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Tagung: Gewässer brauchen mehr Bewegung

Güstrow Tagung: Gewässer brauchen mehr Bewegung

Zum Weltwassertag trafen sich Experten in Güstrow, um über „Wasser und Energie“ zu sprechen.

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Wir betreiben ein Kraftwerk, das reinen grünen Strom erzeugt.“Edgar Föniger, Stadtwerke Güstrow

Güstrow. Heute ist Weltwassertag. In Güstrow trafen sich daher schon gestern Experten aus Wirtschaft, Politik und Forschung, um sich zum diesjährigen Thema „Wasser und Energie“

auszutauschen. Besondere Problematik: Die Entsorgung der Abwässer macht den Kommunen Probleme. Sie müssen sich an die ab 2015 geltende europäische Wasserrahmenrichtlinie halten. Das bedeutet vor allem Kosten in Millionenhöhe, denn eine ökologische Wassernutzung ist teuer. Klar ist nur: Die Richtlinie erhöht die Anforderungen der Klärsysteme, deshalb müssen viele erneuert werden.

Ute Hennings, Abteilungsleiterin für Wasser und Boden im Umwelt- und Landwirtschaftsministerium, sagt dazu: „Bis 2015 müssten die Bestimmungen eigentlich umgesetzt werden. Doch dafür müssen Grundstücke gekauft oder die Besitzer für die Maßnahmen entschädigt werden.“ Oft seien die Grundstückspreise einfach zu hoch, sagt Hennings. Die Arbeiten können Millionen kosten. Daher würde die Frist bis zur Umsetzung der Maßnahmen bis mindestens 2021 verlängert — in einigen Fällen sogar bis 2027. In ganz Mecklenburg-Vorpommern seien für die Arbeiten an den Gewässern bislang etwa 2,5 Milliarden Euro ausgegeben worden. „Etwa die Hälfte von diesem Betrag muss bis zum Fristende noch einmal in die Hand genommen werden“, sagt Hennings. Schwierig sei vor allem, dass die Nährstoffe in den Gewässern reduziert werden müssen und die Produktionsbedingungen für die Landwirte nicht verschlechtert werden.

Auf ein weiteres aktuelles Problem weist Harald Stegemann, Direktor des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (Lung) mit Sitz in Güstrow, hin: „Die Fließgewässer in der Region haben seit Jahren schon dasselbe Problem: Sie haben zu viele Nährstoffe und zu wenig Bewegung.“ Experten würden aber an Lösungen arbeiten. Güstrow sei mit der Nebel aber ein Positivbeispiel. Das bestätigt auch Stalu-Amtsleiter Hans-Joachim Meier: „Hier haben die Landwirte Vorteile aus den Verbesserungsmaßnahmen gezogen. Es wurden Brücken gebaut und Inseln errichtet.“

Edgar Föniger, Stadtwerke-Geschäftsführer in Güstrow, warb für den grünen Strom: „Wir erzeugen unsere Energie zum Großteil umweltfreundlich.“ In Güstrow würde zudem schon seit 1928 Strom aus Wasserkraft gewonnen. Das historische Kraftwerk ist im Jahr 2000 wieder voll funktionsfähig Am Berge installiert worden und läuft noch immer.

 



Michaela Krohn

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