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Mittleres Mecklenburg Staufalle Petersdorfer Brücke: Entspannung in Sicht
Mecklenburg Mittleres Mecklenburg Staufalle Petersdorfer Brücke: Entspannung in Sicht
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10:53 19.04.2018
Normales Bild an der A 19, vor allem in der Urlaubssaison: Stau an der Dauerbaustelle Petersdorfer Brücke, auf einem Foto aus dem Sommer 2016. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Petersdorf

Die schlimmste Autobahn-Staufalle im Nordosten verliert einen Teil ihres Schreckens: Autofahrer müssen sich im Sommer an der berüchtigten A-19-Dauerbaustelle Petersdorfer Brücke nicht mehr auf mehrstündige Zwangspausen einrichten. Das kündigt der Bauherr an, das bundeseigene Unternehmen Deges.

Mit Beginn der Sommerferien am 9. Juli soll der Verkehr über die im Januar eingesetzte, neue Teilbrücke rollen, auf vier Spuren, zwei je Richtung. Das sind doppelt so viele wie auf dem schmaleren, alten Brückenelement, das zurzeit noch den gesamten Verkehr aufnehmen muss und das zwei Wochen später für den Neubau der zweiten Teilbrücke abgerissen werden soll. Auch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 km/h wird im Sommer zumindest etwas entschärft. „Ich gehe von Tempo 60 oder 80 im Baustellenverkehr aus“, sagt Deges-Sprecher Michael Zarth. Beides  - mehr Fahrstreifen und höhere Geschwindigkeit - sollen dazu beitragen, die kilometerlangen Staus zu verhindern. Im Schweriner Verkehrsministerium heißt es, das künftige Tempolimit sei noch nicht entschieden.

Doch jede Verbesserung hat ihren Preis. Im Fall der Petersdorfer Brücke sind das drei Vollsperrungen in dieser Woche. Von Dienstagabend bis Mittwochfrüh wird die Brücke zwischen 19 und 5 Uhr dichtgemacht sowie zur gleichen Zeit von Donnerstag auf Freitag. Am Dienstag bleibt die Fahrtrichtung Berlin von 10 bis 14 Uhr gesperrt. Grund für die Aktionen: Die Baufirmen bringen Beton für den Fahrbahnbelag der neuen Teilbrücke auf. Weil sonst kein Platz da ist, muss die Betonpumpe auf der alten Teilbrücke stehen, wo zurzeit noch die Autos fahren. Eine Umleitung über Plau am See ist ausgeschildert.

Viel hat nicht gefehlt, und auch die Ausweichstrecke wäre gesperrt gewesen: In der nahen Kleinstadt Malchow fiel am Montag eine Drehbrücke aus, über die die B 192 - Teil der Umleitung - über den Malchower See führt. Wegen eines Fehlers in der Steuerung konnte die geöffnete Brücke nicht zurückgedreht werden, die Straße wurde gesperrt. „Nach ein paar Stunden ließ sich die Brücke wieder bewegen“, sagt Malchows Bürgermeister René Putzar (parteilos).

Wäre die Drehbrücke etwas länger kaputt geblieben, hätte das nicht jeder in der 6500-Einwohner-Stadt schade gefunden, so Rathaus-Chef Putzar. Der Autobahnverkehr, durchschnittlich 16 000 Fahrzeuge am Tag, wäre dann weggeblieben.  „In der Saison haben wir jeden Tag Chaos auf den Straßen“, erklärt der Bürgermeister. Denn auch ohne A-19-Vollsperrung quetschen sich massenweise Lkw und Busse durch die engen Straßen, um dem Brückenbaustellenstau zu entkommen.

Um das Problem zu lindern, will der Bürgermeister Schilder aufstellen und in Navigationsgeräten vor Stau in seiner Stadt warnen lassen. Letzteres scheiterte. Ein Antrag für die Schilder liegt seit Dezember beim Verkehrsministerium in Schwerin. Laut Putzar beträgt die Bearbeitungszeit bis zu einem Jahr. „Dann brauchen wir die Schilder eigentlich nicht mehr“, sagt er. 2020 soll die neue Petersdorfer Brücke fertig sein. Putzer fordert Tempokontrollen auf der Umleitung, viele Fahrer würden die Höchstgeschwindigkeiten und Tempolimits missachten.

Ursprünglich war die Fertigstellung des Brückenbauwerks bereits für Ende 2018 geplant. Doch es gab massive Probleme bei den Bohrpfählen, mit denen das Doppel-Bauwerk über 50 Meter tief im Petersdorfer See verankert ist. Die westliche Teilbrücke, die im Juli den Verkehr aufnehmen soll, sollte das ursprünglich bereits im Mai 2017 tun. Auch der Juli-Termin ist noch nicht völlig sicher. „Wir setzen alles daran, dieses Ziel zu erreichen. Allerdings sind einzelne Arbeiten, wie die Abdichtungsarbeiten, witterungsabhängig“, teilt die Deges mit.

43 Millionen Euro kostet der Neubau der Petersdorfer Brücke, elf Millionen Euro mehr als ursprünglich veranschlagt. Das Bauwerk besteht aus zwei Teilbrücken - eine für jede Teilrichtung. Im Durchschnitt passieren 16000 Fahrzeuge täglich die Brücke. In Spitzenzeiten sind es 38000. Weil der Baustellenverkehr mit zwei Spuren nurmaximal 25000 Fahrtzeuge bewältigt, kommt es oft zu kilometerlangen Staus. Im Juli soll es vier Fahrstreifen geben, kündigt die Deges an.

Gerald Kleine Wördemann

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