbotene Prostitution handele, seien das Ordnungsamt und die Polizei gefragt. „Das Ordnungsamt besitzt eine andere rechtliche Handhabe, um Tatsachen zu schaffen“, sagt Neumann. Am Montag treffen sich Landkreis und Amt Carbäk zu einer Lagebesprechung. Im Internet werben die Betreiber derweil offensiver für ihre FKK-Villa. „Hübsche schlanke Adriana verwöhnt Dich mit Leidenschaft“, heißt es in einer Anzeige. „Hier können wir gemeinsam ne Menge Spaß haben. Ob Pool, Sauna oder Pornokino . . . auf jeden Fall kein 08/15.“ Model Adriana lockt: „Bring auch gern noch nen Freund mit, denn ich hab' hier noch einige Freundinnen!“ 700 Quadratmeter sei das Etablissement groß, 365 Tage im Jahr von 14

bis 2 Uhr geöffnet. Zum Kennenlernen warben die Betreiber am Montag mit freiem Eintritt. An diesem Wochenende gebe es einen Spezialtarif.

Der Landkreis kennt die Werbung im Internet. „Wir werden den Sachverhalt weiter beobachten und prüfen“, sagt Neumann. Die Polizei könne erst handeln, wenn eine Straftat vorliege, erklärt Sprecherin Isabel Wenzel.

Für Thulendorfs stellvertretenden Bürgermeister Bittorf ist die Sache dagegen eindeutig: „Es gibt klare gesetzliche Regelungen, nach denen verfahren werden muss. Ein Bordell ist nicht zulässig. Da gibt es kein langes Reden.“ Den ehrenamtlichen Gemeindevertretern seien jedoch die Hände gebunden. „Wir sind auf das Amt Carbäk angewiesen. Es muss die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen durchsetzen. Dafür zahlen wir schließlich die Amtsumlage.“

 



André Wornowski

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