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15 Jahre A 20 und noch kein Lärmschutz

Grammow 15 Jahre A 20 und noch kein Lärmschutz

Die Ostseeautobahn wurde im Jahr 2005 komplett fertiggestellt. Entlang der Strecke wurde den Gemeinden von der Autoplangesellschaft Deges Entschädigungen versprochen. Einige warten immer noch auf diese Maßnahmen - eine von ihnen ist die Gemeinde Grammow. Ende des Jahres soll nun etwas passieren.

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2005 wurde die A 20 fertiggestellt. Sie soll Osten und Westen der Republik verbinden.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Grammow. Die Bauarbeiten der Autobahn 20 von Lübeck ins polnische Stettin begannen in den 1990er Jahren. Im Dezember 2005 eröffnete die jetzige Bundeskanzlerin Angela Merkel die mehr als 300 Kilometer lange Ostseeautobahn. Und noch immer warten viele Gemeinden, so auch die Gemeinden Grammow oder Sanitz auf Ausgleichsmaßnahmen entlang der Autobahn 20.

 

OZ-Bild

Wahrscheinlich denken sie, dass die Maßnahme nach so vielen Jahren in Vergessenheit gerät. Inge-Lore Ehrlich Bürgermeisterin Grammow

So steht eine wasserbauliche Maßnahme von 280 Hektar noch in der Gemeinde Sanitz aus. Diese wird derzeit in einem Planergänzungsverfahren erarbeitet. „Was dort genau gemacht werden soll, wissen wir aber auch nicht“, sagt Ralf Höring, stellvertretender Bürgermeister von Sanitz.

Zwischen der Anschlussstelle Tessin und Tribsees hat die Deges – die Autobahnplanungsgesellschaft, die für den Bau der Autobahn und die Ausgleichsmaßnahmen verantwortlich ist – noch um die 60

Hektar kleinflächiger Arbeiten durchzuführen.

Viele kleine Flächen erschweren die Umsetzung

„Ein ganzer Dorfrand grenzt bei uns zur Autobahn hin. Seit geschlagenen 14 Jahren warten wir auf einen Schutzstreifen gegen den Lärm“, sagt Grammows Bürgermeisterin Inge-Lore Ehrlich verärgert. Immer wieder wird die Gemeinde jedoch von der Deges vertröstet. „Die in diesem Abschnitt besonders schwierige Sicherung des Grunderwerbs für die kleinflächigen Kompensationsmaßnahmen ist die Ursache für deren verzögerte Umsetzung“, erklärt Lutz Günter, Sprecher der Deges in Berlin. Außerdem komme hinzu, dass die Gemeinde wünscht, einen Teil des Sichtschutzes auf einem Erdwall zu pflanzen.

Doch die Bürgermeisterin ist skeptisch. Mehr als 14 Jahre für die Umsetzung einer Ausgleichsmaßnahme hält sie für einen sehr langen Zeitraum. „Wahrscheinlich denken sie, dass sie nach so vielen Jahren drumherum kommen oder die Maßnahme in Vergessenheit gerät“, vermutet Ehrlich.

Aus dem Ministerium für Infrastruktur in Schwerin – Auftraggeber der Deges – heißt es dazu nur lapidar: „Aufgrund der oft mehrjährigen Prozesse der Herstellung ist dies der normale Gang der Dinge.“Außerdem führen Änderungswünsche oft zu zeitaufwendigen Planfeststellungsänderungen.

Ende des Jahres soll mit den Arbeiten begonnen werden

Die Deges verspricht nun, dass im dritten Quartal dieses Jahres mit den Bauarbeiten begonnen werden soll. Die rechtliche Sicherung des Erdwalls muss im Vorfeld allerdings über ein Planergänzungs- verfahren erfolgen. Im Herbst 2019 soll die Ausgleichsmaßnahme dann endgültig beendet sein – dann sind mehr als 15 Jahre ins Land gegangen. Für die Verzögerungen machen die Autobahnplaner außerdem „die kleinflächigen Maßnahmen“ verantwortlich. Denn „Ziel war es, alle kleinen Flächen gemeinsam zu planen und auszuführen“, erklärt die Deges. Bis zum Jahr 2014 seien lediglich rund 75 Prozent der kleinflächigen Maßnahmen gesichert.

Der Streckenabschnitt von Schleswig-Holstein bis zum Autobahnkreuz Rostock ist laut Deges abgeschlossen. Von der Hansestadt bis zur Anschlussstelle Gützkow seien noch 20 Prozent an Arbeiten offen.

Inge-Lore Ehrlich aus Grammow ist jetzt, nach dem im vorigen Jahr der Ort neu besichtigt wurde und die Deges ihre Arbeiten angekündigt hat, zuversichtlich: „Jetzt könnte ja vielleicht wirklich was passieren.“ Eins steht definitiv fest: Die 65-Jährige lässt nicht locker und bleibt dran – bis der Grünstreifen gegen den Lärm gepflanzt ist und seine Funktion erfüllt.

Die Deges und die A 20

1991 wird die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) vom Bund und den fünf neuen Bundesländern gegründet: Ziel ist es, schnell ein komplexes neues Straßensystem zu entwickeln und umzusetzen.

1200 Kilometer Straße sollen gepant und gebaut werden, davon 750 Kilometer neu und 450 Kilometer erweitert. In den Jahren 1999 bis 2000 werden 1,6 Millarden DM für Bau und Grunderwerb umgesetzt und 300 Kilometer Autobahn gebaut und freigegeben.

Im Jahr 2005 wird die 306 Kilometer lange Ost-West-Trasse fertiggestellt.

Stefanie Adomeit

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