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Rostock 330 Leser fragen Experten zur Vorsorge aus
Mecklenburg Rostock 330 Leser fragen Experten zur Vorsorge aus
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00:00 19.04.2013
OZ-Chefredakteur Andreas Ebel moderierte das Forum, zu dem rund 330 G�ste ins Pressehaus kamen. Fotos (4): Ove Arscholl Quelle: OVE ARSCHOLL
Stadtmitte

Vorsorgen für den Ernstfall — das wollten sich gestern Abend beim OZ-Leserforum mehr als 330 Gäste von Experten genau erklären lassen. Warum werden Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung benötigt? Wem soll ich vertrauen? Wo gibt es Formulare?

Gleich mit mehreren Fachfrauen und -männern stellten sich die Unabhängige PatientenberatungDeutschland, die Ärzte- und die Notarkammer im Pressehaus den vielen Fragen. „Diese Themen werden mit zunehmendem Alter immer wichtiger“, sagte Peter Loroff (67) aus Ribnitz-Damgarten. „Es gibt immer wieder neue Vorschriften. Reicht das aus, was ich gemacht habe“, fragte sich Hannelore Schlesinger (73) vor dem Forum.

Lebten 2011 noch rund 464 000 Frauen und Männer in Mecklenburg-Vorpommern, die die 60 überschritten haben, so werden es 2030 schon etwa 581 000 sein. Mit diesen statistischen Zahlen eröffnete OZ-Chefredakteur Andreas Ebel das Leserforum. „Da kommen schwere Krankheiten, Schlaganfall, Unfall. Wer entscheidet dann über mich“, stellte er in den Raum und verwies auf die steigenden Betreuungsverfahren an den Amtsgerichten des Landes.

Mit einer Vorsorgevollmacht kann einer Fremdbestimmung vorgebeugt werden. „Sie machen Angehörige oder ihnen sehr vertraute Personen handlungsfähig“, ermunterte Patientenberaterin Selma Lindner die Gäste, das Thema in die Familien zu tragen und nicht auf die lange Bank zu schieben. Im Gespräch mit Ärzten, Kreditinstituten, Behörden und Wohnungsgesellschaften sei es immer sinnvoll, Vollmachten und Verfügungen vorweisen zu können. Alle Experten im Podium erklärten, wo es entsprechende Dokumente und Informationsmaterial gibt.

Ausgerüstet mit Stift und Blöcken notierten die Gäste eifrig alle Hinweise. „Es ist wichtig, durch eine Vorsorgevollmacht die Selbstbestimmung abzusichern“, unterstrich auch Notarassessorin Petra Klopsch. „Nur so kann eine Betreuung durch Fremde vermieden werden.“ Der Vizepräsident der Ärztekammer MV, Dr. Wilfried Schimanke, zeigte das Problemfeld auf: „Patienten müssen zu einem Zeitpunkt über ihr Lebensende entscheiden, an dem es ihnen noch gut geht, sie nicht abwägen können, was auf sie zukommt.“ Umso wichtiger sei es, so Schimanke, Vertraute zu bevollmächtigen, die dann im Sinne der Patienten entscheiden.

Vier Wochen lang hatte die OSTSEE-ZEITUNG in einer Ratgeberserie „Achtung, vorsorgen!“ über plötzlich nötige Entscheidungen nach Unfall oder schwerer Erkrankung informiert. Die Themen bewegen, das zeigt die Resonanz auf die Leser-Foren zum Abschluss der Serie in Rostock, Stralsund, Wismar und Greifswald. 1400 Leser meldeten sich an. In Rostock findet am 22. April sogar ein zweites Forum im Pressehaus der OZ statt. Die Veranstaltung ist mit 400 Gästen bereits ausgebucht.

Doris Kesselring

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