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20 Jahre „Tage der Kunst“: Kleine Kreative stellen aus

Reutershagen 20 Jahre „Tage der Kunst“: Kleine Kreative stellen aus

Mehr als 600 Arbeiten Rostocker Schüler sind ab sofort in der Kunsthalle zu sehen.

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Heike Reuter (56, l.) und Martina Apelt (58) haben Bilder und Artikel der letzten 20 Jahre in einer Installation festgehalten.

Quelle: Tanja Bodendorf

Reutershagen. Violette Hexen auf Besen, grasende Kühe auf Aquarell-Weiden und hölzerne Brücken im Miniaturformat — wie viel Kreativität in Rostocks Schülern schlummert, ist seit dieser Woche im Plastiksaal der Kunsthalle zu sehen. Zum 20. Mal wurde dort gestern die Schau „Schüler stellen aus — Tage der Kunst“ eröffnet.

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Von mir hat es dieses Mal leider kein Bild in die Ausstellung geschafft. Macht nichts: Ich male trotzdem gern — am liebsten Wiesen und Menschen.“Marie-Sophie Jensz (10), Mühlenteich

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„Kunst ist für die Entwicklung von Kindern grundlegend“, sagt Martina Apelt vom Musikgymnasium Käthe Kollwitz. Gemeinsam mit Heike Reuter vom Innerstädtischen Gymnasium (ISG) koordiniert sie die Ausstellung. „Wenn Schüler mit Farben spielen und Bilder malen, entwickeln sie wichtige Grundfähigkeiten“, so Apelt. „Das wird in unserer technischen Welt leider viel zu sehr unterschätzt.“

Schirmherrin der Ausstellung ist Kultursenatorin Liane Melzer. Dass Kinder in der Kunsthalle ihre Bilder zeigen können, hält sie für eine große Chance: „Ich erlebe, wie viel es den Schülern bedeutet, wenn sie ihre Kunstwerke hier sehen“, sagt sie. „Und das an einem Ort, an dem zur Zeit einer der bedeutendsten Fotografen der Welt ausstellt.“ Auch für die Kunsthalle selbst sei dies ein Gewinn: „Wer hier als Kind einmal war, kehrt später ganz bestimmt wieder zurück.“

Der neunjährige Bashir Schultz von der Grundschule Schmarl hat sein Bild schon entdeckt: „Wir konnten im Kunstunterricht verschiedene Formen malen“, erzählt er. „Ich habe mich für Kreise in Schwarz-Weiß entschieden, das fällt schön auf. Dass jetzt so viele Menschen mein Bild sehen können, fand ich zuerst komisch. Aber jetzt fühlt es sich ganz gut an.“ Claudia Ritter vom ISG ist nicht mehr so aufgeregt: „Für mich ist es schon das vierte Mal, dass mein Bild hier hängt.“ Die 16-Jährige hat im Wahlpflicht-Kurs zwei Fotos in Streifen geschnitten und diese miteinander kombiniert. „Das Ergebnis gefällt mir, es ist nicht so trist und zeigt die warmen Farben der Natur.“

30 Schulen der Hansestadt haben sich in diesem Jahr an der Ausstellung beteiligt. Aus mehr als 1000 eingereichten Bildern und Plastiken wurden 619 ausgewählt, die bis zum 5. Mai zu sehen sind. „Dabei ist es unser Hauptanliegen, dass wir keine Eliten schaffen“, sagt Heike Reuter. „Wir zeigen Bilder aller Altersklassen und aller Schulformen. Wir wollen keine Unterschiede machen, sondern, dass alle kreativ sind — vom Förderschüler bis zum Gymnasiasten.“

Für Martina Apelt ist es am schönsten, bekannte Gesichter wiederzusehen: „Heute habe ich einen Schüler getroffen, der hier vor Jahren einmal ausgestellt hat. Jetzt studiert er Kunst. Das ist für Lehrer natürlich etwas Schönes.“ Vermutlich hat sich auch deswegen das Motto der Ausstellung seit 20 Jahren nicht geändert: „So viel Spaß macht Kunst!“

Tanja Bodendorf

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