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Sport Demografischer Wandel macht auch TSG Wismar zu schaffen
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Die TSG ehrte die Akrobatinnen Meggy Solle, Julie Homuth, Lisa Frank und Frieda Schmidt (v. l.). Ganz links: Holger Röpke (Abteilungsleiter Akrobatik), rechts: TSG-Präsident Torsten Wehr und Schatzmeister Oliver Körner. Quelle: Foto: Peter Preuß
Wismar

TSG-Präsident Torsten Wehr blickte auf der Mitgliederversammlung, die alle zwei Jahre laut Satzung des Vereins stattfinden muss, in seinem Rechenschaftsbericht auf eine erfolgreiche sportliche Bilanz zurück. Gleichzeitig schenkte er den 52 anwesenden Delegierten der Abteilungen Kanu, Akrobatik, Turnen, Handball, Kegeln, Radsport, Tischtennis und Allgemeiner Sport aber auch reinen Wein ein, welche Probleme der Wismarer Traditionsverein in der Zukunft lösen muss. Dabei spielt der demografische Wandel eine große Rolle. Denn die Mitgliederzahl schwankte zwischen 500 und 600 in den vergangenen zwei Jahren. Konkret in diesem Jahr sind es 566. Davon sind 300 Kinder und Jugendliche aktiv. Die meisten in der Abteilung Handball - etwa 180. Deutlich zu spüren ist der demografische Wandel in der Abteilung Kegeln. Dort ist der Mitgliederstand auf zwei Kegler gesunken. Mit Horst Seider und Harald Dieckfoß haben nur zwei Senioren, die schon über 80 Jahre sind, an den Landesmeisterschaften teilgenommen. Ein ähnliches Bild zeichnete sich im Radsport ab. Hier sind noch drei Radfahrer aktiv, die allerdings bei den Senioren hervorragend abgeschnitten haben. So gewann der in Berlin ansässige 78-jährige Günter Hoffmann 2017 in Tirol im Straßenrennen und Einzelfahren bei der Weltmeisterschaft die Silber- und Bronzemedaille. In diesem Jahr wurde er Vize-Weltmeister im Zeitfahren. Damit hat der 78-Jährige wertvolle Punkte für den Erhalt des Radsport-Olympiastandortes in Mecklenburg-Vorpommern erkämpft. Aber auch in der Abteilung Tischtennis verringerte sich 2017 die Zahl der aktiven Spieler von 25 auf zehn. In diesem Jahr konnte aber der Rückgang gestoppt werden, so dass sich die Zahl auf 17 erhöhte. Gar nicht mehr dabei ist der Spielmannszug, der sich inzwischen aufgelöst hat, weil einige Musiker Wismar verlassen haben.

Eine sehr positive Bilanz konnte der TSG-Präsident insgesamt im sportlichen Bereich ziehen. So sind die Akrobaten besonders erfolgreich gewesen. Sie erkämpften sich bei den deutschen Meisterschaften und auf Landesebene mehrere Titel, Silber- und Bronzemedaillen. 2016 holte sich die Gruppe Luisa Reich, Svenja Rossig und Tabea Harnack bei der deutschen Meisterschaft den Titel. Juliane Wolter und Angie Berg gewannen als Paar Bronze. Aber auch die Jungen und Mädchen der Abteilungen Kanu, Turnen und Handball brachten viele Meistertitel, Pokalsiege und Medaillen mit nach Hause. Auch wenn die erste Handball-Frauenmannschaft derzeit als Aufsteiger der dritten Liga mit dem Abstieg zu kämpfen hat und ein Trainerwechsel vollzogen wurde, bleibt Wehr optimistisch: „Dass die dritte Liga nicht leicht wird, wussten wir im Vorfeld. Ich freue mich, dass Maryna Bratenkova nach erfolgreicher Genesung wieder ins Team zurückgekehrt ist. Sie wird mit Laura Blum in Zusammenarbeit mit unserem sportlichen Leiter Christian Lander die Mannschaft trainieren.“ Ein großes Kompliment machte Wehr den Handballmännern, die in der MV-Liga spielen. Nach Platz zwei in der vorigen Saison führt das Team vom Trainergespann Sven Hünerbein/Maik Robitt derzeit die Tabelle an.

Torsten Wehr würdigte auch das Engagement im Breitensport. Einmal in der Woche treffen sich in der Allgemeinen Sportgruppe verschiedene Altersgruppen, die sich zwischen 35 und 80 Jahren bewegen. „Unterschiedlich vom Leistungsvermögen jedes Einzelnen stehen dabei Gesunderhaltung, Spaß, Freude und sozialer Umgang im Vordergrund. Hierfür sind alle Teilnehmer dem Verein für die Organisation und Sicherstellung der materiellen und technischen Voraussetzungen dankbar“, sagte der TSG-Präsident.

Nicht so erfreulich ist die Bilanz, die Schatzmeister Oliver Körner zog. So betrugen die Einnahmen im vergangenen Jahr 308 809 Euro. Ausgegeben wurden aber 332 390 Euro. „Das Defizit von 23 581 Euro konnte nicht ausgeglichen werden“, erklärte Körner. Holger Steinhagen, Trainer der Abteilung Kanu, gab sich mit den Ausführungen des Schatzmeisters nicht zufrieden, hackte nach und fragte: „Wo ist das Geld geblieben?“ Auch Holger Röpke, Trainer und Abteilungsleiter Akrobatik, schüttelte mit dem Kopf. Diese beiden Abteilungen und die Turnerinnen haben gut gewirtschaftet und einen leichten Überschuss in den Kassen erwirtschaftet. Oliver Körner bot allen an, selber in die Bücher zu schauen. „Es ist alles korrekt verlaufen. Jeder kann sich in der Geschäftsstelle über die Einnahmen und Ausgaben selbst einen Überblick verschaffen“, sagte er. Bei der anschließenden Abstimmung über die Bestätigung des Finanzberichtes stimmten 14 Mitglieder dagegen und zwei enthielten sich der Stimme.

Im Anschluss stellte der TSG-Präsident die zukünftige Struktur des Vereins kurz vor. So soll ein hauptamtlicher Mitarbeiter die Geschäftsstelle leiten. „Als Mehrspartenverein mit einer Mitgliederstärke von knapp 600 sind wir überregional anerkannt und in den Verbänden gut aufgestellt. Jedoch bringt auch diese Struktur Aufgaben und gesetzliche Pflichten mit sich, die nach Auffassung des Präsidiums nur mit einer hauptamtlichen Arbeitsstelle zu bewerkstelligen sind. Dadurch entstehen für den Verein Kosten, die wir erwirtschaften müssen“, stellte er fest. Er rief alle Abteilungen auf, hierüber intern zu diskutieren. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Januar oder Februar sollen die Vorschlage auf den Tisch kommen. Dabei geht es auch um die Erhöhung des monatlichen Grundbeitrages eines jeden Mitgliedes, der zurzeit vier Euro beträgt. Am Ende soll dann eine Satzungsänderung vorgenommen werden, die mehr Transparenz und einheitliche Regeln beinhalten soll.

Bevor die Mitglieder wieder nach Hause gingen ehrte die TSG noch die Akrobatinnen Julie Homuth, Lisa Frank, Frida Schmidt, Meggy Stolle und Peter Kaping von der Abteilung Tischtennis mit Sachpreisen. Die TSG-Ehrennadel erhielten Svenja Rossig und Tabea Harnack von der Abteilung Akrobatik.

Peter Preuß

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