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Rostock 20 Jahre: Kempowski-Archiv Rostock feiert Jubiläum
Mecklenburg Rostock 20 Jahre: Kempowski-Archiv Rostock feiert Jubiläum
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20:23 04.11.2018
Freuen sich über die positive Entwicklung: Archiv-Leiterin Katrin Möller-Funck (v.l.) mit Hildegard Kempowski, Karl-Friedrich Kempowski und der Vereinsvorsitzenden Wiebke Wilcke. Quelle: André Wornowski
Rostock

Mit rund 100 Gästen hat das Kempowski-Archiv am Sonntag seinen 20. Geburtstag gefeiert. Bei der öffentlichen Festveranstaltung in der Rostocker Universitätskirche las Literaturkritiker Volker Hage und führte mit Literaturwissenschaftler Stephan Lesker ein Gespräch über den Schriftsteller Walter Kempowski (1929-2007). Auch Kempowskis Witwe Hildegard und Sohn Karl-Friedrich waren anwesend. „Es ist großartig. Wir freuen uns, dass das mit dem Archiv so lange angehalten hat und wohl noch 20 Jahre und länger anhalten wird“, sagte Hildegard Kempowski.

Archiv-Leiterin Katrin Möller-Funck zog ebenfalls zufrieden Bilanz: „Wir sind schon ziemlich stolz.“ Was einmal in einem kleinen, kaum zugänglichen Raum begonnen hat, erstreckt sich inzwischen auf drei Geschosse im Klosterhof und zieht knapp 3000 Besucher pro Jahr an. Überdurchschnittlich viele Gäste kommen aus anderen Bundesländern, den Niederlanden, der Schweiz und Dänemark. Darüber hinaus organisiert das Archiv Veranstaltungen, arbeitet mit Schulen zusammen, pflegt Kooperationen mit anderen Häusern und realisiert nicht zuletzt die jährlichen Kempowski-Tage im Frühjahr.

Seit 1994 Ehrenbürger Rostocks

Walter Kempowski gehört seit Jahrzehnten zu den meistgelesenen deutschen Gegenwartsautoren und gilt als einer der großen literarischen Chronisten deutscher Geschichte des 20. Jahrhunderts. Wichtigste Quelle seines Schaffens waren Tagebücher.

Kempowski wurde 1929 in Rostock geboren. 1948 verurteilte ihn ein sowjetisches Militärtribunal wegen Spionage. Nach acht Jahren im Zuchthaus Bautzen verließ Kempowski die DDR. Seit dieser Zeit dokumentierte der Autor sein Leben und das seiner Familie. Auch trug er individuelle Alltagszeugnisse unterschiedlichster Herkunft zusammen. 2007 starb der Schriftsteller in Rotenburg an der Wümme.

Der Rostocker war seit 1994 Ehrenbürger der Stadt. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Romane „Tadellöser & Wolff“ (1971), „Aus großer Zeit“ (1978) und „Herzlich Willkommen“ (1984) sowie die „Echolot“-Bücher über den Zweiten Weltkrieg.

„Dass das Archiv einmal so schön wird und so gut funktioniert, konnte man sich in den ersten Stunden und Jahren nicht vorstellen“, sagt Annelie Schippmann. Sie und ihr Ehemann Karl-Friedrich hatten das Archiv bereits im April 1993 mit den Kempowskis zusammen eröffnet. „Heimlich“, wie Annelie Schippmann sagt. Damals musste das Archiv mehrfach innerhalb Rostocks umziehen, ehe es seinen festen Platz fand. „Es war ein sehr schwerer, aber auch schöner Weg“, blickt die 86-Jährige zurück. 1998 gründete sich dann der Verein „Kempowski-Archiv-Rostock - Ein bürgerliches Haus“.

Das Archiv beherbergt unter anderem Werksausgaben und Notizen Kempowskis. Auch zeigt es Gegenstände, die in seinen Romanen erwähnt werden. Kempowski selbst habe das Archiv im ersten Jahrzehnt stark geprägt, sagt Rostocks ehemaliger Oberbürgermeister Dieter Schröder. Er hielt am Sonntag die Festrede zum 20. Geburtstag des Vereins. Später habe dann vor allem Leiterin Katrin Möller-Funck mit großem Engagement die positive Entwicklung fortgesetzt. Besonders hebt Schröder hier das Lesebuch für Schüler hervor, welches das Kempowski-Archiv Rostock in Zusammenarbeit mit dem Hinstorff Verlag im vergangenen Jahr herausgegeben hat.

Finanziell steht der Verein laut Schröder auf sicheren Beinen. Die Hansestadt unterstützt das Archiv jährlich mit einer Förderung von knapp 90 000 Euro. Die Miete und die Instandhaltung des Gebäudes im Klosterhof 3 übernimmt das kommunale Wohnungsunternehmen Wiro. Die Stadtwerke und der Seehafen haben je 100 000 Euro als Kapitalstock gezahlt. Hinzu kommen die Beträge der rund 150 Mitglieder des Vereins und die Eintrittsgelder. Wichtig sei aber nach wie vor auch das ehrenamtliche Engagement, so Schröder. „Das stetige Werben neuer Mitglieder ist erforderlich“, betont er.

Zum 90. Geburtstag des Schriftstellers im kommenden Jahr sind zwei Höhepunkte geplant: So sollen Ende April die zweiten internationalen Tage stattfinden. Im Dezember folgt dann die Eröffnung einer großen Kempowski-Ausstellung im Kulturhistorischen Museum. 

André Wornowski

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