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Trotz Milchkrise: Rinderallianz zieht positive Bilanz

Woldegk/Karow/Bismark Trotz Milchkrise: Rinderallianz zieht positive Bilanz

Die Schallmauer ist durchbrochen: Erstmals hat das Mecklenburger Unternehmen mehr als 100.000 Kühe und Kälber pro Jahr vermarktet. Die Firma ist einer der wichtigsten deutschen Viehexporteure. Sie liefert 30 Prozent der ausgeführten Rinder.

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Rotbunter Spitzenbulle: Der fünfjährige „Snake red“ von der Zuchtstation Woldegk bei Neubrandenburg steht bei den rotbunten Holstein-Bullen auf Platz eins der bundesweiten Zuchtwertschätzung.

Quelle: Christine Massfelder/rinderallianz

Woldegk/Karow/Bismark. Um 10 Cent je Liter stürzt der Milchpreis ab – innerhalb von acht Wochen. „Das ist drastisch“, sagt Dr. Sabine Krüger vom Rinderzuchtverband Mecklenburg-Vorpommern. Im Februar zahlen erste Molkereien den Bauern schon wieder weniger als 30 Cent pro Liter Milch.  „Das Preishoch im vorigen Herbst dauerte nur ein paar Monate, das war einfach zu kurz.“

Das trübt vermutlich auch die Stimmung der Rinderzüchter bei ihrer Generalversammlung am Mittwoch in Güstrow (Landkreis Rostock). Im Verbandsgebiet der Rinderallianz, in der Landwirte aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Nord-Brandenburg zusammenarbeiten, gaben zwischen 2015 und 2017 mehr als 270 Betriebe mit 34.500 Kühen die Milchproduktion auf. Die meisten Höfe waren in MV betroffen: 159 Agrarbetriebe schafften hier die Kühe ab, fast 17.500 Tiere.

„Wenn der Kuhstall zumacht, stirbt im Dorf ein Stück Leben“, sagt Sabine Krüger. „Wo dagegen jeden Tag Kühe gemolken werden, haben Menschen auch im Winter Arbeit und die Melker ein regelmäßiges Einkommen.“ Laut Verband werden in MV derzeit noch 160.000 Milchkühe gehalten.

Die sinkenden Tierzahlen haben auch für die Rinderallianz GmbH wirtschaftliche Folgen. Das Unternehmen mit Geschäftsstellen in Woldegk (Mecklenburgische Seenplatte), Karow (Ludwigslust-Parchim) und Bismark (Sachsen-Anhalt) beschäftigt fast 200 Mitarbeiter, darunter 70 Besamungstechniker. 2500 Agrarbetriebe gehören zum Kundenstamm.

Wichtiges Geschäftsfeld ist der Handel mit Zuchtbullen-Sperma, vor allem für die Besamung von Milchkühen. Der Sperma-Absatz sank um fast 15 Prozent auf knapp 880.900 Portionen.

Trotzdem zieht die Rinderallianz mit einem Jahresüberschuss von 204.000 Euro eine positive Bilanz für das Geschäftsjahr 2016/17. Der Ausbau des Viehhandels konnte den Rückgang im Spermaverkauf kompensieren. Erstmals wurde die Schallmauer 100.000 durchbrochen: Fast 107.500 Tiere wurden vermarktet, zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ein Großteil davon sind Bullenkälber, die von Mästern in Deutschland und den Niederlanden aufgezogen werden.

Die Rinderallianz entwickelte sich auch zu einem der bedeutendsten Viehexporteure Deutschlands. Das Unternehmen lieferte 30 Prozent der bundesweit gehandelten Zuchtrinder. Mehr als 8300 weibliche Tiere wurden ins Ausland verkauft, darunter fast 6300 trächtige Jungkühe. Wichtigster Abnehmer ist Russland, trotz der Handelsrestriktionen. „Kühe sind davon ausgenommen, Russland braucht dringend Milchkühe“, weiß Sabine Krüger.

Ganzer Stolz der Rinderallianz sind die beiden Top-Bullen „Snake Red“ und „Mocon“, die bei den rotbunten sowie den schwarzbunten Holsteinbullen jeweils die aktuelle Nummer eins in der bundesweiten Zuchtwertschätzung sind. Von „Snake red“ wurden mehr als 63.000 Portionen Sperma verkauft, von „Mocon“  11.000 Portionen.

Ehlers Elke

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