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Richter und Anwälte gesucht: Kampagne für Nachwuchsgewinnung

Waren/Schwerin Richter und Anwälte gesucht: Kampagne für Nachwuchsgewinnung

In der Justiz im Nordosten gibt es Nachwuchs- und Fachkräfteprobleme, bilanziert Ministerin Hofmeister auf einer Tagung in Waren/Müritz. Das Land steht 27 Jahre nach der Wende vor einer Pensionierungswelle bei Richtern und Staatsanwälten. Auch das Internet stellt die Juristen vor Herausforderungen.

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Katy Hoffmeister.

Quelle: Jens Büttner/archiv

Waren/Schwerin. Um Engpässe bei Richtern, Staats- und Rechtsanwälten zu vermeiden, werben Landesjustizministerium und Anwälte jetzt gemeinsam um Nachwuchs. Das haben Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) und Kammervertreter auf ihrer Jahrestagung am Donnerstag in Waren verabredet. „Der Nachwuchs ist das schwierigste Thema. Und da ganz Deutschland auf Suche ist, müssen wir besser sein als andere Bundesländer“, sagte die Ministerin. Hintergrund ist eine Pensionierungswelle bis 2027. Das Land rechnet damit, dass die Hälfte der rund 600 Richter und Staatsanwälte ersetzt werden muss.

Die Anwaltskammer des Landes, die knapp 1600 Rechtsanwälte vertritt, hat jetzt Kanzleien im Internet veröffentlicht, die Referendare zur Ausbildung suchen. Dazu soll es eine Jobbörse geben. Wie schwierig der nötige Abschluss zu meistern ist, legte Hoffmeister dar. So hätten zuletzt 168 Studenten mit Jura-Abschluss ihre Referendariate im Nordosten begonnen, davon aber nur 48 das nötige zweite Staatsexamen geschafft. Geplant sei außerdem ein gemeinsamer „Tag der Projekte“ an der Universität Greifswald.

Einen tiefgreifenden Strukturwandel befürchten die Anwälte demnächst durch wachsende „Online-Rechtsberatungen“, erklärte Kammerpräsident Stefan Graßhoff. So gebe es Initiativen wie „Legal Tech“ und auch Versicherer, die im Internet bereits intelligente und spezialisierte Rechtsberatung anbieten, für die extra Computerprogramme entwickelt wurden. In Städten wie Berlin und Hamburg spezialisierten sich Gründerfirmen (Start ups) auf bestimmte Rechtsfelder, wie Flugrecht oder Fahrradrecht.

Außer dem drohenden Juristenmangel beklagt die Anwaltskammer, dass es kaum Bewerber für die jährlich 60 Lehrstellen als Anwaltsfachangestellte gibt. Bisher hätten sich erst vier Bewerberinnen gemeldet. Damit sei die Zukunft der Berufsschulen in Schwerin, Rostock und Greifwald gefährdet, hieß es. Eine Schule in Neustrelitz sei schon geschlossen worden. Dabei seien die Berufsaussichten für Absolventen eigentlich gut. Hintergrund sind stark gesunkene Schülerzahlen im Nordosten und der immer härtere Wettbewerb um die leistungsfähigsten Schulabgänger. 

dpa/mv

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