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Sport Beste Saisonleistung reicht nicht zum Punktgewinn
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Mannschaftskapitänin Justine Spierling war im TSG-Tor der Rückhalt ihres Teams. Sie parierte 16 Torwürfe von der HG OKT. Quelle: Foto: Daniel Koch
Wismar

Die Drittliga-Handballerinnen der TSG Wismar haben vor 420 begeisterten Zuschauern zur ungewohnten Zeit (20.30 Uhr) am vergangenen Freitagabend im neunten Punktspiel der neuen Saison ihre bisher beste Partie geboten. Aber am Ende standen die Schützlinge von Interimstrainer Christian Lander aber wieder mit leeren Händen da. Denn die Handballspielgemeinschaft Owschlag-Kropp-Tetenhusen (HG OKT) aus dem schleswig-holsteinischen Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Schleswig-Flensburg besiegten die Hansestädterinnen denkbar knapp mit 22:21. Allerdings mit Hilfe der beiden Schiedsrichter Dennis Eulner und Mauritz Möller. Beide wurden während des Spiels und danach gnadenlos von den Zuschauern ausgepfiffen. Die etwa 30 mitgereisten Fans von der HG OKT schauten sich während der 60 Minuten oftmals verdutzt an und staunten über die Regelauslegungen, von denen ihr Team profitierte. „Heute haben wir nicht nur gegen HG OKT gespielt, sondern auch gegen die beiden Schiedsrichter“, war TSG-Co-Trainerin Maryna Bratenkova noch Minuten nach dem Abpfiff total angefressen. Bei jedem kleinen Tackling der TSG-Frauen zeigten die Unparteiischen sofort auf den Siebenmeterpunkt - insgesamt acht Mal. Imke Jas Lübker-Seidel konnte davon sieben versenken. Umgekehrt blieb bei einigen Fouls der Pfiff aus.

Die letzten sieben Spielminuten der Partie werden wohl bei allen Beteiligten und Zuschauern auf den Rängen noch lange in Erinnerung bleiben. Beim Stand von 21:20

für die Gäste, die allerdings erstmals in der 44. Minute in Führung gingen (18:17), hatte Svea Pinkohs am Siebenmeterpunkt die Chance, den Ausgleich zu erzielen. Zuvor wurde Steffi Laas beim Wurf am Kreis regelrecht umgerissen. Doch Pinkohs hatte keine Nerven. Sie ballerte den Ball einen Meter über das Gehäuse von OKT-Torhüterin Lea Palisch. Entsetzen machte sich in der Halle breit. „Das war ein Schuss in den Ofen. Der Ball sollte eigentlich nach oben ins Eck. Ich kann das nicht erklären, woran es lag“, ärgerte sich Svea Pinkohs. Danach nahm OKT-Trainer Sebastian Schräbler die erste Auszeit in der zweiten Halbzeit. Als dann Sarah Dürl zum zweiten Mal auf die Strafbank musste, nutzte Katrin Rohwer das Überzahlspiel ihres Teams und erzielte mit ihrem dritten Treffer das 22:20. Wer nun glaubte, das Spiel war entschieden, sah sich getäuscht. 40 Sekunden vor Schluss musste OKT-Spielerin Katrin Rohwer nach einem groben Foul das Parkett vorzeitig verlassen. TSG-Trainer Lander nahm die zweite Auszeit und stachelte sein Team noch einmal an. Mit Wut im Bauch über den verworfenen einzigen Siebenmeter schloss dann Svea Pinkohs den TSG-Angriff erfolgreich ab. Der Ball landete im Netz von Torhüterin Palisch, die sich beim Abwehrversuch am Knie verletzte. Sie musste ausgewechselt werden. OKT-Trainer Schräbler sah, dass sein Team nun ins Wanken geriet und nahm deshalb noch 25 Sekunden vor Ende der Spielzeit die zweite Auszeit. Obwohl die TSG-Damen zum offenen Angriff übergingen, retteten die Gäste den Ein-Tore-Vorsprung (22:21) über die Zeit. Während OKT auf der Parkettfläche jubelte und einen Kreis bildete, versanken die Hansestädterinnen auf der Auswechslungsbank. Doch das TSG-Team erhielt von den noch in der Sporthalle verbliebenen Zuschauern viel aufmunterten Beifall. Dieser galt insbesondere TSG-Torhüterin Justine Spierling. Sie war im TSG-Team die überragende Spielerin. Spierling hatte die OKT-Handballerinnen mit ihren Paraden zur Verzweiflung gebracht. Am Ende parierte die 28-Jährige 16 Bälle und bewahrte ihre Mannschaft vor einer größeren Pleite. „Wir haben uns leider in der zweiten Halbzeit nicht belohnt. Das ist schade. Aber darauf können wir aufbauen“, blickte die Torhüterin und Mannschaftskapitänin schon wieder nach vorne. Positiv ist auch, dass die TSG diesmal nur sechs Abspiel- Fang oder Schrittfehler gemacht hat. Dafür lobte Trainer Christian Lander sein Team: „Die Mannschaft hat toll gekämpft und alles gegeben. Wir haben Emotionen pur gesehen. Die Mädels haben sich für jeden Ballgewinn wie ein Tor gefeiert. Am Ende fehlte uns das Quäntchen Glück. Wir können dennoch stolz auf die Leistung sein.“

Auch Vivien Bartlau, die sich beim letzten Auswärtsspiel beim SC Alstertal-Langenhorn am rechten Knie schwer verletzt hat, war von ihrem Team begeistert. „Wir waren mit Herzblut dabei und haben leider in der zweiten Halbzeit paar Chancen liegengelassen. Der Wille und der Kampf waren da. Das nächste Spiel gewinnen wir dann mit einem Tor Vorsprung“, blickte die Linksaußen-Spielerin schon wieder optimistisch voraus. Übrigens: Heute entscheidet sich beim MRT, wie schwer ihre Verletzung ist und ob sie für den Rest der Saison pausieren muss.

Peter Preuß

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