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Güstrow Hortkinder weichen in Grundschule aus
Mecklenburg Güstrow Hortkinder weichen in Grundschule aus
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07:21 22.08.2014
Von außen ist der Hort fertig. Im Innenraum muss derzeit noch der Estrich trocknen. Quelle: Fotos: Mathias Otto

Hiobsbotschaft für die Eltern, die ihre Kinder ab Montag im neu gebauten Hort der Wossidlo-Schule unterbringen wollen. Die Stätte „Bärenhaus“ vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) in der Walkmühlenstraße wird nicht rechtzeitig zum Schulbeginn fertig. Die Arbeiten verlängern sich. Die Eröffnung des 1,6 Millionen-Euro-Projektes muss verschoben werden. Erst Mitte Oktober sollen die restlichen Arbeiten fertig sein. Klaus-Peter Struve vom DRK-Vorstand wollte gestern eigentlich mit den Kindern und Eltern das neue Haus einweihen und feierlich den Schlüssel an die Horterzieher überreichen. Doch stattdessen führte er durch halbfertige Räume.

„Der Estrich ist schuld“, erklärt Britt Zschuckelt vom Ingenieurbüro Strübing und Zschuckelt aus Thürkow die Verzögerung. Der Estrich konnte im Juli durch das schwülwarme Wetter nicht trocknen.

„Normal benötigt er vier bis sechs Wochen. Jetzt müssen wir von der doppelten Zeit ausgehen“, sagt Britt Zschuckelt. Mehrere Kondens-Trockner arbeiten in diesen Tagen in den zwei Stockwerken auf Hochtouren, damit der Estrich bald trocknet. Erst jetzt, wenn das Wetter nachts auf zehn bis 15 Grad abkühlt, sollen optimale Bedingungen zum Trocknen des Estrichs vorherrschen. „Erst danach können wir mit dem Bodenbelag beginnen. Und mit den Einbauten, wie Innentüren, Glaswände und Möbel“, so Architektin Katharina Hinz.

Mit den Änderungen kommen auch die sieben Erzieher des Hortes und die Eltern ins Schwitzen. Für die 132 Grundschüler muss schnell eine Ersatzlösung her. Wohin kann mein Kind gehen, wenn die Schule beendet ist? Wo sollen sie an den Nachmittagen ihre Freizeit verbringen, wenn wir noch arbeiten sind? Die Eltern hatten viele Fragen, die es nun vier Tage vor Schulbeginn zu klären galt. Anja Seyfert, künftige Hortleiterin, konnte aber beruhigen. „Wir haben die Genehmigung erhalten, dass wir bis zur Beendigung der Arbeiten die Klassenräume der Grundschule nutzen können. Vormittags findet ganz normal Unterricht statt, nachmittags sind wir drin“, sagt sie. Auch für die vier Sprachheilklassen, die eigentlich in den Vormittagsstunden die Räume im neuen Hort füllen sollten, ist eine Lösung gefunden. Anja Seyfert: „Sie werden weiterhin in der Hamburger Straße unterrichtet, aber anschließend mit dem DRK-Fahrdienst zum Hort gebracht. Wir wollen keinen getrennten Hort für die Kinder einrichten. Das scheint für uns die beste Lösung zu sein.“ Es wird, wie danach auch, ab sechs Uhr einen Frühhort geben. Nach dem Unterricht kümmern sich die sieben Erzieher bis 17.30 Uhr um die Grundschüler.

Trotz Verzögerung wurde das Haus dennoch schnell gebaut. Im Oktober 2013 wurde der Grundstein gelegt, im Februar folgte das Richtfest. Seit 2005 laufen aber schon die Überlegungen, wie der Schulstandort in Güstrow künftig aussehen soll. Nachdem feststand, dass ein Umzug aus der Hasenwaldschule unausweichlich wurde, fiel die Entscheidung für einen Hortneubau. An diesem Vorhaben arbeiteten der DRK-Kreisverband Güstrow und die Barlachstadt aber schon seit 2008 eng zusammen. Nach der Standortwahl gingen 2012 fünf Architekturbüros mit ihren Ideen ins Rennen. Das Ingenieurbüro für Bauplanung Strübing und Zschuckelt bekam schließlich den Zuschlag. Damit das Gebäude die gewünschte Standfestigkeit bekommt, wurden 52 Pfähle zehn Meter tief in die Erde geschlagen. Bis zum Sommer wurden noch weitere Tonnen Stahl verarbeitet, insgesamt 27.

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Mathias Otto

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