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Rostock 150 Jahre: Nachfolger von Ferdinand Schultz feiern
Mecklenburg Rostock 150 Jahre: Nachfolger von Ferdinand Schultz feiern
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00:05 10.02.2018
Gesellschafter Axel Erdmann (Mitte) mit Arica Kopp (FSN Autohaus) und Andreas Schmidt (FSN Fahrzeugbau), zwei seiner Geschäftsführer. In der Hand hält er einen Schäkel, die das Unternehmen zu DDR-Zeiten für den Schiffbau produzierte. Nach der Wende war damit kein Geld zu verdienen. Quelle: Foto: Thomas Niebuhr
Brinckmansdorf

Der Name Ferdinand Schultz steht für Rostocker Wirtschaftsgeschichte. Seine Nachfolger feiern in diesem Jahr den 150. Firmengeburtstag. 1868 in der Wokrenter Straße gegründet hat die Unternehmensgruppe heute mehrere Standbeine und beschäftigt an 13 Standorten vor allem in Rostock und Umgebung rund 300 Mitarbeiter.

Firma spiegelt Wirtschaftsgeschichte seit 1868 wider / Großes Fest zum Hansetag

Mit Ferdinand Schultz Nachf. (FSN) verbinden die Rostocker heute vor allem das Autohaus, weiß Axel Erdmann, geschäftsführender Gesellschafter. „Das stimmte früher nicht und stimmt auch heute nicht.“

FSN-Fördertechnik mit dem Gabelstaplergeschäft oder der Spezialfahrzeugbau in Bentwisch sind wichtige Standbeine.

„Auf Draht. Seit 1868“, hat Axel Erdmann das Jubiläumsjahr überschrieben. Aus gutem Grund, denn Ferdinand Schultz gründete vor 150 Jahren eine Drahtwarenfabrik. 1902 übernahmen der Großvater des jetzigen Firmenchefs, Paul Erdmann und sein Schwager Paul Dahl den Betrieb und verlegten ihn in die Breite Straße, wo heute der Kaufhof steht. Klassischer Metallbau war das Hauptgeschäftsfeld.

1942 zerstörten Bomben den Firmensitz, das Unternehmen zog in den Osthafen um. In den 50er Jahren ging es dem mittelständischen Unternehmen so wie vielen anderen in der DDR: Erst enteignet, dann durfte „halbstaatlich“ gearbeitet werden und 1972 folgte die zweite Enteignung. Der Betrieb wurde zum VEB Metallwerkstätten Warnow und war vor allem Zulieferer für den Schiffbau. Ab 1990 nutzte Axel Erdmann die Chance, das Unternehmen in die Familie zurückzuholen.

Schnell war klar, dass mit den Produkten aus DDR-Zeiten kein Geld zu verdienen war. „Wir brauchten eine neue Philosophie“, erinnert sich Erdmann. Die hieß weg vom Schiff, hin zum Fahrzeug. „Das Auto hat immer eine große Rolle gespielt.“ Schon 1956 wurde Ferdinand Schultz Nachfolger Vertragswerkstatt für die russischen Autos Moskwitsch und Wolga. Nach 1990 kam Axel Erdmann ein Umstand zugute:

Viele Westler nutzten die Wende, um den Neu-Bundesbürgern ihre alten „Karren“ anzudrehen. „Die mussten bald repariert werden.“ Das Autohaus stand bereit. Naiv, wie er es heute nennt, schickte Axel Erdmann einen handgeschriebenen Brief nach Wolfsburg an Volkswagen. Heute ist FSN nicht nur VW-, sondern auch Skoda- und Audi-Partner.

Auch das Gabelstaplergeschäft gehörte schon früher zum Unternehmen. Mit dem Fahrzeugbau wäre Axel Erdmann gern im Osthafen geblieben, genug Platz fand er aber nur in Bentwisch. Dort ist Andreas Schmidt Geschäftführer, seit 1990 bei FSN. „Wir waren alle Schiffbauer“, erinnert er sich. „Wenn wir gewusst hätten, was auf uns zukommt, hätten wir uns nicht getraut“, sagt er schmunzelnd. Axel Erdmann wünscht sich für die Zukunft, dass die Unternehmensgruppe stabil bleibt. Er erinnert an die rasante Entwicklung. 1991 erwirtschaftete FSN 500000 D-Mark mit 40 Beschäftigten. 2017 lag der Umsatz bei 70 Millionen Euro.

Gefeiert werden soll das Firmenjubiläum mit verschiedenen Aktionen das ganze Jahr über. Höhepunkt wird das Jubiläumsfest im Stadthafen zum Hansetag vom 21. bis 24. Juni mit vielen Angeboten für die Besucher.

Nach 1990 wieder in privater Hand

1868gründete Ferdinand Schultz eine Drahtwarenfabrik in der Wokrenter Straße. Ab 1902 führten Paul Erdmann und Paul Dahl die Firma. In den Bombennächten 1942 ging der Sitz in der Breiten Straße, heute Kaufhof, verloren. Das Unternehmen zog in den Osthafen um. Ab 1956 wird die Firma Ferdinand Schultz Nachfolger Vertragswerkstatt für Moskwitsch und Wolga. Die Firma wird auch Zulieferbetrieb für den DDR-Schiffbau. 1972 kommt es zur Enteignung. Der Betrieb heißt jetzt VEB Metallwerkstätten Warnow. Ab 1990 leitet Axel Erdmann die Reprivatisierung ein.

Thomas Niebuhr

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