Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Der Mann hinter dem Turmleuchten
Mecklenburg Rostock Der Mann hinter dem Turmleuchten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:37 27.11.2018
Jedes Jahr ein Spektakel: Das Warnemünder Turmleuchten. Quelle: Martin Moratz
Rostock

Eigentlich ist Torsten Sitte kein Fan von Silvester und Neujahr. Und doch gehören sie für ihn zu den wichtigsten Tagen des Jahres. Denn der 56-Jährige ist der Leiter des wohl größten Neujahrsevents in Europa. Er ist der Mann hinter dem Warnemünder Turmleuchten.

„Silvester habe ich seit Jahren nicht gefeiert. Aber mir fehlt es auch nicht“, sagt Torsten Sitte. In der Eventbranche habe man dann viel zu tun. „Ich finde es auch verlogen, wenn sich alle in den Armen liegen. Viele meinen das nicht ernst.“ Er genießt privat eher die ruhigen Momente. Nach der Arbeit würde er zu Silvester einen guten Rum trinken, gegen 2 Uhr schlafen und um 6 Uhr wieder aufstehen. Denn dann beginnt schon die Vorbereitung für das Turmleuchten. „Wir können uns damit rühmen, hier etwas Großes auf die Beine zu stellen“, sagt der Veranstalter. Was für eine Wirkung das habe, hatte er zuletzt im Urlaub bemerkt. Hier ist er in Altenburg mit Einwohnern ins Gespräch gekommen. Als sie hörten, dass er aus Rostock kommt, schwärmten sie vom Turmleuchten. Sie würden deswegen jedes Neujahr nach Warnemünde fahren. „Genau für solche Momente und Menschen mache ich das.“ Für ihn sei das Turmleuchten auch ein Zeichen seiner Verbundenheit für Rostock und MV.

Torsten Sitte ist der Mann hinter dem Turmleuchten in Warnemünde. Die Ideen für die wohl größte Neujahrsinszenierung kommen dem Regisseur beim Spaziergang mit seinem Hund Paul II. Quelle: Johanna Hegermann

Mittlerweile findet die Großveranstaltung schon seit 20 Jahren am Warnemünder Leuchtturm statt. „Vor 20 Jahren war ich jung, jetzt bin ich einer junger Geist, gefangen in einem alten Körper“, sagt er trocken, aber mit einem Lächeln auf den Lippen. Er ist den Weg des Turmleuchtens, das damals noch „Leuchtturm in Flammen“ hieß, von Anfang an mitgegangen. „Es war eine tierische Entwicklung.“ Manche Mitarbeiter seien 15 oder 16 Jahre mit dabei. „Wir haben immer versucht, gute Leute um uns zu scharen.“ Mittlerweile würden rund 100 Leute zur Crew des Turmleuchtens gehören. „Zu einem Laserteam gehören sonst vielleicht vier Leute, wir brauchen acht“, erklärt der Veranstalter. Ähnlich sei es bei Ton und Licht. Unter Hochdruck würde das Team arbeiten, damit die Veranstaltung wie stets pünktlich um 18 Uhr beginnen kann. „Wir jammern nicht so viel, dadurch sparen wir Zeit“, scherzt er. „Aber es muss menscheln“, ergänzt Sitte. Das sei eine Grundbedingung auch in der Crew. Hier gehe es familiär zu, man kennt sich. Man wisse, was der andere von einem erwarte und kann das umsetzen. Sitte spricht von einem „gegenseitigen Qualitätsdenken“. Doch der 56-Jährige macht klar, wer den Hut auf hat. „Demokratie bei Veranstaltungen funktioniert nicht.“

Jedes Jahr steht das Turmleuchten unter einem neuen Motto. Sein Hund Paul II spielt für Sitte dabei eine wichtige Rolle in der Ideenfindung. Mit ihm geht er meist im Juli lange durch den Ort spazieren und denkt in aller Ruhe über das Turmleuchten nach. Die Vorschläge kämen dann fast von allein. Denn der gebürtige Kühlungsborner, der bereits mit eineinhalb Jahren mit seinen Eltern nach Rostock zog, hat eine tiefe Verbindung zu Warnemünde. „Hier in Warnemünde steckt viel Herzblut.“ Obwohl er in Klein Bölkow in der Nähe von Satow wohnt, verbringt er viel Zeit im Ostseebad. „Ohne Warnemünde geht es nicht“, sagt der Geschäftsführer von Hanse Event.

„Warnemünder Turmleuchten“ am 1. Januar 2018 in Warnemünde. Quelle: Frank Hormann / nordlicht

So ist er auch auf das aktuelle Motto „Momente“ gestoßen. „Man erlebt in einem Jahr viel. Es gibt Momente der Freude, der Trauer, der Glückseligkeit, der Liebe“, zählt Sitte auf. Wieder habe er versucht, ein Motto zu finden, welches viele Emotionen anspreche. Insgesamt werden sieben Songs gespielt – von Klassik bis Rock. Auch viele filmische Momente werde man kreieren. Anstatt eines einzelnen Live-Acts gibt es in diesem Jahr Dutzende. Rund 60 bis 80 Chorsänger werden auf der Bühne stehen, um ein ganz besonderes Lied zu singen. Für die Inszenierung am 1. Januar wurde eigens das Lied „Aloha heja he“ von Achim Reichel auf Warnemünde umgemünzt. Neu arrangiert wurde der Song von dem Warnemünder Musiker Ola van Sander.

Für das Turmleuchten überlässt Torsten Sitte nichts dem Zufall. „Der Regieplan umfasst 34 Excel-Tabellen für 34 Minuten.“ Die größte Arbeit habe er mit der Organisation. Vorher müsse jedes Detail geplant und programmiert werden. An Neujahr kommt alles zusammen. „Eigentlich bin ich an dem Tag der entspannteste Mensch der Welt.“ Für ihn sei dann die Hauptsache, dass alles gesund nach Hause gehen und dass es „fetzt“. „Wenn die Parts dann das erste Mal parallel ablaufen, ist das phänomenal.“ Denn beim Turmleuchten gebe es immer nur eine Chance. „Zum Schluss muss es rund sein.“

Warnemünder Turmleuchten 2019

Das Vorprogramm für das Warnemünder Turmleuchten beginnt am 1. Januar 2019 um 15 Uhr auf der Promenade im Ostseebad mit Live-Musik von der Band „Spill“ und den „Matrosen in Lederhosen“

Die Haupt-Showbeginnt um 18 Uhr. In diesem Jahr werden mehr als 60 Künstler gemeinsam auf der Bühne stehen: die Band Bad Penny sowie die Chöre Luv un Lee, De Klaashahns, Breitling, Sing man tau und der Chor der Rock- und Pop-Schule Rostock.

Rund 90 000 Besucher werden erwartet. Der Eintritt ist frei.

Rund 120 000 Euro kostet die Inszenierung. Sie wird komplett durch Sponsoren und Partner finanziert.

Warnemünde wird zur Inszenierung für den Fahrzeugverkehr gesperrt, Besuchern wird empfohlen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

Johanna Hegermann

Die Stiftung Denkmalschutz fördert die Sanierung der Dorfkirche Toitenwinkel mit knapp 51 000 Euro. Das mittelalterliche Bauwerk zählt zu den ältesten Kirchen in Rostock und ist besonders prachtvoll. Nur knapp wurde es vor einigen Jahren vor dem Verfall gerettet.

Bei einem Feuer in der Rostocker Südstadt ist eine Seniorin am Dienstagnachmittag leicht verletzt worden. Sie hatte ein Kirschkernkissen in der Mikrowelle erhitzt, das in Flammen aufging.

Rostock Zehnjährige war vermisst - Mädchen ist wieder da

Nach einer Verabredung in der Rostocker Innenstadt kam die Zehnjährige nicht wieder Zuhause an. Die Polizei konnte sie nun im Komponistenviertel finden.

27.11.2018