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10:13 10.01.2019
Die Radsportler des SV Dassow benötigen einen neuen Kleinbus. Der alte Transporter gibt langsam seinen Geist auf. Quelle: Steffen Oldörp
Dassow

Die Radsportler des SV Dassow sorgen seit Jahrzehnten für positivste Schlagzeilen. Trainer Ingo Eichberg arbeitet seit 47 Jahren als Trainer in Dassow, ist seit 21 Jahren Abteilungsleiter. und hat mit seinen Athleten 28 Titel bei DDR- und deutschen Meisterschaften gewonnen. Im Interview spricht Eichberg über finanzielle Sorgen des Vereins, die sogar die Zukunft der Talentschmiede bedrohen könnten.

Herr Eichberg seit der Wende sind vom SV Dassow 14 Sportler zum Sportgymnasium nach Schwerin gegangen. Mit der viermaligen Juniorenweltmeisterin Lea Friedrich, Johannes Keuchel, Henry Ober sowie Laura und Tom Schunke haben es fünf Sportler sogar in die Nationalmannschaft geschafft. Wie optimistisch sind Sie, dass Ihnen solche Erfolge auch in den kommenden Jahren gelingen

Eichberg. Das ist eine gute Frage, da wir zurzeit eine große Misere haben.

Welche?

Eichberg. Es ist seit Jahren ein Kampf um die Finanzen, um jeden, der zu uns kommt und Talent hat, materiell abzusichern. Aber im Moment ist es besonders hart. Denn unser Kleinbus, der sehr wichtig für die Nachwuchssportler des Gesamtvereins ist, hat mittlerweile 20 Jahre auf dem Buckel und ist am Ende. Für den Radsport ist das eine Katastrophe. Ohne ihn geht gar nichts. Unser Verein hat schon eine Spendenaktion im Internet und auf der Facebookseite des Vereins ins Leben gerufen. Es ist zwar auch schon Geld eingegangen, aber leider nicht genug. Deshalb haben wir im Moment große Zukunftssorgen.

Wie war es zu DDR-Zeiten? Wir wurde der Radsport in Dassow damals gefördert?

Eichberg. Vereine wurden in der DDR nicht sehr unterstützt, unsere Abteilung bekam im Jahr 600 Ostmark.

Aber wie hat es Traktor Dassow, der Vorgängerverein des SV Dassow, geschafft, zu DDR-Zeiten so erfolgreich zu sein?

Eichberg. Wir haben häufig in fast allen Altersklassen Radrennen im Norden gewonnen. 1969 zum Beispiel ein DDR-offenes-Radrennen in Güstrow. Bei den Schülern gewann damals Eckhard Schmolinski, in der Altersklasse der Jugend Klaus Herfort, bei den Junioren stand ich ganz oben auf dem Treppchen und bei den Männern Detlef Kletzin – alles Radsporler von Traktor Dassow. Als man von staatlicher Seite sah, was die Jungs in Dassow für tolle Leistungen brachten, machte man Anfang der 70ger Jahre aus unserer Abteilung ein Trainingszentrum mit dem Ziel, jedes Jahr einen Sportler zum TSC Berlin zu delegieren.

Was hat sich mit dieser Beförderung zum Trainingszentrum geändert?

Eichberg. Ein Radsporttrainingszentrum zu sein, bedeutete ideale Bedingung für den Radsport zu haben. Wir hatten mit meinem Bruder Hans-Jürgen einen hauptamtlichen Trainer und für jede Altersklasse eine Planstelle für nebenberufliche Übungsleiter, die bis zu 400 DDR-Mark im Monat verdienten. Hinzu kam noch Geld für einen Materialwart, der für die Räder verantwortlich war. Auch Rennräder, Material, Bekleidung, einen Kleinbus B1000 mit Außenlautsprecher und Rundumleuchte sowie Benzin wurde uns damals kostenlos zur Verfügung gestellt. Genauso wie Trainingslager und Essen nach den Wettkämpfen.

Wie sieht die Unterstützung für die Radsportler des SV Dassow heute aus?

Eichberg. Heute sind wir Trainingsstützpunkt des Landes. Als Unterstützung bekommt der Stützpunkttrainer, in dem Fall ich, der ehrenamtlich arbeitet, zwei Stunden Mindestlohn im Monat vergütet – ausbezahlt allerdings erst am Ende des Jahres.

Das heißt, der Radsport beim SV Dassow 24 lebt trotz der vielen Erfolge ausschließlich von Sponsoren und Mitgliedsbeiträgen?

Eichberg: Ja, die Spendengelder müssen aber Jahr für Jahr erst mal eingeworben werden. Und das ist nicht immer einfach. Deshalb möchte ich an alle Radsportfans und Menschen unserer Region, die stolz auf Spitzenleute im Radsport wie den Dassower Jens Voigt oder Lea Friedrich sind, und die aus unserer Region kommen, die Bitte senden: Verhaltet Euch mal wie unsere Sportler und geht zielgerichtet, hochmotiviert an Eure Geldbörse und überweist dem SV Dassow etwas Geld.

Wie viel Geld fehlt dem Verein für einen neuen Bus?

Eichberg: Wenn 500 Leute 20 Euro überweisen würden, hätten wir es geschafft. Ich hoffe deshalb auch auf Firmen, denen es gut geht und die dafür stehen, dass man sich um unseren Nachwuchs kümmert, dass aus unseren Kindern und Jugendlichen mal leistungsbereite, vernünftige Menschen werden. Das Logo der Firmen kann gerne auf unseren Bus und so zeigen, dass die Unternehmer Engagement für den Nachwuchs in unserem Land zeigen. Unsere Sportler werden es durch Leistungen danken und die Verantwortlichen beim SV Dassow 24 werden weiterhin motiviert sein, wenn sie spüren, wie die Bevölkerung und Firmen hinter ihnen stehen.

Spendenkonto:

SV Dassow 24

IBAN DE48 14051000 1006022690

Verwendungszweck: Bus

Steffen Oldörp

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