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Östliches Mecklenburg Opfer im Doppelmordversuch: Angeklagter war bereits gewalttätig
Mecklenburg Östliches Mecklenburg Opfer im Doppelmordversuch: Angeklagter war bereits gewalttätig
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11:33 11.10.2018
Neubrandenburg: Das Justizzentrum mit dem Sitz des Landgerichtes (Symbolfoto) Quelle: FOTO: B. WÜSTNECK/ Dpa
Neubrandenburg

Im Prozess um einen zweifachen Mordversuch in Neubrandenburg hat die Geschädigte den Angeklagten als krankhaft eifersüchtig und gewalttätig beschrieben. „Ich habe mich von ihm verfolgt gefühlt“, erklärte die 38-jährige Neubrandenburgerin am Mittwoch vor dem Landgericht Neubrandenburg. Der 29-Jährige habe ihr mehrere Monate vor der Messerattacke im Mai schon im Streit mit einer vollen Bierflasche auf den Kopf geschlagen und ihr außerdem verbieten wollen, weiter Freunde zu treffen sowie „auf Facebook unterwegs zu sein.“

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Asylbewerber aus der Türkei zweifachen versuchten Mord vor. Er hatte vor Gericht gestanden, am 18. Mai vor Zeugen auf die Ex-Freundin und deren Begleiter - einen  Deutsch-Türken aus seiner Heimat - mit einem fast 20 Zentimeter langen Messer eingestochen zu haben. Motiv sei Eifersucht gewesen. Er habe die Beiden aber nicht töten wollen. Die Opfer wurden lebensgefährlich verletzt, überlebten aber dank schneller Notoperationen.

Die Ex-Freundin, die Automechanikerin gelernt und vier Kinder aus vorherigen Beziehungen hat, widersprach der Aussage des Angeklagten, dass sie ihn hätte heiraten wollen. Außerdem habe der 29-Jährige ihr vorgespielt, dass sein Aufenthalt in Deutschland gesichert sei. Im Prozess war bekannt geworden, dass der Asylantrag des Mannes, der seit 2016 in Deutschland ist, abgelehnt worden war und er dagegen am Verwaltungsgericht Potsdam klagt.

Weitere Zeugen schilderten, dass sie gesehen hatten, wie der 29-Jährige auf die Frau zugelaufen und ihr das Messer von hinten in die Schulter bis nach vorn gestoßen habe. Der Täter flüchtete, konnte aber kurz danach gefasst werden. Das Tatmesser ließ er in der Schulter der Frau stecken. Beide Geschädigte mussten vor Gericht ihre Wunden vorzeigen. Der Prozess wird am Donnerstag mit den Gutachten des Gerichtsmediziners und eines psychiatrischen Sachverständigen fortgesetzt. Am Nachmittag sollen die Plädoyers aller Seiten gehalten werden.

Ein Urteil wird am 15. Oktober erwartet. Dem Täter droht eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Winfried Wagner / dpa