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Tourismushochburg an der Müritz feiert 750. Geburtstag

Waren Tourismushochburg an der Müritz feiert 750. Geburtstag

Das einzige Heilbad an der Mecklenburgischen Seenplatte wird an diesem Wochenende zur Festmeile: Waren zelebriert sein Jubiläum mit Musik, Theater und mittelalterlichem Treiben.

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Die Altstadt mit der Georgenkirche in Waren. Foto: Bernd Wüstneck

Waren. Die Altstadt der Tourismushochburg Waren an der Müritz wird an diesem Wochenende zur Festmeile. Das einzige Heilbad an der Mecklenburgischen Seenplatte feiert 750 Jahre Stadtgeschichte. „Die Stadt hat seit 1990 eine fantastische Entwicklung genommen, aber trotzdem noch ungeheures Potenzial“, sagte Bürgermeister Günter Rhein (SPD). Als Höhepunkt des Festwochenendes gilt der historische Festumzug am Samstag. Dazu gibt es drei Tage bei freiem Eintritt einen Mix aus Musik auf mehreren Bühnen und mittelalterlichem Treiben. Zum Abschluss auf dem Markt sind ein Ökumenischer Gottesdienst samt „Kaffeetafel für alle“ sowie Auftritte des Freien Studentenorchesters und des Rock-, Pop-, und Gospelchor Celebrate geplant. Beide stammen aus Rostock.

„Mehr als 1000 Mitwirkende werden in 33 Bildern beim Umzug die Stadtgeschichte darstellen“, erläuterte Chef-Koordinatorin Christine Bülow. Dabei stehe der Spaß im Vordergrund. Aber auch schwierige Umbruchzeiten sollen nicht ausgespart werden. So hat die katholische Kirchengemeinde das Thema „Flüchtlinge, Vertriebene um 1945“ aufgegriffen. „Das war eine sehr bewegende Zeit und alle christlichen Gemeinden haben vom Zuzug profitiert“, sagte Pfarrer Martin Walz. Die evangelischen Christen kümmern sich um die friedliche Revolution 1989/90, die an der Müritz wegen der vielen Jagdprivilegien von DDR-Staatsfunktionären besonders früh und kritisch begann. Auch befassen sich die Protestanten mit der Zeit der Reformation und des folgenden Krieges, in dem ein Drittel der Wohnhäuser eingeäschert wurde.

Überhaupt hatte die heute rund 21000 Einwohner zählende Stadt - „eingeklemmt“ zwischen sechs Seen - einige Katastrophen zu bewältigen. Neben Pest und Dreißigjährigem Krieg, der im Freilufttheater Müritz-Saga derzeit dargestellt wird, zerstörten bis 1699 mehrfach Großbrände die Stadt. Die Ackerbürgerhäuser waren damals schilfgedeckt und mit Stroh und Korn vollgestopft. Das endete erst, als auf Anordnung der Stadt eine Ziegelei angelegt wurde, damit die Häuser nicht mehr mit Stroh und Schilf gedeckt wurden, wie Historiker berichten.

Vom Zweiten Weltkrieg noch verschont geblieben verfielen viele alte Häuser mangels Material aber auch in der DDR. Mit einer „komplexen Verkehrslösung“ in den 1970er Jahren – die Bahnstrecke Berlin-Rostock und die Hauptstraße wurden nach Norden verlegt - wurde fast ein Drittel der Altstadt weggerissen. Die „Wende“ kam gerade noch rechtzeitig: Es gab schon Pläne, die DDR-graue Altstadt durch Plattenbauten zu ersetzen, was Bürger verhindern konnten.

Heute bummeln jährlich Hunderttausende Touristen durch die restaurierte Altstadt und schätzen das Mittelmeer-Flair an der Müritz. Der Stadthafen ist so eng, dass er ausgebaut werden muss. Ein weiterer Sportboothafen entsteht unweit einer Villenstraße an der Müritz, wo schon die Fußballer des FC Bayern München und andere Prominente „auftankten“. Mit 610 000 Übernachtungen hat Waren mehr Tourismus aufzuweisen als die Landeshauptstadt Schwerin. „Doch der Tourismus allein reicht nicht“, meinte Bürgermeister Rhein. „Wir brauchen den Industrie- und Gewerbemix, der das ganze Jahr für Arbeits- und Ausbildungsplätze sorgt.“

Firmen wie der Weltmarktführer für den Guss von Schiffsschrauben, ein Nudelhersteller, eine Wellpappenfabrik, ein großer Backbetrieb, eine Molkerei sowie mehrere Maschinenbauer und Handwerker bilden das wirtschaftliche Fundament. Außerdem locken vier Kliniken und seit 2012 ein Gesundheitshotel mit Thermalsole Patienten und Kurgäste an. Die Stadt hat stabile Gewerbesteuern. Trotzdem wird es nicht einfacher, konstatierte der 64-jährige Rhein, der sein Amt aus Altersgründen im kommenden Jahr nach 19 Jahren abgibt. Von Bund und Land sei ab 2019 deutlich weniger zu erwarten. „Ich wünsche mir, dass das private Engagement der Bürger auch in den nächsten 750 Jahren nicht nachlässt.“

Festprogramm

dpa

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