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312 potenzielle Spender registriert

Rövershagen 312 potenzielle Spender registriert

Typisierungsaktion für erkrankte Prerower Ärztin in Karls Erlebnisdorf / Betroffene bedankt sich via Facebook

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„„Ich lerne Krankenpfleger. Jetzt mit 18 kann ich mich typisieren lassen und sehen, ob ich als Spender von Stammzellen in Frage komme.“Hannes Niemann Marlow

Rövershagen. Susanne Stolpmann findet kaum Worte angesichts der großen Hilfsbereitschaft. 312 Frauen und Männer haben sich am Sonnabend in der Festscheune von Karls Erlebnisdorf als mögliche Stammzellspender bei der DKMS registrieren lassen. Susanne Stolpmann und andere Mitstreiter organisierten die Typisierungsaktion für die an Leukämie erkrankte Prerower Ärztin Inka Horn.

 

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„„Es gab Kunden, die haben spontan mitgemacht. Wir werden solche Aktionen durchführen, bis ein Spender gefunden ist.“ Susanne Stolpmann Organisatorin

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Ehrenamtlerin Katrin Behm (l.) registriert die DNA-Probe von Mandy Miske aus Nossentiner Hütte. FOTOS (3): OVE ARSCHOLL

„Wenn Ihr wüsstet, was in einem Patienten vorgeht, der hofft, dass ein Spender gefunden wird, der ihm die Chance auf ein neues Leben gibt, dann wisst Ihr, was Ihr geleistet habt“, bedankt sich die Betroffene über die extra eingerichtete Facebook-Seite „Inka muss leben“. Sie muss sich weiter einer Chemotherapie unterziehen und warten, bis ein lebensrettender Spender gefunden ist. „Stolz erzähle ich immer, was meine Umgebung auf die Beine stellt“, schreibt die dreifache Mutter Inka Horn. Im März hatte sie die niederschmetternde Diagnose bekommen, an Leukämie erkrankt zu sein.

Weitere Aktionen bis ein Spender gefunden ist

In den vergangenen Wochen hatten sich bereits die Feuerwehrleute aus dem Amtsbereich Ribnitz-Damgarten mit einer Typisierungsaktion engagiert. „Wir machen weiter, bis ein Spender gefunden ist“, kündigt Susanne Stolpmann an. Als Patientin habe sie Inka Horn kennengelernt. Sie sei mehr als nur eine Ärztin und helfe, wo sie kann. Inka Horn sei eine Frau, die man einfach unterstützen müsse, beschreibt Susanne Stolpmann ihre Motivation. „Inka Horn ist ein Mensch, der am liebsten die ganze Welt umarmen möchte.“ Auch in Graal-Müritz oder Rövershagen habe die Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe Patientinnen, und so entstand die Idee zu der Typisierungaktion in Karls Erlebnisdorf. Bei Chef Robert Dahl fanden die Organisatoren sofort Unterstützung, erzählt Susanne Stolpmann. Ein Telefonat reichte aus. „Wir haben nicht lange überlegt“, erklärt Marketing-Chefin Nadja Schriever. Das Unternehmen stellte nicht nur den Raum und die Verpflegung für die Helfer, sondern auch noch zwölf Mitarbeiter, die bei der Registrierung halfen. Und einige aus dem Personal ließen sich gleich selbst registrieren. „Ich habe mich in der Mittagspause entschieden“, erzählt Sina Ruch aus Rövershagen. „Sollte ich mal erkranken, würde ich mich auch über eine solche Unterstützung freuen.“

Kunden ließen sich spontan registrieren

In der vergangenen Woche wurde mit einem großen Plakat an der Rutsche für die Aktion Werbung gemacht, gut sichtbar an der Bundesstraße 105. Mit Flyern wurden die Kunden im Erlebnisdorf über die Aktion in der Festscheune informiert. Spontan ließ sich Mandy Miske aus Nossentiner Hütte, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, bei der DKMS registrieren. „Wenn ich damit helfen kann.“ Nach Rövershagen war sie eigentlich nur zum Einkaufen gekommen. Auch Urlauber gaben mit Wattestäbchen eine Speichelprobe für die Registrierung ab.

Aus der Region oder aus Rostock kamen ebenfalls viele Spender, freuten sich Susanne Stolpmann und ihre Mitstreiter. In Marlow setzte sich Hannes Niemann ins Auto. „Blutspender bin ich schon. Jetzt bin ich 18 Jahre alt und kann mich auch als Stammzellspender registrieren lassen“, berichtet der angehende Krankenpfleger. In seinem Beruf sei es Ehrensache zu helfen, wo das möglich ist. Im übrigen kam er mit seiner Mutter ins Erlebnisdorf. „Sie ist Krankenschwester und hilft bei der Registrierung.“

Susanne Stolpmann ist bereits auf der Suche nach den nächsten Orten, an denen dann möglichst viele potenzielle Spender erreicht werden können – bis der passende für Inka Horn gefunden ist.

Weltweit größte Spenderdatei

Die DKMS-Datei potenzieller Knochenmark- und Stammzellspender enthält weltweit über sechs Millionen Personen, davon über 4,3 Millionen in Deutschland. Bezogen auf den Anteil der in Deutschland lebenden Spender verfügt die DKMS über etwa 60 Prozent aller in Deutschland typisierten Spender und etwa 18 Prozent aller weltweiten Spender. Die DKMS betreibt die weltweit größte Spenderdatei. Täglich werden weltweit durchschnittlich 18 Stammzelltransplantate, die von bei der DKMS registrierten Spendern stammen, an Patienten vermittelt. Spender zu werden ist einfach:

Fordern Sie online das Registrierungs- Set der DKMS (früher Deutsche Knochenmarkspenderdatei) an. Sie erhalten dann ein Set mit Wattestäbchen.

Thomas Niebuhr

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