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24. April 1942: Bomben fielen auf Rostock

Stadtmitte 24. April 1942: Bomben fielen auf Rostock

Noch in den späten Abendstunden des 23. April 1942 war für die Rostocker die Nacht zu Ende: Luftalarm. Das Einrichten im Luftschutzkeller des Wohnhauses oder in der Nachbarschaft war schon lange zur traurigen Gewohnheit geworden.

Stadtmitte. Luftschutzbunker gab es in Rostock erst zwei: den Altstadtbunker in der Wollenweberstraße und den Körnerbunker Am Röper. Doch mit ihren insgesamt nicht einmal 500 Plätzen, konnten sie nur 0,4 Prozent der etwa 130 000 Einwohner einen einigermaßen sicheren Schutz bieten. Man verließ sich auf örtliche Kräfte von Feuerwehr, Luftschutz und Technischem Hilfswerk. Sie hatten bisher jede Situation gemeistert. Dass sich das Schicksal Lübecks hier an der Warnow wiederholen sollte, ahnten die wenigsten. Fast jeder glaubte - und am überzeugten die Verantwortlichen bei staatlichen und kommunalen Stellen sowie bei der Luftverteidigung -, wenn überhaupt Bomben fielen, ginge es doch wieder glimpflich ab.

Gegen 0.50 Uhr am 24. April öffneten 143 britische Flugzeuge ihre Bombenschächte. Von Norden die Mündung der Warnow hinunter fliegend, drehten 17 von ihnen ab, um die Ernst-Heinkel-Flugzeugwerke in Marienehe, die Schmiede des deutschen Standardbombers, anzugreifen. Die anderen Bomber gingen zum Tiefflug auf die Stadt über. Leuchtbomben und Luftminen gingen nieder, bald darauf Stabbrandbomben. Die Flak schoß Leuchtspurgarben in den Himmel und konnte weitere Angriffswellen doch nicht verhindern. Dennoch mußten britische Aufklärer, die, sobald es hell wurde, Rostock sondierten, feststellen, dass der Angriff ein Fehlschlag geworden war. Die Masse der etwa 233 Kilogramm schweren Bombenlast war drei bis zehn Kilometer vom Stadtzentrum entfernt niedergegangen. Die Börden meldeten sieben Tote, sechs Schwer- und 26 Leichtverletzte. Sechs Wohnhäuser waren zerstört worden, weitere beschädigt. Die Straße Bei den Polizeigärten hatten eine Luftmine und Sprengbomben verheert. In der Kröpelinertor- und in der Steintorvorstadt fla-ckerten Brände, die bald gelöscht waren. Im Bereich zwischen dem Steintor und dem ehemaligen Städtischen Schlachthof, östlich der heutigen Richard-Wagner- und der Blücherstraße, mußten noch die vergleichsweise größten Zerstörungen quittiert werden. Die Gasversorgung war zusammengebrochen. Die Stromversorgung konnte noch bis zum Abend des 24. April wieder in Gang gesetzt werden. In den Ernst-Heinkel-Flugzeugwerken in Marienehe - weitgehend von Bombentreffern verschont - begann die Morgenschicht. Nur das Zweigwerk an der Bleicherstraße und das Farbenlager im Patri-otischen Weg waren in Mitleidenschaft gezogen worden.



KARSTEN SCHRÖDER

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